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Unterstützerkreis Fuldabrück kümmert sich um Flüchtlinge

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Von: Theresa Novak

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Hans-Günter Franke (von links), Helga Gustke, Jürgen Kunze und Rüdiger Schmidt vom Unterstützerkreis Fuldabrück.
Haben Spaß daran, anderen zu helfen: Hans-Günter Franke (von links), Helga Gustke, Jürgen Kunze und Rüdiger Schmidt vom Unterstützerkreis Fuldabrück. © Theresa Novak

„Mein Leben ist so gut gelaufen, da möchte ich einfach was zurückgeben.“ So beschreibt Hans-Günter Franke aus Bergshausen seine Motivation, viel Zeit in ehrenamtliches Engagement zu investieren und anderen Menschen zu helfen.

Fuldabrück – Franke gehört zum Unterstützerkreis „Gemeinsam leben in Fuldabrück“. Der harte Kern besteht aus ihm und drei weiteren Fuldabrückern, die sich um die Flüchtlinge in der Gemeinde kümmern, sie mit Dingen wie Fahrrädern versorgen, Sprachkurse geben und ein sportliches Angebot machen.

Die Ehrenamtlichen haben sich 2015 zusammengeschlossen, als viele Flüchtlinge unter anderem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan in die Region kamen. „Bei einer Bürgerversammlung zu dem Thema waren ungefähr 80 Leute “, sagt Franke. „Am Ende sind etwa 25 übrig geblieben, die auch wirklich aktiv mitgeholfen haben.“ Jetzt, wo der Unterstützerkreis durch die Flüchtlinge aus der Ukraine noch mehr gefordert ist, engagieren sich laut Franke knapp 20 Personen.

Die Ehrenamtlichen kümmern sich seit 2015 um die Gemeinschaftsunterkünfte an der Industriestraße und am Oderweg in Bergshausen. Letztere ist zurzeit nicht belegt, das soll sich aber bald ändern. Dazu komme seit Beginn des Krieges in der Ukraine die Unterkunft an der Albert-Einstein-Straße, wo täglich Menschen ankommen, sich registrieren, und dann entweder einige Tage bleiben oder weiterziehen.

„Der Landkreis hat uns kontaktiert und um Unterstützung für die Ukraine-Flüchtlinge gebeten“, sagt Franke. „Der Vorteil war: Wir sind schon da, weil wir seit mehreren Jahren kontinuierlich zusammengeblieben sind und arbeiten.“

Der Unterstützerkreis bietet nun zum Beispiel Sprachunterricht für 10-16-jährige Ukrainer an und kümmert sich um die Annahme und Ausgabe von Spenden. „Mittlerweile sind wir erfahren“, sagt Franke. „2015, als wir mit der Flüchtlingsarbeit angefangen haben, war das ein Blindflug ohne Arbeitsanweisung.“

Zum Unterstützerkreis gehört auch Rüdiger Schmidt. Er ist verantwortlich für die Fahrradwerkstatt, in der er in den vergangenen Jahren „bestimmt 250 bis 300 Räder wieder hergerichtet“ hat, die dann an Flüchtlinge ausgegeben wurden. Er hat die Werkstatt mit aufgebaut und arbeitet dort mit zwei weiteren Ehrenamtlichen.

Ebenfalls von Anfang an dabei ist Helga Gustke. Sie bietet unter anderem Sprachunterricht an. Mitstreiter Jürgen Kunze ist Sportcoach und kümmert sich um alles, was mit Bewegung zu tun hat. Und Franke koordiniert viel und ist Ansprechpartner für Behörden wie den Landkreis. sagt er.

Alle sind sich einig, dass sie bei der Arbeit mit Flüchtlingen viel gelernt haben und dass „auch ganz viel zurück kommt“. Die Dankbarkeit sei groß. Und auch, wenn es mal nicht so gut läuft: „Die schlechten Erfahrungen treten in den Hintergrund“, sagen die Unterstützer. (Theresa Novak)

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