Nach HNA-Artikel: Hessen Mobil hat sich den Krach vor Ort angehört

Noch keine Lösung für Lärmproblem bei Bergshäuser Brücke

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Fertig nach über einem Jahr Reparatur: Zumindest das Nordbauwerk der Brücke war so geschädigt, dass es auch nach der Sanierung nur noch mit einem Fahrstreifen belastet werden kann. Der Baulärm hatte die Anwohner sehr gestört, aber auch jetzt ist es rund um die Brücke laut. 

Seit Monaten leiden die Bergshäuser, die in der Nähe der A 44-Brücke wohnen, unter starker Lärmbelästigung.

Erst wurde der Krach durch die Sanierungsarbeiten zur Stabilisierung der Brücke verursacht. Jetzt wohl durch den Verkehr auf und die neuen Stahlseile zur Stabilisierung unter der Brücke, vermuten die Anwohner. Nach unserer Berichterstattung kam Bewegung in die Sache. Hessen Mobil hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

„In den vergangenen Monaten seit Jahresanfang war die Brücke ja für schwere Lkw gesperrt, sodass – abgesehen von dem Baulärm – die Lkw-Erschütterungen und die damit verbundenen Geräusche wegfielen. Nun sind diese aber wieder deutlich wahrnehmbar“, sagt Christina Röntgen, Regionale Bevollmächtigte bei Hessen Mobil.

„Wir haben uns ein Bild gemacht und den Geräuschpegel angehört. Aus unserer Sicht rühren die Geräusche nun aber weniger vom nördlichen Brückenteil her, mit der Stahlseilverspannung des neuen Pfeilers, sondern eher von der südlichen Brückenhälfte.“ Hier fahre auch der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer. Bei der Begehung des Besichtigungssteges, der sich zwei Meter unterhalb der Fahrbahn befinde, habe man das gut unterscheiden können.

„Dagegen fällt es sehr schwer, die verschiedenen Geräusche einem bestimmten Bauteil zuzuordnen“, sagt Röntgen. „Wenn das möglich wäre, könnte man einen Experten hinzuzuziehen, der sich dieses bestimmten Teils der Brücke dann annimmt. In der Folge könnten dann vielleicht auch Gegenmaßnahmen getroffen werden.“

Vorschläge wohl nicht umsetzbar

Wie berichtet, fordern die Anwohner der Brücke, dass die Situation verbessert wird – zum Beispiel durch Lärmschutzwände oder eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Brücke. Doch die Vorschläge sind laut Hessen Mobil nicht umsetzbar.

„Lärmschutzmaßnahmen wie Wände oder Ähnliches sind aus konstruktiven und statischen Gründen nicht machbar“, erklärt Röntgen. „Solche Wände haben ein sehr hohes Eigengewicht und würden damit die desolate Brücke weiter schädigen.“

Seit 2016 gelte aus Lärmschutzgründen auf der Bergshäuser Brücke eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw von 60 km/h von 22 Uhr bis 6 Uhr, für Pkw 80 km/h. Derzeit sei eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit nicht vorgesehen. „Es muss zuerst die Ursache der kritischen Geräusche herausgefunden werden, um dann eine technische Lösung zu finden, oder zielgerichtet wirksame verkehrliche Maßnahmen vorzusehen.“ Wann das soweit ist, ist derzeit noch unklar.

Eine weitere Idee der Anwohner ist es, den Lkw-Verkehr auf der Brücke weiter zu reduzieren – mit Nachtfahrverboten oder einem Verbot für Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen. „Was ein Fahrverbot für Lkw in diesem Abschnitt für das Kasseler Autobahnnetz bedeutet, ist ja aus dem vergangenen halben Jahr bekannt“, sagt Röntgen. 

„Die Trennung der Pkw und Lkw bedeutet eine dauerhafte Weigh-In-Motion-Anlage (Lkw-Waage) mit allen Konsequenzen und Nachteilen für das restliche Netz. Die Belastung auf der A 49 ist schon heute sehr grenzwertig und stauanfällig, sodass im Moment diese Lösung auf solch eine lange Dauer nicht denkbar ist.“

Abgeordnete fordern schnelles Handeln

Auch die Landtagsabgeordnete Manuela Strube (SPD) und der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) fordern „mit Nachdruck eine schnelle Lösung für die vom Lärm belästigten Anwohner“. Es könne nicht sein, dass die Anwohner nicht wissen, wie es mit den Lärmschutzmaßnahmen an der Brücke weitergeht, so Strube. „Dass die Lärmbelastung mit den Sanierungsmaßnahmen auch noch zugenommen hat, ist ein nicht hinnehmbarer Zustand. 

Eine Anfrage an Andreas Scheuer im Verkehrsministerium hat bis zum heutigen Tag zu keiner befriedigenden Lösung geführt – das muss sich ändern“, so die 39-jährige Baunatalerin. „Wir werden im Austausch mit Hessen Mobil über weitere Möglichkeiten diskutieren“, ergänzt Gremmels. „Ein runder Tisch, bei dem alle Optionen in Betracht gezogen und die Anwohner transparent in das Verfahren miteinbezogen werden, ist für uns das Mindeste. Die Anwohner müssen wissen, dass sie nicht alleine dastehen und wir uns weiterhin mit Hochdruck für eine Lösung einsetzen."

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