Hightech-Gerät für die Kleinsten

Ärzte-Ehepaar in Fuldatal ist spezialisiert auf Pränataldiagnostik

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Können mit dem Hightech-Ultraschallgerät alles ganz genau sehen: Prof. Dr. Daniel Beyer und seine Frau Dr. Feriel Amari sind Experten für Pränataldiagnostik und gynäkologische Onkologie. 

Die Frauenärzte Dr. Ferial Amari und Prof. Dr. Daniel Beyer sind Experten für Pränataldiagnostik und gynäkologische Onkologie und haben nach vielen Jahren der Spezialisierung an verschiedenen Kliniken in Deutschland die Frauenarztpraxis von Dr. Bernd Kloss in Ihringshausen übernommen. 

Sie haben oft die Koffer gepackt in den vergangenen 20 Jahren. Marburg, Münster, Kaiserslautern und Lübeck – die Frauenärzte Dr. Ferial Amari und Prof. Dr. Daniel Beyer haben in Kliniken in ganz Deutschland gearbeitet und viele schöne Städte gesehen, wie sie sagen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich nach Nordhessen zurückkehre“, sagt Amari, die in Fritzlar aufwuchs. Doch seit Anfang des Jahres hat sie gemeinsam mit ihrem Mann, der aus Homberg stammt, die Frauenarztpraxis von Dr. Bernd Kloss in Ihringshausen übernommen und beide sind sich einig: Es war der richtige Schritt, wieder zurück in die Heimat zu kommen. „Wir fühlen uns total wohl.“

Aber nicht nur für sie ist es ein Gewinn, zurück zu sein, sondern auch die Region profitiert von den beiden Heimkehrern. Denn die Ärzte sind Experten für Pränataldiagnostik und gynäkologische Onkologie und bieten damit eine Spezialisation an, die Schwangere in dieser Region sonst nur an zwei Kliniken in Kassel finden können. Beyer, der unter anderem Chefarzt der Frauenklinik des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern war und eine Professur an der Universität Lübeck hat, ist spezialisiert auf Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. In der Praxis in Ihringshausen befindet sich deshalb nun auch ein neu gestalteter Raum, in dem an Krebs erkrankte Patientinnen eine Chemotherapie bekommen können und während der strapaziösen Therapie Ruhe finden können. „Uns ist persönliche Medizin wichtig“, betont Beyer.

Seine Frau hat eine Zusatzausbildung in der Organfeindiagnostik von Föten. Sie ist ein sogenannter „Degum II zertifizierter Arzt“, von denen es in und um Kassel mit Dr. Wouter Simoens am Diakonissen-Krankenhaus und Dr. Andreas Worms am Klinikum Kassel nur zwei weitere in dieser Region gibt.

Ein spezielles Gerät ist für ihre Arbeit nötig

Um ihre Spezialisierungen auch als niedergelassene Ärzte ausüben zu können, war jedoch ein spezielles, hochauflösendes und ziemlich teures High-End-Ultraschallgerät nötig. „Das ist sozusagen der Mercedes unter den Ultraschallgeräten“, erklärt Amari. Ohne Unterstützung hätten sie das Gerät nicht anschaffen können. Die bekam das Ärztepaar vom Landkreis Kassel in Form von 19 200 Euro aus Mitteln der Regionalförderung, da es eine zusätzliche Ausbildungsstelle geschaffen und so die notwendigen Voraussetzungen zur Förderung von Kleinstunternehmen erfüllt hat. Insgesamt arbeiten nun vier Mitarbeiter im Praxis-Team.

Mit dem neuen Gerät kann Amari die Föten genau untersuchen – Gefäße, die Schlagadern, Leber, Magen, Darm und Wirbelsäule. „Wir können zum Beispiel sehen, wie die Herzklappen schlagen“, sagt die 44-Jährige. Die erste Feindiagnostik des Kindes kann theoretisch schon ab der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, wenn es irgendwelche Auffälligkeiten gibt. „Wenn es um die Ultraschalldiagnostik bei ungeborenen Babys geht, braucht es Hightech“, sagt auch ihr Mann, „denn die Organe sind zum Teil nur wenige Millimeter groß“.

Standort ideal für die Familie

Was das Ärzteteam anbietet, finden Patienten sonst nur in großen Kliniken. Jahrelang haben sie an solchen Kliniken gearbeitet, aber mit drei kleinen Töchtern war irgendwann der Wunsch gewachsen, näher an der Familie zu sein, um Karriere und Familie besser vereinen zu können.

Fünf Jahre hat das Ärztepaar nach einer passenden Praxis gesucht, um sich niederzulassen. Als dann im Februar 2018 bekannt wurde, dass Bernd Kloss seine Praxis aufgeben würde, war ihnen schnell klar, dass sie hier den richtigen Ort gefunden hatten. „Die Praxis ist gut durchdacht, die Anbindung und die Infrastruktur sind super“, sagt Beyer. Sie seien im Landkreis und trotzdem vor den Toren der Stadt. „Das hat uns gereizt.“

Vor allem die beiden Großmütter wird es freuen. Die müssen jetzt nicht mehr viele Kilometer fahren, um die Kinder und Enkeltöchter zu besuchen.

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