2016 galt Südvariante für den Neubau als sicher 

Irritation um Bergshäuser Brücke: Bestehender Ausbau wird geprüft

Keinesfalls wird aktuell nur eine Südvariante für den geplanten Neubau der Bergshäuser Brücke geprüft. Laut der Deges kommt im Rahmen der Vorplanungen der jetzige Standort ebenso in Frage. 
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Keinesfalls wird aktuell nur eine Südvariante für den geplanten Neubau der Bergshäuser Brücke geprüft. Laut der Deges kommt im Rahmen der Vorplanungen der jetzige Standort ebenso in Frage. 

Fuldabrück. Für Verwirrung sorgen die jüngsten Äußerungen der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit Blick auf den geplanten Neubau der Bergshäuser Brücke.

Die Deges, die seit etwa anderthalb Jahren mit der Planung des A44-Brückenneubaus betraut ist, hatte gegenüber der HNA mitgeteilt, im Rahmen der Vorplanungsphase keineswegs nur eine Südvariante für den Brückenneubau zu prüfen. So werde ein Ausbau auf der jetzt bestehenden Trasse ebenfalls untersucht.

„Es ist genau diese Feststellung, die mich irritiert“, sagt dazu Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Anfang Dezember 2016 hatte der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon (Volkmarsen) noch mitgeteilt, dass es eine Süd-Trasse zwischen Bergshausen und Denn-/Dittershausen geben werde – und dass damit die A44-Brücke nach ihrem Abriss eben nicht mehr an derselben Stelle neu gebaut werde. Diese Entscheidung sei damals vom Bundesverkehrsministerium getroffen worden.

„Stattdessen teilte die Deges gegenüber der HNA kürzlich mit, dass weiterhin alles offen ist“, sagt Lengemann. Demnach stünde immer noch auch ein A44-Brückenneubau am jetzigen Standort zur Debatte. „Ich möchte gerne Klarheit in dieser Sache haben, denn auch die Fuldabrücker dürfte das sehr interessieren“, fordert Lengemann.

So habe er schon vor einigen Wochen eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium gerichtet. Jetzt hat Lengemann Antworten bekommen – sie sind textlich mit denen identisch, die auch die HNA nach eigener Recherche vom Ministerium erhalten hat.

So wird die Entscheidung für die Süd-Variante nun präzisiert. So habe sich 2016 das Bundesverkehrsministerium tatsächlich mit einer südlichen Verlegung der Bergshäuser Brücke einverstanden erklärt – allerdings unter der Voraussetzung, „dass diese Variante im Vergleich zu anderen Varianten wirtschaftlich ist und rechtssicher geplant werden kann“, teilt die Pressestelle des Bundesverkehrsministeriums mit.

Kann Südvariante geplant werden?

Genau hier liegt der Knackpunkt. Denn noch längst ist nicht klar, ob eine Südvariante auch wirklich rechtssicher geplant werden kann. Der Grund dafür sind noch viele offene Fragen – vor allem Fragen des Naturschutzes, die derzeit von der Deges im Rahmen der Vorplanungen für den Brückenneubau bearbeitet werden.

Dabei geht es darum, ob die Varianten im Untersuchungsgebiet umweltverträglich sind und ob sie dem Artenschutz und der FFH-Verträglichkeit gerecht werden. Unter anderem sei zu untersuchen, „ob eine Brückenquerung in der für den Vogelschutz hochsensiblen Fuldaaue möglich ist“, so das Ministerium. Es müsse letztlich belegt sein, dass die Verlegung nach Süden gegenüber dem jetzigen Brückenstandort in der Gesamtschau aller zu würdigender Aspekte vorzugswürdig ist.

Erst nach Klärung dieser Fragen, also mit Abschluss der Vorplanungen, werde eine Vorzugsvariante mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und offiziell festgelegt, heißt es bei der Deges. Wann es so weit ist, ist aktuell noch nicht absehbar.

Dann erst könne die sogenannte Entwurfsplanung beginnen. Dabei werden die bereits erarbeiteten Pläne weiter konkretisiert, um schließlich das eigentliche Planfeststellungsverfahren zur Erlangung der Baugenehmigung anstoßen zu können. Im Zuge dieser Planfeststellung wird auch die Öffentlichkeit beteiligt.

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