Sie lässt die Bolzen fliegen

Fuldabrücker Schützin Juliana Siemon will Werbung für ihren Sport machen

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Gut für Ausdauer und Konzentration: Juliana Siemon am Schießstand des SV Fuldabrück.

Kondition, Konzentration und Kraft sind die Zauberworte im Lieblingssport von Juliana Siemon. Die 21-Jährige aus Fuldabrück ist Schützin. Mit ausladenden Schützenfesten und Traditionspflege hat sie dabei aber wenig am Hut.

Ihr geht es um den Sport. Bis zur Weltmeisterschaft im Armbrustschießen auf der 10-Meter-Distanz und dort mit der Mannschaft auf den zweiten Platz hat sie es schon geschafft. Trotzdem ist sie als junge begeisterte Sportschützin noch immer nicht die Norm.

So ganz verstehen kann Siemon das nicht. Und zählt die Vorteile ihres Sports auf. Der mache nicht nur Spaß, sondern helfe auch verschiedene Fähigkeiten, wie Ausdauer und Konzentration, zu schulen. „Das merke ich heute zum Beispiel an der Arbeit. Ich werde nicht leicht abgelenkt und kann mich gut auf Aufgaben fokussieren“, sagt Siemon.

Und es ist ein Ausdruck von Individualität: „Es macht nicht jeder und ist schon eher ein außergewöhnlicher Sport. Das gefällt mir.“ Einsam sei es trotzdem nicht: „Ich habe viele Freunde und Bekannte durch den Schießen kennengelernt“. Etwa bei den Wettbewerben in den höheren Klassen, wo immer wieder unterschiedliche Mannschaften zusammengestellt werden, treffe sie immer wieder interessante Menschen.

Zum Sport ist sie über die Familie gekommen. „Die waren da schon immer mit dabei.“ Dementsprechend aufgeregt war schon die achtjährige Juliana als sie dann endlich das erste Mal bei Sommerbiathlon des SV Fuldabrück ein Lichtpunktgewehr benutzen durfte, sagt Vater Axel Siemon. Dort wurde ihr Talent gefördert, irgendwann folgten Meisterschaften auf vielen verschiedenen Ebenen.

Siemon entdeckte dort auch ihre Leidenschaft für die Armbrust, bei der sie die Technik besonders reizt, die Möglichkeit das Geschoss im Flug zu beobachten und das aufgrund der Masse leichter ruhig zu haltende Sportgerät selbst. Der Schießsport spielte sogar bei ihrer Realschulabschlussprüfung eine wichtige Rolle, denn dort hielt sie eine Präsentation zum Thema. Wie kam ihr Hobby denn bei den Klassenkameraden an? „Gut. Meine Freunde waren immer stolz auf mich“, sagt sie, gehänselt worden, sei sie deswegen nicht.

Jetzt im Berufsleben ist es schwieriger, die Zeit zum Trainieren zu finden. Die Karriere zum Beruf machen, will sie trotzdem nicht. „Mit der Armbrust ist das leider auch gar keine Option, anders als Kleinkaliber und Luftgewehr ist es keine olympische Disziplin“, sagt Siemon, die eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement macht. Sie sei zufrieden mit der Trennung von Beruf und Sport: „Das Schießen soll mein Hobby bleiben.“ Ehrgeizig ist sie aber weiterhin und demnächst wieder häufiger auf dem Schießstand zu finden. Denn sie hat ein Ziel: die Weltmeisterschaft vom 12. bis 19. August in der russischen Großstadt Uljanowsk an der Wolga.

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