Damit es nicht mehr pfeift und rasselt

Lärmquellen beseitigen: Stahlbaufirma arbeitet an Bergshäuser Brücke

Arbeiten auf der Bergshäuser Brücke in Fuldabrück: Sisilica Cornel und Maioru Mihai von der Stahlbaufirma SSM sind hier gerade dabei, die Wartungsstege zu optimieren.
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Arbeiten auf der Bergshäuser Brücke in Fuldabrück: Sisilica Cornel und Maioru Mihai von der Stahlbaufirma SSM sind hier gerade dabei, die Wartungsstege zu optimieren.

An der Bergshäuser Brücke in Fuldabrück wird daran gearbeitet, Lärmquellen zu beseitigen.

Fuldabrück – Es pfeift, es rasselt, es klappert auf und unter der Bergshäuser Brücke in Fuldabrück – doch nicht mehr lange. So ist zumindest der Plan von Hessen Mobil und der Stahlbaufirma SSM aus der Nähe von Papenburg (Niedersachsen). Die Firma hat jetzt damit begonnen, die Lärmquellen der Brücke ausfindig zu machen und zu beheben. Die Arbeiten kosten etwa 700.000 Euro. „Aber das ist es am Ende wert. Wir wollen ja nicht eine Brücke ertüchtigen, und hinterher ist sie lauter als vorher“, sagt Thomas Ackerman von Hessen Mobil.

Denn wie berichtet, musste die Bergshäuser Brücke zum Teil saniert werden, damit sie die nächsten Jahre durchhält. Die Anwohner rund um das Bauwerk haben sich an den Arbeiten massiv gestört. Sie konnten wegen der hohen Lautstärke „im Sommer kein Fenster aufmachen und teilweise nicht schlafen“, berichteten die Fuldabrücker damals.

Die Firmen waren mit ihren Arbeiten fertig, der Lärm war aber immer noch da. Es sind sogar neue Geräuschquellen entstanden, die noch zu den schon bestehenden aufgrund des Alters der Brücke dazugekommen sind – sowohl auf der Fahrbahn als auch am Unterbau. Um Letzteres geht es bei den aktuellen Arbeiten, denn auf der Fahrbahn hat Hessen Mobil bereits Lärmquellen ermittelt und behoben. Und das wird aktuell gemacht:

Gitterroste an den Wartungsstegen

  • Das Problem: „Wenn Lastwagen über die Brücke fahren, klappern die Gitterroste der beiden Wartungsstege links und rechts unter der Brücke“, erklärt Marco Lingemann von Hessen Mobil.
  • Die Lösung: Da, wo die Gitter in der Schiene aufliegen, werden Gummistreifen eingeklebt. Zum Teil ist das auch schon passiert.

Steckgeländer an den Wartungsstegen

  • Das Problem: Die Verbindungen des Steckgeländers an den Wartungsstegen erzeugen ein metallisches, klapperndes Geräusch, wenn Lkw über die A 44-Brücke fahren.
  • Die Lösung: Zwischen die Verbindungen wird Mörtel eingefüllt, damit sie fest sind. „Mörtel ist hier die einzig richtige Wahl“, sagt Alexander Schubert, Bauleiter der Firma SSM. „Wenn wir die Verbindung anschweißen oder anschrauben würden, wäre der Korrosionsschutz nicht mehr gegeben, der Stahl würde also irgendwann rosten.“
Steckgeländer: In die Verbindungen wird Mörtel eingefüllt, damit das Material nicht mehr aneinanderschlägt. Thomas Ackermann von Hessen Mobil zeigt die Lärmquelle.

Drehtüren an den Wartungsstegen

  • Das Problem: Wenn die Türen zufallen, knallt Metall an Metall und es entsteht ein klapperndes Geräusch. „Da steht natürlich niemand unter der Brücke und macht das Geländer dauernd auf und zu“, sagt Lingemann. „Die Bewegung der Türen entsteht, wenn Lkw über die Brücke fahren oder es windig ist.“
  • Die Lösung: Es werden Gummipuffer an die Geländerelemente geschraubt. Auch das ist zum Teil schon erledigt.
Die Laufschienen schlagen gegeneinander: Deshalb werden die alten Stahllaschen abgeschnitten und neue mit Gummipuffer angebracht.

Schienenübergänge des Besichtigungswagens

  • Das Problem: Damit die Brücke regelmäßig auf mögliche Schäden kontrolliert werden kann, sind die Prüfingenieure nicht nur auf die Wartungsstege angewiesen. Sie benötigen auch einen Besichtigungswagen, in dem sie unter der Brücke hin und her fahren können. Die Laufschienen vibrieren jedoch und schlagen gegeneinander. Dadurch quietscht und klappert es.
  • Die Lösung: Die alten Stahllaschen, mit denen die einzelnen Schienen aneinander befestigt sind, werden abgeschnitten und neue mit Gummipuffer angebracht.

Übergangskonstruktion

  • Das Problem: An der Übergangskonstruktion am Brückenende ist eine Entwässerungsrinne angebracht, durch die der Regen ablaufen kann. Diese Rinne ist mit Blech eingehaust, das vorn und hinten offen ist. Dadurch wird der Schall ins Dorf geleitet. Außerdem klappert es an dieser Stelle, wenn Lkw auf die Brücke fahren.
  • Die Lösung: Die Einhausung soll geschlossen werden.

Unterspannung

  • Das Problem: Nach Aussage mehrerer Bewohner rund um die Brücke verursacht die Unterspannung (Litzenbündelseile) bei starkem Wind pfeifende Geräusche. „Wir haben die genaue Ursache hier aber noch nicht gefunden und sind noch auf der Suche“, erklärt Lingemann. (Theresa Novak)

Das sagt die Bürgerinitiative

„Wir sind zufrieden, wie die Gespräche mit Hessen Mobil laufen, der Umgang miteinander ist gut“, sagt Joachim Gries, Sprecher der Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“. Trotzdem finden wir, dass das Ganze etwas zäh verläuft und schneller gehen könnte. Die BI ist sich außerdem sicher, dass die beste Lösung eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Kilometer pro Stunde „24 Stunden, sieben Tage die Woche“ wäre. Die Höhe der Geschwindigkeit der Lkw auf der Brücke sei der größte Faktor beim Thema Lärm. „Die anderen Punkte wirken sich weniger stark aus“, so Gries.

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