Firma Galjard ist Spezialist auf dem Gebiet

Fuldabrücker Firma macht es möglich: So kommen die Rohre unter die Fulda

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20 Tonnen schwer: Die Spülbohrmaschine leistet ganze Arbeit und bohrt in Guntershausen nahe des Sportplatzes einen Kanal unter der Fulda hindurch. Das dauert etwa eine Woche. 

Gas, Wasser, Strom und Telekommunikation – für all diese alltäglichen Dinge braucht es Leitungen. Die Firma Galjard aus Fuldabrück schafft in der Erde die Voraussetzungen dafür.

Mit einer Technik, die sich Horizontalspülbohrverfahren nennt, bohren die Spezialisten mit ihren Maschinen durch Sand, Lehm, Fels, und auch unter Flüssen hindurch.

So auch aktuell in Guntershausen für den regionalen Energieversorger EAM. Dieser will seine Leitungen sicherer machen, und verlegt sie dafür zwischen dem Baunataler Ortsteil und Fuldabrück-Dörnhagen in die Erde. Dafür muss ein 500 Meter langer Kanal unter der Fulda hindurch gebohrt werden. In den gebohrten Kanal wird ein Rohr eingezogen, durch das die neuen Stromkabel führen. Die bisherige Überlandleitung wird abgebaut.

Die Bohrmaschine, die diese Arbeit schafft, wiegt fast 20 Tonnen und hat eine Schub- und Zugkraft von 25 Tonnen, erklärt Wladimir Galjard, Geschäftsführer der Firma aus Fuldabrück. Diese Maschine steht an einem ungewöhnlich warmen Oktobermorgen in Guntershausen nahe des Sportplatzes an der Fulda für den Einsatz in der Erde bereit.

Der Bohrer wird auf einem Acker in Position gebracht und dann geht es auch schon los: Der Bohrkopf mit einem Durchmesser von 140 Millimetern bohrt sich Stück für Stück in die Erde ein und kommt unterirdisch immer mehr in die Nähe des Flusses. An der tiefsten Stelle ist der Bohrer acht Meter tief in der Erde, direkt unter dem Flussbett fünf Meter. „Erst trifft der Bohrer auf Lehm, dann auf eine Kiesschicht und anschließend auf Tonschichten. Zwischendurch werden wir es auch mit Sandsteinbänken zu tun bekommen“, erklärt Galjard. „Wenn das Gebiet, in dem gebohrt wird, überhaupt nicht einzuschätzen ist, wird auch mal ein geologisches Gutachten erstellt.“ Aber im Bereich der Fulda braucht Galjard dies nicht. „Wir haben den Fluss für verschiedenste Projekte bestimmt schon 20 Mal durchquert. Das ist nichts Neues für uns.“

Bohrmeister Alexander Sautner (links) navigiert die Bohranlage, Stefanec Ferro (daneben) überwacht die Lage des Bohrkopfes.

Für die Arbeiten in Guntershausen braucht es zwei Mann. Einen, der die Bohranlage navigiert und einen, der die Lage des Bohrkopfes überwacht. Das Verfahren funktioniert grob so: Die Spülbohranlage bohrt einen unterirdischen Kanal. In diesen wird eine bestimmte Materialmischung (Bentonit) zum Bohrkopf gepumpt, die den entstandenen Raum ausspült. Die Mischung dient außerdem zum Kühlen des Bohrkopfes, als Schmiermittel und zur Stabilisierung des Bohrkanals. Beim Rückzug zieht die Spülbohranlage das Leerrohr ein. In dieses Leerrohr kann das Stromkabel der EAM eingezogen werden.

Das funktioniert den Umständen entsprechend schnell. Etwa eine Woche braucht die Firma für die Arbeiten. „Wir wissen schon ganz am Anfang, ob der Zeitplan eingehalten werden kann“, erklärt Galjard. „Denn sobald der Bohrer in der Erde ist, ist das Gebiet für uns besser einschätzbar.“

Die Firma Galjard Bau besteht seit 2009 und ist aus der Firma Flowtex-Leitungsbau und Bohrtechnik Zwickau GmbH (Niestetal) entstanden. 2013 ist sie in die neuen Geschäftsräume in Fuldabrück gezogen. Das Unternehmen beschäftigt 57 Mitarbeiter.

Kontakt: Firma Galjard Bau GmbH, Albert Einstein Str. 8, 34277 Fuldabrück, Tel.: 0561 / 57 98 88 0, E-Mail: info@galjard-bau.de

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