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Sozialstation Fuldabrück wird von Awo übernommen

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Von: Theresa Novak

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Die Sozialstation der Gemeinde Fuldabrück wird an die Awo Nordhessen übergeben. Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus in Dörnhagen beschlossen.

Die Awo Nordhessen übernimmt Anfang nächsten Jahres die Sozialstation Fuldabrück.
Die Awo Nordhessen übernimmt Anfang nächsten Jahres die Sozialstation Fuldabrück. ©  Sina schuldt/dpa

Fuldabrück – Wesentlicher Grund für den Betriebsübergang der Sozialstation ist, den Bestand des Pflegedienstes in Fuldabrück zu erhalten. Denn in der jüngeren Vergangenheit hatte die Gemeinde immer wieder mit Problemen zu kämpfen, genügend Personal zu finden und Krankheit oder Kündigungen von Mitarbeitern zu kompensieren. „Die Awo hat da einfach viel mehr Möglichkeiten, auf Ressourcen zurückzugreifen“, sagte Bürgermeister Dieter Lengemann.

Ein weiterer Punkt seien hohe Defizite, die die Gemeinde bisher in Kauf nehmen musste, um die Sozialstation erhalten zu können. „Wir haben das immer akzeptiert, aber optimal war das nicht“, sagte Lengemann.

Ebenso ein Problem sei, dass die Gemeinde nicht in Verhandlungen mit Pflegekassen treten durfte, um höhere Erträge zu erwirtschaften. Das sei aber dringend notwendig.

„Der Übergang unserer Sozialstation an die Awo ist eine Sache, bei der alle gewinnen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Minkel in der Sitzung. „Wir haben mit der Awo einen kompetenten, sozialen und fairen Partner gefunden. Das Paket, das die Verantwortlichen uns im Bezug auf die Übernahme vorgestellt haben, ist wirklich das Nonplusultra.“

Die Überforderung der Mitarbeiter der Sozialstation entfalle, weil die Awo auf ein großes Team zurückgreifen und so Personalprobleme besser lösen könne. Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter seien gesichert, die weitere Bezahlung nach Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvÖD) ebenso und auch die Zusatzversorgung, die sich die Angestellten erarbeitet haben, gehe nicht verloren. Außerdem ist vertraglich festgelegt, dass der Standort Fuldabrück erhalten bleibt und dass die Mitarbeiter nicht verpflichtet werden, in anderen Einrichtungen der Awo zu arbeiten.

„Das alles waren wesentliche Bedingungen, damit wir mit der Awo ins Geschäft kommen“, sagt Lengemann. Mit den 14 Mitarbeitern der Sozialstation seien im Vorfeld Gespräche geführt worden. Diese stünden dem Übergang positiv gegenüber, sagt der Bürgermeister, der darin auch Entlastung für die Pflegedienstleitung sieht. „Diese musste in der Vergangenheit administrative Aufgaben übernehmen, die jetzt entfallen werden.“

Die Kosten für die Patienten werden steigen, allerdings nicht sofort, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren. „Da die Awo keinen dauerhaft defizitären Geschäftsbetrieb übernehmen kann, erklärt sich die Gemeinde bereit, etwaige Verluste für die Geschäftsjahre 2023, 2024 und 2025 auszugleichen“, heißt es im Vertrag. Ab 2026 obliegt der Awo das alleinige wirtschaftliche Risiko.

Stichtag für den Übergang ist der 1. Januar 2023. (Theresa Novak)

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