Fuldabrück

Viele totgefahrene Eichhörnchen – Forderung nach Eichhörnchenbrücke wird laut

Niedlich und gern gesehen: Eichhörnchen sind allseits beliebte Tiere, für die sich viele einen besonderen Schutz wünschen.
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Niedlich und gern gesehen: Eichhörnchen sind allseits beliebte Tiere, für die sich viele einen besonderen Schutz wünschen.

In Fuldabrück im Kreis Kassel liegen immer wieder tote Eichhörnchen auf der Straße. Eine Eichhörnchenbrücke wird gefordert. Ein Biologe bezieht Stellung.

Fuldabrück – Von „ständig überfahrenen Eichhörnchen“, zum Beispiel in der Söhre, ist zurzeit in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Fuldabrück“ die Rede. Die Tiere liefen von der einen Seite des Waldes über die Landstraße von Dörnhagen Richtung Bergshausen zur anderen Seite.

Wohl, um mehr Futter zu finden, ist die Vermutung. Die Gemeinde solle doch mal über eine sogenannte Eichhörnchenbrücke nachdenken. Eine Eichhörnchenbrücke ist eine Seilbrücke, die zwischen Bäumen gespannt wird. Sie soll vor allem Eichhörnchen, aber auch Mardern und anderen Kleintieren, das gefahrlose Queren von Straßen ermöglichen. Es gibt bisher nur wenige in Deutschland, eine zum Beispiel in Trier.

Bürgermeister von Fuldabrück im Kreis Kassel reagiert auf Forderung nach Eichhörnchenbrücke

„Ich habe die Idee an Hessen Forst weitergegeben“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann auf HNA-Anfrage. „Denn die Straße ist eine Landesstraße und der Wald gehört ebenfalls dem Land Hessen.“

Petra Westphal, Leiterin des Forstamtes Melsungen, findet die Idee, eine Eichhörnchenbrücke zu spannen, grundsätzlich gut. Doch bisher sei das in der Söhre nicht geplant. „Wir sehen zwar zurzeit auch einige Eichhörnchen, haben aber nicht das Gefühl, dass besonders viele überfahren werden.“ Außerdem sei die Autobahn direkt neben dem Waldstück, in das die Tiere geführt werden sollen. „Das ist eine Gefahr.“ Laut Westphal gebe es keinen nennenswerten Grund, warum gerade so viele Tiere unterwegs sind. Man sehe mal mehr und mal weniger.

Tote Eichhörnchen in Fuldabrück: Biologe äußert sich zu Vorfällen

Ob Eichhörnchenbrücken sinnvoll sind, das müsste man im Einzelfall prüfen, sagt Naturschutzbiologe Christian Geske vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden. „Es ist wichtiger, dass der Lebensraum insgesamt für die Population stimmt, als der Umstand, dass ab und zu mal ein Tier überfahren wird.“

Eichhörnchen seien flink und überquerten die Straße eigentlich im Nu. „Anders sieht das zum Beispiel bei Igeln aus. „Da gibt es auch Untersuchungen drüber, dass diese Tiere vergleichsweise oft überfahren werden.“ Um Eichhörnchen genug Lebensraum zu bieten, könne man auch im eigenen Garten viel machen. „Pflanzen Sie Bäume, lassen Sie Ihre Gärten auch mal unordentlicher. In solch einem Umfeld fühlen sich die Tiere wohl.“

Warum im Moment so viele der Tiere gesehen werden, könnte an den trockenen Sommern in der Vergangenheit liegen. „Ich vermute, dass die Überlebenschancen für neugeborene Tiere höher sind, als wenn ein Sommer nass und kalt ist.“ (Theresa Novak)

Auch der Biber breitet sich derzeit in Fuldabrück und im Kreis Kassel aus. In den vergangenen fünf Jahren hat er die Region erobert, heißt es im Regierungspräsidium.

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