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Fassungslos nach Sägeattacke: Unbekannte zerstören Bäume von Fuldabrücker Ehepaar

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Von: Theresa Novak

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Bernd Brede aus Bergshausen in seinem Garten mit den zerstörten Traubeneichen.
Trauer um Traubeneichen: Bernd Brede hatte viel Freude an seinen Bäumen und die Enkel immer wieder mit Fotos auf dem aktuellen Wachstumsstand gehalten. © Theresa Novak

Unfassbares ist einer Familie aus Fuldabrück passiert: Mitten in der Nacht haben unbekannte Täter fünf Bäume in ihrem Garten völlig zerstört und einen beschädigt. Warum, das weiß noch niemand. Die Polizei sucht nach Zeugen für die Tat.

Fuldabrück – Wut, Trauer, Fassungslosigkeit – mit diesen Worten beschreibt Bernd Brede aus Bergshausen die Gefühle, die seit dem vergangenen Wochenende seine Gedanken beherrschen. Bis dahin war noch alles in Ordnung. Brede ist mit seiner Frau bei einem ihrer vier Kinder auf Besuch in Niefern (Baden-Württemberg). Die schöne Zeit endet abrupt, als ein Nachbar anruft. „Bernd, mit deinen Bäumen im Garten stimmt irgendwas nicht“, sagt er am Telefon. Bredes lässt das keine Ruhe. Sie brechen ihren Besuch vorzeitig ab und machen sich auf den Weg nach Hause.

Das Ausmaß der Zerstörung wird erst klar, als das Ehepaar nach vier Stunden in Bergshausen ankommt. „Hier sah es aus, wie nach einem Bombenangriff. Fünf Traubeneichen waren gar nicht mehr zu retten, ein Apfelbaum ist beschädigt worden“, sagt Brede. „Der steht noch.“ Die Bäume waren drei bis vier Meter hoch, der älteste sechs Meter.

Der oder die unbekannten Täter hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag die Stämme der fünf Traubeneichen in Bredes Garten so weit angesägt, dass sie nur noch wenige Zentimeter miteinander verbunden waren. „Man kann sehen, dass hier mit einer elektrischen Säge vorgegangen wurde“, sagt Brede. „Den letzten Rest habe ich dann mit der Handsäge abgemacht.“

Besonders traurig für die Bergshäuser: Sie hatten die Traubeneichen extra für ihre fünf Enkelkinder gepflanzt. Für jedes Kind einen Baum. „Wir haben unserer Matilda (7 Jahre alt) per Videochat schon gezeigt, was mit ihrem Baum passiert ist. Sie hat gleich angefangen zu weinen. Das macht uns sehr betroffen.“

Trotzdem wird das Ehepaar keine neuen Bäume pflanzen. „Wir wollen das Ganze am liebsten vergessen und auch nichts mehr davon sehen. Die Reste kommen auch noch weg, damit wir mit dieser Geschichte hoffentlich bald abschließen können.“

Denn der Vorfall hat seine Spuren hinterlassen. „Wir machen uns natürlich viele Gedanken, wer da was gegen uns hat und warum derjenige das getan hat.“ An einen Zufall glauben Bredes nicht. „Man hört ja öfter von Vandalismus. Aber dass sich so was nur auf einen privaten Garten beschränkt und dann auch nur auf Bäume, ist doch eher unwahrscheinlich. Wir haben ja auch Blumenkübel und Deko-Elemente im Garten. Die sind nicht beschädigt worden.“

Über weitere Szenarien will die Familie gar nicht weiter nachdenken. „Da wird man nur verrückt.“

Angst beherrsche die Gedanken nicht, aber man sei schon aufmerksamer. „Heute Nacht bin ich um 4 Uhr aufgewacht und gleich mal zur Haustür raus, um nach dem Rechten zu sehen“, sagt Bernd Brede. Seine Frau Karin dagegen habe einen tiefen Schlaf.

„Ich war wegen der ganzen Aufregung in den vergangenen Tagen so müde, ich bin glücklicherweise immer sofort eingeschlafen“, sagt sie. Trotzdem nehme sie das alles ziemlich mit. „Ich will mein altes Leben zurück. Letzte Woche war noch alles normal und jetzt muss man sich Gedanken machen, warum einem jemand schaden will. Das ist schlimm.“

Das Ehepaar hat die Taten bei der Polizei angezeigt.

Das sagt die Polizei

„Im privaten Bereich sind uns vergleichbare Taten wie jetzt bei Familie Brede im Garten nicht bekannt“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. „Vandalismusschäden findet man sonst eher im öffentlichen Bereich.“ Wie in der Wiener Straße in Kassel, wo ein Täter seit Ende August fünf junge Linden mit einer Säge gefällt hat.

Ob die Tat in Bergshausen gegen Familie Brede persönlich gerichtet war, kann die Polizei laut Mänz nicht sagen. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Die Beamten seien in solch einem Fall zwingend auf Zeugen angewiesen. „Wenn jemand etwas Verdächtiges gesehen hat, soll er sich bitte melden.“ Einen Zeugenhinweis gebe es bereits aus der Nachbarschaft, doch dieser sei leider nicht der entscheidende. Es handele sich um eine vage Beschreibung einer Person, die sich zum ungefähren Tatzeitpunkt in der Nähe aufgehalten habe. (Theresa Novak)

Hinweise an die Polizei unter 05 61/91 00

Ein angesägter Baum im Garten von Bernd Brede aus Fuldabrück.
Nicht mehr zu retten. © privat

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