Tiere verursachen Ärger und Kosten

Wildschweine zerwühlten zwei Sportplätze

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10 000 Euro Schaden: Der Platz ist zwar eingezäunt, für die Tiere war das aber offenbar kein Hindernis.

Zwei zerwühlte Sportplätze sind die offensichtliche Bilanz von wiederholten Wildschweinbesuchen in Fuldabrück-Bergshausen.

Einer der beiden Sportplätze nahe des Waldrandes war sogar umzäunt – die Tiere haben sich laut Bürgermeister Dieter Lengemann einfach darunter durchgedrückt. Der Schaden: 10.000 Euro. Lengemann vermutet, dass die Wildschweinpopulation zu hoch ist und fordert deshalb „eine deutliche Reduzierung der Tiere“.

Doch laut Forstämtern gibt es sogar weniger Wildschweine, als im vergangenen Jahr. „Die ersten Jagden in der Saison haben gezeigt, dass die Population doch nicht so hoch ist, wie es zu vermuten war“, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Matthias Dumm vom Forstamt Hessisch Lichtenau stimmt zu: „Die Situation ist im Bezug auf die Tiere derzeit entspannt.“

Warum Wildschweine in Fuldabrück trotzdem immer wieder für Ärger sorgen, erklärt Dumm so: „Sie suchen nach Engerlingen im Rasen, die an den Graswurzeln fressen.“ Wildschweine suchen Maden im Gras, obwohl es im Wald wegen des trockenen Sommers ein großes Nahrungsangebot gibt. „Die Tiere müssen sich aber ausgewogen ernähren, ihnen reichen die Eicheln und Bucheckern aus dem Wald nicht. Sie brauchen auch tierisches Eiweiß.“

Dass es sich bei der Verwüstung der beiden Sportplätze in Fuldabrück um dieselben Tiere handelt, glaubt Uwe Zindel nicht – weil die Zerstörung an verschiedenen Tagen passiert ist. „Wildschweine vagabundieren. Sie kommen an einen Ort und verschwinden wieder. Sie legen bis zu 30 Kilometer in einer Nacht zurück.“

Während der Jagdsaison 2017/2018 sind beim Landkreis Kassel 2620 erlegte Wildschweine gemeldet worden. Zum Vergleich: 2012/2013 waren es 3416. „Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr“, sagt Sprecher Harald Kühlborn, „bisher hat sie sich zwischen 2300 und 3416 bewegt.“

Abschusspläne (Pläne, die festlegen, wie viele Tiere zu erlegen sind) gibt es für Wildschweine nicht. „Wir geben uns aber Mühe, möglichst viele zu erlegen, damit es nicht zu viele werden“, sagt Herbert Bachmann von den Hessenjägern Kassel. „Das klappt aber nicht immer.“ Denn oft hätten Jäger keinen Erfolg. „Viele können sich auf der Jagd zum Beispiel nicht die ganze Nacht um die Ohren schlagen, weil sie berufstätig sind."

Weil es auch immer mehr Unfälle mit Wildschweinen gibt, wurde ein Pilotprojekt gestartet, dass Zusammenstößte zwischen Autos und den Tieren verhindern soll.

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