Lärmschutz an A44

Anwohner von Lärm genervt: Hessen Mobil will an Bergshäuser Brücke nachbessern

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Die Bergshäuser Brücke mit Blick auf die Häuser von Bergshausen: Über den Lärm beklagen sich die Anwohner. Nach einem Treffen mit Hessen Mobil soll an manchen Bauteilen der Brücke nun nachjustiert werden.

Zumindest einen kleinen Schritt sind die Anwohner der Bergshäuser Brücke in Sachen Lärmschutz weitergekommen. Ein Treffen mit Hessen Mobil war für beide Seiten konstruktiv. 

Im Kampf um mehr Lärmschutz haben sich Anwohner noch vor der Gründung einer Bürgerinitiative im Oktober mit Vertretern von Hessen Mobil getroffen und sind Teile der Brücke abgelaufen. Mit den Fragen: Wo kommt der Lärm her und was kann dagegen getan werden?

Sieben Punkte enthält das Protokoll, das unserer Zeitung vorliegt. Das heißt, sieben Lärmquellen konnten die Experten von Hessen Mobil zusammen mit Bürgern bei der Begehung auf und unter der Brücke ausfindig machen. Fünf davon sind bereits an die ausführenden Baufirmen weitergegeben, bestätigt ein Sprecher von Hessen Mobil. 

Mängel können während laufender Arbeiten beseitigt werden

Die Mängel können die Firmen während noch laufender Arbeiten an der Brücke beseitigen. Ansonsten kümmere sich die Autobahnmeisterei darum. Das werde in den nächsten Wochen geschehen, heißt es von Hessen Mobil.

In zwei Punkten gibt es noch Klärungsbedarf. Das sind zum einen pfeifende Geräusche an der Unterspannungskonstruktion der Brücke, die an dem Termin laut Hessen Mobil nicht ausgemacht werden konnten. Ein Akustikbüro soll sich der Sache annehmen, um zu prüfen, wann der Lärm da ist und wodurch er erzeugt wird.

Das zweite ist der Fahrbahnübergang am Wiederlager Ost, also dort, wo das Brückenende mit dem festen Bauteil verbunden ist. Wenn dort, über den Dächern von Bergshausen, Lastwagen darüber fahren, erzeugt das schlagende Geräusche.

Stahlkonstruktion überträgt Lärm stärker

Das liegt daran, dass die Fahrbahndecke an dieser Stelle unterbrochen ist, was zu den Eigenschaften jeder Brücke gehört, teilt Hessen Mobil mit. Allerdings überträgt die Stahlkonstruktion der Brücke den Schall stärker als das bei einer Betonbrücke der Fall wäre. Trotzdem will Hessen Mobil über eine Fachfirma prüfen lassen, ob es an der Übergangskonstruktion Schäden gibt und wie man die Geräusche auf ein Minimum reduzieren kann.

Joachim GriesAnwohner

Joachim Gries, Federführer der neuen Bürgerinitiative, ist froh, dass in der Diskussion nun alle von Lärm sprechen. Das Problem ist angekommen. Laut Gries haben die zwei Termine mit Hessen Mobil vor allem Klarheit in die Zuständigkeiten gebracht. Und auch mehr Ruhe. „Es hatte sich alles etwas hochgepuscht“.

So sei nun klar, dass Hessen Mobil allein für das Bauwerk zuständig sei, also auch nur Mängel und Lärmquellen an der Brückenkonstruktion beheben kann. In Sachen Geschwindigkeitsbegrenzung beispielsweise müsse das Land etwas tun.

Bürgermeister fordert Bemühungen zum Lärmschutz zu unterstützen

Parallel zu den Besichtigungsterminen an der Brücke hat Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) ein Schreiben an den Hessischen Minister Peter Beuth geschickt. Darin fordert er, alle Bemühungen von Hessen Mobil zum Lärmschutz zu unterstützen. 

Er bekräftigt die Forderungen der Bürger nach Tempo 60 für Lkw, sowie Radaranlagen, die das überwachen. „Es ist ein Bauwerk vom Bund, man kann als Gemeinde immer nur darauf hinweisen“, sagt Lengemann zu seinem Einfluss auf das Problem.

Vonseiten Hessen Mobil heißt es: „Die Termine waren sehr konstruktiv.“ Es sei auch für die Behörde gut gewesen, die Probleme unmittelbar von den Betroffenen zu erfahren. Man wolle weiter im Dialog bleiben und sich nach Abschluss der aktuell laufenden Bauarbeiten, voraussichtlich im Dezember dieses Jahres, wieder mit allen Beteiligten treffen, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen.

Termin: Am Mittwoch, 16. Oktober, 19 Uhr, wird sich im Bürgerhaus Bergshausen die Bürgerinitiative gegen Lärm gründen. Dazu sind auch ausdrücklich junge Menschen eingeladen.

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