Viermal im Jahr anlassbezogen erlaubt

Verkaufsoffener Sonntag im Kreis Kassel: Genehmigung für Öffnung ist schwierig

Besuchermagneten: Wenn Finke, Roller (Fuldabrück) und das Ratio-Land in Hertingshausen sonntags ihre Türen öffnen, wird meist viel eingekauft. Wer an diesen Tagen einen Parkplatz vor den Geschäften sucht, braucht etwas Geduld. 2 Fot os: Novak/Archivfoto: Kühling

Fuldabrück/Vellmar/Baunatal. Wenn Geschäfte wie das Möbelhaus Finke in Bergshausen oder das Ratio-Land in Hertingshausen ausnahmsweise sonntags öffnen, sind Besuchermassen zu erwarten.

Menschen strömen in die Läden, weil sie in der Woche wenig Zeit für entspanntes Bummeln und Einkaufen finden. Doch diese verkaufsoffenen Sonntage müssen von den jeweiligen Gemeinden erst genehmigt werden – und das ist seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2015 noch schwieriger geworden.

„Die Voraussetzungen, die im Hessischen Ladenöffnungsgesetz (HLöG) geregelt sind, sind ungeeignet“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann. Die regeln nämlich, dass nur aus Anlass von Märkten, Messen, örtlichen Festen und ähnlichen Veranstaltungen Sonntagsöffnungen genehmigt werden dürfen. „Das bereitet enorme Schwierigkeiten.“

Lengemann fordert, dass Geschäfte unabhängig von Festen und Messen viermal im Jahr sonntags öffnen dürfen. „Die Welt hat sich geändert, der Internethandel ermöglicht es, sieben Tage in der Woche zu jeder Zeit einzukaufen. Mit den Sonderöffnungen sollen die Geschäfte gestärkt und nicht die Mitarbeiter bestraft werden.“

Die Stadt Vellmar bestätigt ebenfalls, dass die Hürden für Sonntagsöffnungen höher geworden sind. „Durch das Gesetz ist eine Genehmigung relavtiv schwierig geworden“, sagt Thomas Raffler vom Ordnungsamt. Ob und wann dieses Jahr Vellmarer Geschäfte wie der Herkulesmarkt oder Möbel Bolte sonntags öffnen können, sei noch nicht abzusehen, denn: „Bisher hat noch kein einziges Geschäft einen Antrag gestellt.“

Beliebtes Einkaufscentrum: Das Ratio-Land in Baunatal ist ein Publikumsmagnet in der Region.

Baunatal ist mit seinen Geschäften in der Innenstadt und dem Ratio-Land im Stadtteil Hertingshausen ebenfalls ein Magnet, der in der Vergangenheit immer wieder viel Publikum mit offenen Ladentüren am Sonntag lockte. Auch dort weiß man im Rathaus um die Schwierigkeit des Gesetzes um die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen. „Es ist alles aufwendiger geworden“, sagt die Erste Stadträtin Silke Engler. „Wir müssen nun im kommenden Jahr sehen, wie wir mit der Regelung umgehen.“ In der Innenstadt waren die Geschäfte 2017 zweimal an Sonntagen geöffnet, das Ratio-Land einmal. „Das geschieht unabhängig voneinander.“

Für die Geschäfte sind Sonntagsöffnungen nach Aussage eines Sprechers des Ratio-Landes sehr wichtig. „Der Internethandel genießt mit Öffnungszeiten von 24 Stunden an allen Tagen des Jahres einen großen Wettbewerbsvorteil. Dem kann der stationäre Einzelhändler mit einigen wenigen anlassbezogenen Sonntagsöffnungen zumindest teilweise entgegenwirken.“ Die verkaufsoffenen Sonntage im Ratio seien stets gut besucht gewesen. Da das Center an diesen Tagen aber nur fünf Stunden geöffnet hat, sei ein Vergleich mit regulären Verkaufstagen nicht möglich.

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