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Schutz vor Wassermassen: Fuldabrück beschließt Auflagen gegen Überflutung

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Von: Theresa Novak

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Kaufungen unter Wasser: Die Lossefluten reichten am 21. Mai 2019 bis zum Kaufunger Rathaus. Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahren zugenommen. archi
Kaufungen unter Wasser: Die Lossefluten reichten am 21. Mai 2019 bis zum Kaufunger Rathaus. Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahren zugenommen. archi © Tom Stier

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller, beschädigte Häuser – Starkregenereignisse häufen sich und wachsen sich teilweise zu Katastrophen aus. Neue Baugebiete in Fuldabrück sollen nun vor solchen Ereignissen geschützt werden.

Fuldabrück – In der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurde deshalb eine Niederschlagswassersatzung beschlossen. Solch eine Satzung gab es in Fuldarück vorher nicht. Laut Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) und Elmar Erdmann vom Planungsbüro pwf in Kassel soll es die erste Satzung dieser Art in der Region sein.

„Das Thema Wasser ist im Baugesetzbuch nicht ausreichend behandelt“, begründet Erdmann die Einführung der neuen Satzung. „Es ist leider nur ein kleiner Baustein für den erforderlichen Wandel hin zu einer wasserbewussten Kommune.“ Die Satzung regelt, welchen Beitrag künftige Grundstückseigentümer im neuen Baugebiet Südliche Schulstraße in Denn-/Dittershausen zum Thema Niederschlagswasser leisten müssen.

„Auf bebauten oder versiegelten Grundstücken fällt Regenwasser an und erfordert die Verantwortung jedes einzelnen Eigentümers“, sagt Erdmann. „Die Umsetzung einer dezentralen, naturnahen und nachhaltigen Bewirtschaftung des Niederschlagswassers ist eine gesellschaftliche Gesamtaufgabe, der wir uns stellen müssen.“ Man könne bei der Siedlungsentwicklung nicht einfach weitermachen wie zuvor. „Denn Katastrophen wie im Ahrtal werden wir weitere erleben, da bin ich sicher.“

Die Satzung beantworte Fragen zum Ableitungsweg, zur Ableitungsmenge, zur Versickerung, zur Regenwasserrückhaltung und zur Überflutungssicherheit für jedes Grundstück. In der Praxis heißt das, dass sich künftige Bauherren und deren Architekten mit all diesen Dingen auseinandersetzen müssen.

Möglichkeiten, die Satzung zu erfüllen, gibt es einige. „Eigentümer können zum Beispiel Zisternen einbauen, zusätzliche Wasserspeicher anlegen und versickerungsfähige Flächen erhalten. Da muss sich dann der Architekt Gedanken machen“, sagt Erdmann.

Die Regeln gelten zurzeit nur für das neue Baugebiet Südliche Schulstraße. „Sollten in Zukunft weitere Gebiete entstehen, soll die Satzung auch dort Anwendung finden“, sagt Lengemann. Fulda-brück hoffe, mit der Niederschlagswassersatzung neben dem positiven Beitrag für nachhaltige Gemeindeplanung auch ein Zeichen in Richtung Zukunft zu setzen. „Vielleicht ist das Beispiel Fuldabrück jetzt Stein des Anstoßes und wird auch andere Kommunen inspirieren“, sagt Erdmann. Es sei eine Win-Win-Situation für alle. „Es werden nicht nur der jeweilige Eigentümer und sein Besitz vor Überflutung geschützt, sondern auch etwas für die Wasserbilanz getan. Denn jede bebaute Fläche ist ein Eingriff in diese.“

Das Regenrückhaltebecken im neuen Baugebiet kann durch die neue Niederschlagswassersatzung kleiner geplant werden. „Also ist mehr Platz für Grundstücke und die Erschließungskosten insgesamt reduzieren sich“, sagt Lengemann.

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