Bergshäuser Brücke

Fuldabrücker gründen Bürgerinitiative gegen Brückenlärm

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Dauerärgernis Bergshäuser Brücke: Selbst nach der Sanierung lärmt das Bauwerk weiter. Offiziell soll bis zu Jahr 2028 eine neue Brücke gebaut sein. Bislang ist noch nicht einmal klar, wo genau sie entstehen soll.

Fuldabrück – Gegen den andauernden Lärm durch die Bergshäuser Brücke wird sich in Fuldabrück schon bald eine Bürgerinitiative gründen. Als Gründungstermin steht bereits Mittwoch, 16. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus Bergshausen fest.

Festgezurrt wurde das Datum am Donnerstag bei einem Anwohnertreffen im Café „Fulle Marie“. 60 Anlieger waren gekommen. Mit von der Partie waren auch Bürgermeister Dieter Lengemann sowie Gemeindevertreter der SPD- und CDU-Fraktion.

„Wir hoffen am 16. Oktober auf rege Beteiligung und möglichst viele Unterstützer“, sagte Joachim Gries, der zum Anwohnertreffen eingeladen hatte und nun die Federführung der neuen Initiative übernommen hat.

Ziel der Bürgerinitiative müsse es sein, den öffentlichen Druck auf Politik und Behörden zu erhöhen. „Wir müssen viel deutlicher und öffentlich sichtbarer unsere Interessen vertreten“, sagte Gries. „Wir müssen mit der Gemeinde zusammenarbeiten, Behörden anschreiben und Politiker in die Pflicht nehmen“. Auch wurden schon erste Forderungen formuliert (siehe Information).

Joachim Gries lädt zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative am 16. Oktober ein. Foto: Boris Naumann

Tatsächlich war die Stimmung beim Anwohnertreffen eher gedrückt. Teilnehmer äußerten sich mehrfach hilflos und verärgert über die andauernden Probleme, die die Bergshäuser Brücke mit sich bringt. „Zu viele Jahre wurden unsere Interessen ignoriert. Es hat sich einfach nichts getan“, war zu hören.

Auch Bürgermeister Lengemann zeigte kurz sämtliche, aber meist vergeblich gebliebene Versuche der Gemeindeverwaltung zur Verbesserung der Situation vor Ort auf. „Unter dem Strich zeigt sich, dass auch wir als Kommune nur wenig Einfluss haben“, sagte Lengemann. „Entscheidungen, wann und was mit der Bergshäuser Brücke geschieht, werden schlicht auf anderen Ebenen getroffen“. Zudem bemängelte er die Kommunikation zuständiger Stellen. „Auch wir erfahren oft erst aus der Zeitung, was hier passiert“. Der Rathauschef sprach sich für eine Kooperation mit der Bürgerinitiative aus.

Zudem teilte Lengemann mit, dass es demnächst ein Treffen mit der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) und Hessen Mobil gebe. „Hessen Mobil ist für die Sanierung und den Lärmschutz an der Bergshäuser Brücke zuständig, die Deges für die Planung und den Bau der neuen Brücke“, stellte Lengemann klar.

Bei dem Treffen seien auch SPD-Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels dabei sowie SPD-Landtagsabgeordnete Manuela Strube, um letztlich auch auf Landes- und Bundesebene Signale setzten zu können. „Auch Vertreter der Bürgerinitiative werden daran teilnehmen können“, stellte Lengemann in Aussicht.

Ob denn solch ein Treffen überhaupt Sinn mache und ob so etwas den CDU-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer überhaupt jucke, wollte die Versammlung wissen. „Solch ein Treffen führt durchaus zu einer Verdichtung der Problematik. Das wird nicht unwirksam bleiben“, sagte dazu Hartmut Meyer, SPD-Fraktionsmitglied im Fuldabrücker Gemeindeparlament.

Das Fordert die Bürgerinitiative:

Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen

Tempo 60 für Lkw auch tagsüber

Einrichtung von Radarfallen auf der Brücke

Durchführung einer Langzeit-Lärmmessung

Durchführung einer Langzeit-Staubemissionsmessung

Beschleunigte Planung und Genehmigung des Brückenneubaus

Bildung eines Runden Tisches mit Beteiligung zuständiger Behörden, Politiker, Vertreter des Verkehrsministeriums, der Kommune und der Bürgerinitiative

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