Anwohner leiden unter massivem Krach 

Nach Sanierung: A44-Lärm durch Bergshäuser Brücke ist noch heftiger geworden

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Leiden unter dem Lärm, der durch Verkehr auf der Bergshäuser Brücke verursacht wird: Die Gruppe auf dem Bild wohnt in ganz unterschiedlichen Entfernungen zur Brücke. Doch alle fühlen sich gleichermaßen belästigt. Vorne stehen Joachim Gries (von links), Axel Beuschel, Christa Fey, Heike und Dirk Borchert. 

Nichts ist besser, nachdem die Sanierungsarbeiten zur Stabilisierung der Bergshäuser Brücke für den A44-Verkehr abgeschlossen sind. 

Im Gegenteil: Der Lärm, der durch den Verkehr auf der Brücke verursacht wird, ist laut Anwohnern nun noch viel schlimmer geworden.

Zirka 20 von ihnen haben sich zusammengetan und wollen „die Situation, die in unseren Augen gesundheitsgefährdend ist, so nicht mehr hinnehmen“. Bei offenem Fenster ohne Gehörschutz schlafen sei nicht möglich, nach der Arbeit auf dem Balkon zur Ruhe zu kommen, auch nicht. „Der Lärmpegel ist massiv angestiegen“, sagt unter anderem Axel Beuschel, der mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe der Brücke wohnt.

Ursache wahrscheinlich Stahlseile unter Brücke

Als Hauptursache vermuten die Anwohner die erst kürzlich angebrachten Stahlseile unter der Brücke. Durch die unter Spannung stehenden Seile wird laut der Straßenbaubehörde Hessen Mobil sehr viel von der hohen Verkehrslast auf der Brücke aufgefangen. Für jedes der insgesamt sieben Brückensegmente wurden vier rund 20 Zentimeter dicke Stahlseile verbaut.

So nah steht zum Beispiel dieses Wohnhaus an der Brücke: Die Anwohner hier sind besonders vom Lärm betroffen.

„Die Seile schwingen wahrscheinlich mit, wenn der Verkehr über die Brücke fährt, daher kommen wohl die laut pfeifenden Geräusche“, vermuten die Anwohner. „Das ist, als hätten wir alle einen Tinnitus.“ Außerdem könne sich durch die neue Konstruktion eventuell die ganze Dynamik der Brücke verändert haben, was am Ende die Fahrgeräusche verstärke.

Hoffnung, dass Krach verschwindet, hat sich nicht erfüllt

Mit Lärm haben die Bewohner in der Nähe der Brücke schon länger zu tun. Im vergangenen Sommer hatten unter anderem die Beuschels stark darunter gelitten. Quietschende Transportkörbe, die die Arbeiter während der Sanierung von der einen Brückenseite zur anderen beförderten, und der eigentliche Baulärm brachten die Familie um ihren Schlaf. Die Hoffnung war, dass der Krach zusammen mit den Bauarbeitern verschwindet. „Genau das Gegenteil ist nun passiert“, sagt Axel Beuschel.

Umgedrehte Hängebrücke

Das Haus von Kai Gies steht fast direkt unter der Brücke. „Wenn dort Lkw-Verkehr ist, wackeln bei mir die Fensterscheiben und die Gläser bewegen sich im Schrank“, sagt er. „Das war vor der Sanierung nicht so.“ Außerdem schwappe das Wasser eines Aquariums hin und her, „obwohl gar kein Fisch drin ist“.

Susanne Nuhn wohnt ein bisschen weiter weg, etwa 400 Meter trennen sie von der Brücke. „Trotzdem ist es bei mir extrem laut, wenn der Wind ungünstig steht, ist es noch schlimmer“, sagt sie. „Ich kann nicht mehr mit offenem Fenster schlafen.“ Joachim Gries, Betreiber der Fulle-Marie in Bergshausen hat zwar nur noch unregelmäßig für Events geöffnet, sagt aber trotzdem: „Ich könnte mir vorstellen, dass ich hier in der Woche auch gar kein Geschäft mehr machen könnte. Es ist einfach zu laut, man versteht hier ja kaum sein eigenes Wort.“

Bergshäuser fühlen sich allein gelassen

Wegen der Bergshäuser Brücke wegziehen, will indes keiner. Die meisten hätten die Häuser ihrer Eltern übernommen, außerdem würden die Immobilien kaum zu verkaufen sein. „Mögliche Interessenten dürften sich die Häuser dann nur sonntags anschauen, an allen anderen Tagen würden sie vom Lärm abgeschreckt“, sind sich die Anwohner einig.

Mit der Situation fühlen sich die Bergshäuser allein gelassen. „Wir wollen auch die Unterstützung durch Bürgermeister Dieter Lengemann und die Politik“, fordern sie. In drei Wochen wollen sich die Anwohner wieder zusammenfinden und weitere Schritte besprechen.

Hessen Mobil kündigt auf HNA-Anfrage an, sich in nächster Zeit zu der Situation zu äußern. „Das Thema betrifft viele verschiedene Bereiche, diese müssen wir erst prüfen“, sagt Sprecher Gerd Bohne.

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Kommentare

AWendy With A PonyAntwort
(1)(0)

Die wohnung war zu erst da, diese ist nämlich älter als die Brücke! Und die Frage ist irrelevant, da es nach den jetzigen Bauarbeiten lauter geworden ist!

tp125Antwort
(0)(1)

Was war in Ihrem Fall zuerst da? Brücke oder Wohnung?

Schauenburger33Antwort
(1)(0)

Blödsinnige Antwort auf echte, krank machende Probleme der Anwohner...

Kommentare

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