Heiligabend zwischen Freud und Leid

Weihnachtsfest im Fuldabrücker Awo-Altenpflegeheim

Weihnachtliche Stimmung im Awo-Altenpflegeheim in Dörnhagen: Mitarbeiterin Kerstin Döbler (hinten links) mit den Bewohnern Adolf Schaub (links) und Gisela Müller.
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Weihnachtliche Stimmung im Awo-Altenpflegeheim in Dörnhagen: Mitarbeiterin Kerstin Döbler (hinten links) mit den Bewohnern Adolf Schaub (links) und Gisela Müller.

Wenn heute die Weihnachtskerzen leuchten, wird bei einigen sicherlich etwas Ruhe einkehren nach diesem turbulenten Jahr. So auch im Awo-Altenpflegeheim in Fuldabrück-Dörnhagen. Die Bewohner hören Geschichten und Weihnachtslieder, essen Kuchen und Plätzchen. Trotzdem bleibt ein „mulmiges Gefühl“ bei Einrichtungsleiterin Almuth Hanken.

Fuldabrück - Zwar sei das Pflegeheim bislang von Corona verschont geblieben. Doch manche der 48 Bewohner begehen das Fest nicht im Heim, sondern zuhause mit ihren Angehörigen. Ein Risiko, findet Hanken.

„Nicht dass man mich falsch versteht: Ich will keinem unterstellen, nicht richtig auf die Angehörigen zu achten“, sagt die Leiterin. Die Bewohner seien jedoch schlichtweg Risikopatienten. Für die Senioren und auch für das 57-köpfige Team habe die Leiterin die Verantwortung. Mit Covid-19 könne sich schließlich jeder infizieren – einen hundertprozentigen Schutz, sagt Hanken, gibt es nicht. Diese Gedanken bereiten ihr Sorgen.

Klar sei aber auch, dass sie keinem Bewohner Weihnachten mit den Angehörigen verwehren kann und will. „Das steht mir nicht zu.“ Gerade den Ältesten der Gesellschaft müsse man das Fest ermöglichen.

Verständnis für Bewohner und Angehörige

Dass sie diese Ansicht vertritt, hat wohl auch mit dem ersten Lockdown zu tun. Manche hätten ihre Angehörigen im Heim besuchen können – beieinander sein können über ein offenes Fenster. Alle hätten dafür Verständnis gehabt. Andere jedoch seien zuhause geblieben, aus Angst ihre Lieben im Heim anzustecken. „Darunter haben die Bewohner gelitten“, sagt Hanken. Die Angehörigen aber ebenso. Das hätte über Video-Anrufe ein wenig ausgeglichen werden können.

Mittlerweile, so sagt Hanken, habe sich eine gewisse Routine eingestellt. Angesichts der Lehren aus dem ersten Lockdown soll Weihnachten möglichst familiär stattfinden können. „Das kann man den Bewohnern einfach nicht nehmen.“

Nichtsdestotrotz herrsche wegen der hohen Fallzahlen eine gewisse Nervosität unter den Mitarbeitern. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, auch für Besuche von Angehörigen im Heim. Und sicherlich rücken heute bei Weihnachtsliedern und Plätzchen die Sorgen zumindest kurz in den Hintergrund. (Moritz Gorny)

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