Bald wird unter der Fulda gebohrt 

EAM ersetzt Freileitung zwischen Guntershausen und Dörnhagen durch Erdkabel

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Erst fräsen, dann unter der Fulda durchbohren: Die EAM ersetzt zwischen Guntershausen und Dörnhagen eine Freileitung durch ein Erdkabel. Das Foto zeigt Florian Obst (vorne links, Projektverantwortlicher), Marius Krass (dahinter, Bauüberwacher), Thomas Sippel von der Firma Hiebenthal aus Eschwege (hinten rechts) und Andreas Schneider, Leiter der EAM-Netzregion Baunatal. 

Fuldabrück/Baunatal. Die EAM will die Stromversorgung in der Region sicherer machen. Dafür werden zwischen Baunatal-Guntershausen und Fuldabrück-Dörnhagen rund 800 Meter Mittelspannungs-Freileitung durch ein 1000 Meter langes Erdkabel ersetzt.

„Dadurch erhöhen wir die Versorgungssicherheit und verbessern das Landschaftsbild in diesem Bereich“, sagt Andreas Schneider, Leiter der EAM-Netzregion Baunatal.

Die bisherige 20-kV-Freileitung führte durch eine Waldschneise und war dadurch vor allem bei Sturm leicht anfällig. „Wenn ein Baum umstürzt und auf die Leitung kracht, ist die Stromversorgung schnell mal gestört“, erklärt Schneider. Wenn die Kabel in der Erde liegen, „kann ihnen fast nichts mehr etwas anhaben, außer vielleicht ein Bagger“.

Eine besondere Herausforderung bei den Tiefbauarbeiten sei die 450 Meter lange Unterquerung der Fulda. Das passiere mit einem sogenannten Spülborverfahren, das die Firma Galjard GmbH aus Fulda-brück ausführt. Das neue Erdkabel wird dabei etwa fünf Meter unter der Fulda verlegt. Diese Arbeiten beginnen Anfang nächster Woche. „Dieses Verfahren schont die Natur und die Fische, weil wir unter der Fulda durchgehen und nicht direkt durch den Fluss hindurch“, sagt Schneider.

Bis dahin ist die Firma Hiebenthal aus Eschwege in vollem Einsatz. Gerade wird ein Graben im Bereich des alten Stellwerks in Guntershausen runter bis in die Fuldaauen gefräst. In diesen einen Meter tiefen und 40 Zentimeter breiten Graben werden Lehrrohre gelegt und diese rechts und links mit Sand verdichtet. „Das wird gemacht, damit sich das Rohr durch den Druck der Erde nicht zusammendrücken kann“, erklärt Thomas Sippel von der Firma Hiebenthal. Nach weiteren Lagen Verdichtungsmaterial wie Schotter und Sand wird die Erde an der Oberfläche glatt gezogen.

„Das ist die sinnvollste Technik, die wir hier anwenden können, weil sie schnell ist, sauber und nur ein geringer Eingriff in die Natur notwendig ist“, sagt Schneider von der EAM.

Ab den Fuldaauen wird dann unter dem Fluss bis auf die andere Seite durchgebohrt und noch mal ein Stück hoch bis in die Gemarkung von Dörnhagen. „Die neue Verkabelung sichert langfristig die Stromversorgung und macht sie weniger witterungsanfällig“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann. „Daher sind Investitionen der EAM auch ein Stück Zukunftssicherung für unsere beiden Kommunen“, ergänzt Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler.

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