Behälter mit Krankendaten gibt es in vielen Haushalten

SOS-Dose im Kühlschrank  soll es Rettungskräften leichter machen

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Fühlt sich sicherer durch die Dose in ihrem Kühlschrank: Edith Horn aus Fuldabrück.

Waren viele vor einiger Zeit noch skeptisch und wussten nicht so richtig um den Nutzen der sogenannten SOS-Dose, ist sie mittlerweile in aller Munde und in zahlreiche Kühlschränke der Region eingezogen.

Eine rot- oder grün-weiße Plastikdose mit persönlichen medizinischen Daten, die man in den Kühlschrank stellt? Und die kann im Notfall dem Rettungsdienst helfen? Waren viele vor einiger Zeit noch skeptisch und wussten nicht so richtig um den Nutzen der sogenannten SOS-Dose, ist sie mittlerweile in aller Munde und in zahlreiche Kühlschränke der Region eingezogen.

Der Behälter enthält eine Art Patientenblatt, auf das der Besitzer seine persönlichen Daten einträgt, welche Allergien er hat und auf welche Medikamente er angewiesen ist. Außerdem kann die Blutgruppe, Krankengeschichte und Personen eingetragen werden, die im Notfall zu benachrichtigen sind.

Die Dose wird in der Kühlschranktür aufbewahrt, damit sie bei einem Notfall vom Rettungsdienst schnell gefunden werden kann. Damit der Rettungsdienst weiß, dass eine solche Dose vorhanden ist, bringt der Besitzer einen Aufkleber an der Eingangstür (innen) und einen zweiten an der Kühlschranktür (außen) an.

„Wir haben mal ganz klein angefangen“, sagt Gabriele Matzner vom Lions-Club Hanau Schloss Philippsruhe. Der Club hatte die Idee 2014 aus Irland mitgebracht und vertreibt die Dosen seitdem in Deutschland. „Die Bekanntheit der Dosen hat sich wie ein Schneeball sehr schnell vergrößert“, sagt Matzner.

Die 79-jährige Edith Horn lebt allein in Fuldabrück-Dittershausen und besitzt seit Kurzem ebenfalls eine Dose. Sie fühlt sich damit sicherer im Alltag und wenn sie allein im Haus ist. „Seit einer Lungenembolie im Jahr 2014 muss ich täglich den Blutverdünner Marcumar einnehmen“, sagt sie. „Das habe ich zum Beispiel auf dem Zettel in der Dose eingetragen.“ Diese Information ist für den Rettungsdienst sehr wichtig. „Wir müssen wissen, welche Medikamente der Patient nimmt“, sagt Bernd Roddewig, kommissarischer Bereichsleiter des ASB Regionalverbandes Kassel-Nordhessen. „Notfallmedizinisch außerdem relevant sind Vorerkrankungen und Allergien.“

Eine untergeordnete Rolle spiele zum Beispiel die Blutgruppe. „Der Rettungsdienst hat sowieso keine Blutkonserven dabei“, sagt Roddewig. „Außerdem dürfen sich Ärzte nicht auf die Angaben verlassen. Ohne vorigen Test erhält ein Patient niemals eine Bluttransfusion.“

Grundsätzlich findet Roddewig das System SOS-Dose sinnvoll. „Wir sind über alle Informationen froh, die wir bekommen und die uns weiterhelfen können.“ Doch in der Praxis komme sie gefühlt nicht oft zum Einsatz. „In fast allen Fällen gibt es eine Person, die uns im Notfall benachrichtigt, also den Rettungsdienst auch mit wichtigen Informationen über den Patienten versorgen kann. Oder der Patient ist eben selbst ansprechbar.“

Wenn der Rettungsdienst dagegen die Haustür einer Person gewaltsam öffnen muss, weil der Patient eben nicht mehr ansprechbar ist und die Tür nicht selbst öffnen kann, sehen die Kräfte das SOS-Dosen-Symbol oft nicht. „Und dann kommt natürlich auch niemand auf die Idee, im Kühlschrank nachzuschauen“, sagt Roddewig.

Wichtig sei aber trotzdem, dass die Mitarbeiter des Rettungsdienstes wissen, was eine SOS-Dose ist und was sie beinhaltet. „Unsere Einsatzkräfte sind auf jeden Fall informiert und wissen, was zu tun ist, wenn sie einen Hinweis an der Haustür finden.“

Service:Die SOS-Dose ist in allen HNA-Geschäftsstellen erhältlich. Für Abonnenten kostet eine Dose 4,90 Euro, Nicht-Abonnenten zahlen 6,90 Euro. Die Dosen der HNA sind grün-weiß.

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