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Vorsicht an der Biberburg in Fuldabrück

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Von: Theresa Novak

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Biberspuren am Ufer der Fulda bei Bergshausen: Selbst, wenn man die Tiere nicht sieht, weisen diese Spuren unmissverständlich auf die Tiere hin.
Biberspuren am Ufer der Fulda bei Bergshausen: Selbst, wenn man die Tiere nicht sieht, weisen diese Spuren unmissverständlich auf die Tiere hin. © Theresa Novak

Der Biber ist in der Region auf dem Vormarsch. Unter anderem in Fuldabrück an der Bergshäuser Brücke und der Fußgängerbrücke sind die Tiere und die von ihnen hinterlassenen Spuren zurzeit immer wieder sichtbar.

Der Biber ist wieder heimisch und in der Region auf dem Vormarsch. Unter anderem in Fuldabrück im Bereich zwischen der Bergshäuser Brücke und der Fußgängerbrücke sind die Tiere und die von ihnen hinterlassenen Spuren zurzeit immer wieder sichtbar.

Eigentlich kann der Biber dort ungestört leben. Doch ob das mit Beginn der Wassersportsaison auch so bleibt, da ist sich Joachim Gries, Betreiber der Fulle Marie in Bergshausen, nicht so sicher.

„Die Leute, die hier mit dem Boot entlangfahren, müssen auf den Biber aufmerksam gemacht werden, damit sie ihn nicht stören“, sagt Gries, der selbst ein Event-Floß und Kanus vermietet. Deshalb wolle er – wenn möglich – ein Schild aufstellen, das auf die Tiere hinweist.

„Natürlich kann man auf Biber in Form von Schildern hinweisen und um die Wahrung von Abstand bitten“, sagt Katrin Walmanns, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Kassel als Obere Naturschutzbehörde. Ein solches Schild könne mit dem RP abgestimmt werden. Das Aufstellen von Schildern sei jedoch grundsätzlich mit dem jeweiligen Eigentümer der Flächen abzustimmen. Der Uferbereich sei meist im Besitz der Gemeinden.

Zur Frage, ob der Wassersport die Ansiedlung von Bibern beeinträchtigt, gebe es keine generelle Aussage. „Denn sowohl die Biberreviere als auch die Flüsse sind unterschiedlich“, sagt Walmanns. „Allgemein gültig ist aber, dass von Biberburgen Abstand zu halten ist. Die Ufer in dem Bereich sind nicht zu betreten, sodass es zu keinen Störungen oder Beschädigungen der Wohnstätten kommen kann.“ Das sei verboten.

Da die Tiere eher dämmerungs- und nachtaktiv seien, begegne man sich eher weniger. „Natürlich kann es vorkommen, dass einzelne Tiere auch tagsüber aktiv sind. Da gilt, wie bei allen Wildtieren, respektvollen Abstand zu halten.“

Mark Harthun, Biberexperte beim Nabu Hessen, ist optimistisch, dass die Tiere an der Fulda in Fuldabrück bleiben und sich nicht besonders von Anglern, Kanuten und Bootsfahrern beeindrucken lassen werden. „Der Biber ist nachtaktiv. Wenn also die Menschen ihren Freizeitbeschäftigungen auf der Fulda nachgehen, versteckt er sich normalerweise sowieso.“ Abgesehen davon seien die Tiere eher unempfindlich.

„Natürlich sollte man sich an die Regeln halten und nicht mit lauter Musik und hohem Tempo auf dem Fluss langrasen“, sagt Harthun. „Aber das versteht sich in der Natur sowieso von selbst.“

Wichtig sei, dass die Wohnburg der Biber in Sicherheit ist und „nicht darauf herumgetrampelt wird“. Der Hinweis auf Biber mittels eines Schildes sei eine gute Idee, um alle, die den Bereich der Fulda nutzen, zu sensibilisieren.

Über die Ansiedlung des Bibers in Bergshausen informiert sind auch die Angler. „Wir stören den Biber nicht und er stört uns nicht“, sagt Erhard Hirdes vom Angelverein Hassia Fuldabrück. „Friedliche Koexistens würde ich das nennen.“ Der Angelsport sei ja sowieso eine ruhige Beschäftigung und man fahre mit Booten langsam und vorsichtig.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel habe bislang noch keine Erkenntnisse über Probleme zwischen Wassersportlern und Bibern. „Wir freuen uns, dass die Tiere da sind“, erklärt Sprecher Harald Kühlborn.

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