Kompaktes und leistungsfähiges Gerät

Doppelte Kraftfür Kläranlage - Neues Blockheizkraftwerk in Fuldabrück

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Die Kläranlage vor Denn-/Dittershausen: Links steht der neue Faulturm, der bereits im Herbst 2019 fertig wurde, rechts die neuen Technikgebäude mit Pumpenanlage und Gasreinigung und dahinter in Containerbauweise das neue Blockheizkraftwerk.

Sauber und steril sieht es aus in dem ausgebauten Schiffscontainer an der Fulda vor Denn-/Dittershausen. Darin brummt das neue Blockheizkraftwerk leise vor sich hin.

Fuldabrück – Nur wenn Abwassermeister Kay Humbs den Deckel öffnet, wird es laut. Das Blockheizkraftwerk ist Teil der Sanierung der Kläranlage Fuldabrücks. Erst im Herbst ist der neue 15 Meter hohe Faulturm fertig geworden, nun läuft auch das neue Blockheizkraftwerk im kompakten Container auf dem Gelände.

Die Energie, die durch das faulende Gas des Klärschlamms erzeugt wird, kann die Gemeinde nun vollständig nutzen. Das alte Heizkraftwerk sei nicht mehr ausreichend gewesen, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann. Es hatte schlichtweg nicht die Kapazität und so ging Energie verloren.

Das Neue ist nun doppelt so leistungsfähig. Elektrisch liegt die Leistung bei 30 KW. „Wir können das Gas komplett zu Strom verarbeiten“, erklärt Kay Humbs. Damit wird vor allem auch die Kläranlage betrieben: Zu 65 Prozent versorgt sie sich nun selbst. Bisher sei das nur zu 40 Prozent möglich gewesen.

Kompakt und leistungsfähig: Kay Humbs, Abwassermeister der Gemeinde, Heiko Völke und Michael Tölle (beide vom Ingenieurbüro Oppermann, von links) zeigen das neue Kraftwerk, das doppelt so stark ist, wie das alte.

Die Abwärme aus dem Prozess wird wiederum vollständig genutzt, zum Beispiel, um den Faulturm auf die benötigten 38 Grad zu erwärmen und das Betriebsgebäude auf dem Gelände zu beheizen. In zwei neuen Puffertanks, so Humbs, kann überschüssige Abwärme für die Heizung sogar gespeichert werden, wenn zu viel davon da ist.

Neu ist auch, dass das Klärgas aus dem Faulturm gereinigt wird. Ein Feinfilter und ein Filter mit Aktivkohle ziehen aus dem Gas beispielsweise Schwefel und Siloxane, Rückstände aus Kosmetika, die dem Blockheizkraftwerk schaden könnten.

Zwei sogenannte Schlammvoreindicker, zwei Silos, die hinter den neuen Gebäuden liegen, können eine größere Menge Klärschlamm speichern, falls mehr anfällt.

„Wir sind jetzt an der Grenze dessen, was die Anlage aufnehmen kann“, sagt Lengemann. Deshalb schmiedet er mit dem Vellmarer Ingenieurbüro Oppermann Pläne, eine parallel laufende Klärschiene aufzubauen, die den Klärschlamm reinigt, falls an der bestehenden Anlage etwas repariert werden muss. Die Anlage laufe nun schon seit über 35 Jahren, die Wahrscheinlichkeit, dass etwas ausfalle, wird laut Ingenieur Heiko Völke höher. Der Plan sieht vor, zu dem sogenannten Belebtschlammbecken und Nachklärbecken ein kombiniertes Becken zu bauen. Für diesen Ausbau rechnet die Gemeinde mit Ausgaben im siebenstelligen Bereich.

Der Bau des neuen Faulturms, das Technikgebäude und das neue Blockheizkraftwerk inklusive neue Schlammsilos hat die Gemeinde rund 2,1 Millionen Euro gekostet und eineinhalb Jahre gedauert.

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