„Das ist eine Schweinerei"

Vier illegal entsorgte Müllhaufen liegen seit Wochen bei Fuldabrück im Wald

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Hier wurde Spielzeug abgeladen: An einer Stelle im Wald im Bereich Kiliansblick sehen Spaziergänger zurzeit viel rosa. Dieser Müllhaufen ist einer von vieren.

Wut, Empörung und Unverständnis empfinden zurzeit Spaziergänger, die im Wald bei Fuldabrück unterwegs sind. Vier große Müllhaufen sind dort illegal entsorgt worden. 

„Das ist ja nicht zu fassen, so eine Schweinerei“, schreibt zum Beispiel eine Fuldabrückerin auf Facebook. Die Müllhaufen lassen darauf schließen, dass jemand zu Hause renoviert hat und seinen Unrat einfach im Wald abgeladen hat: Rosa Plastikspielzeug, Puppen, Farbeimer, Glaselemente einer Dusche und noch viel mehr liegen seit mehreren Wochen in der Natur.

Das Problem ist für die Gemeinde Söhrewald, zu der das Waldgebiet gehört, nicht neu. „Es handelt sich dabei leider um eine Ecke, wo illegale Müllablagerung seit Jahren immer wieder passiert“, sagt Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel. „Saisonal gibt es zwar Unterschiede, aber man kann sagen, dass wir monatlich ein bis zwei Container Müll aus dem Gebiet herausholen und entsorgen müssen. Es ist ein echtes Dilemma, weil die Verursacher normalerweise schwer zu ermitteln sind.“

Ein weiterer Müllhaufen im Bereich Kiliansblick bei Fuldabrück. 

Steisel hat deshalb mehrfach gefordert, die Wege, die von der Landstraße zwischen Fuldabrück-Dörnhagen und Bergshausen (ehemalige B 83) rechts ab in den Wald führen, mit Schranken zu versehen. „So könnten wir verhindern, dass dort jeder einfach hineinfahren kann.“

Laut Steisel ist Hessen Forst aber nicht bereit, dort Schranken anzubringen. „Deshalb räumen wir den illegalen Müll aus dem Wald auch nicht mehr weg“, so der Rathauschef. Denn dass die Gemeinde Söhrewald in der Vergangenheit dazu immer bereit war, sei nur guter Wille gewesen. „Eigentlich ist Hessen Forst für die Entsorgung zuständig, weil das Waldgebiet zu deren Zuständigkeitsbereich gehört“, sagt Steisel.

Ein weiterer Müllhaufen im Bereich Kiliansblick bei Fuldabrück. 

Für Hessen Forst ist die Frage nach der Zuständigkeit unstrittig. „Wir sind dafür verantwortlich und entsorgen den Müll“, sagt Petra Westphal, Leiterin des Forstamtes Melsungen. „Ich gehe davon aus, dass der Unrat nächste Woche weg ist.“ Zu den geforderten Schranken sagt sie: „Wir werden uns mit der Gemeinde in Verbindung setzen und die Sache besprechen.“

"Jetzt passiert was"

Der Müll liegt nun bereits mehrere Wochen im Wald. „Die Sache fiel jetzt in die Urlaubszeit, außerdem war der Revierleiter krank“, erklärt Westphal. „Aber jetzt passiert was.“

Mehrere Fuldabrücker wollten sich wegen der langen Zeit an die Polizei wenden. Doch die Behörde ist die falsche Adresse. „Wir sind nur zuständig, wenn es um Gefahrenabwehr geht“, erklärt Polizeisprecher Matthias Mänz.

Westphal appelliert indes an Waldbesucher, die Augen offenzuhalten und illegale Müllentsorgungen sofort weiterzugeben. „Am besten ist, wenn es Zeugen gibt, die die Sache beobachtet haben. Dann gibt es eindeutige Hinweise.“

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