Schwimmer missachteten Badeverbot am Bühl

Andrang vor Freibädern im Landkreis Kassel an heißem Wochenende

Auch vor dem Schwimmbad sollten die Gäste auf Abstand achten: Die Schlange vor dem Waldschwimmbad in Ihringshausen am Samstag um 10.50 Uhr, kurz bevor das Bad seine Türen öffnete.
+
Auch vor dem Schwimmbad sollten die Gäste auf Abstand achten: Die Schlange vor dem Waldschwimmbad in Ihringshausen am Samstag um 10.50 Uhr, kurz bevor das Bad seine Türen öffnete.

Bei Temperaturen von über 35 Grad zog es viele in den vergangenen Tagen an die Seen und Freibäder in der Region – so viele, dass in den Freibädern die coronabedingten Ampeln überall durchgehend Rot leuchteten.

Fuldatal

„In den letzten vier Tagen was das Schwimmbad immer voll“, sagt Martin Knopp, Fachbereichsleiter für Tiefbau, Straßenunterhaltung und Wasserversorgung der Gemeinde Fuldatal. Größere Probleme habe es aber keine gegeben. Am Samstagvormittag hatte sich zwar eine lange Schlange vor dem Schwimmbad gebildet, doch das war kurz vor der Öffnung des Bads um 11 Uhr. Die Besucher warteten auf Einlass. „Beim Verkauf der Einzeltickets bilden sich recht zügig Schlangen“, erklärt Knopp.

Natürlich sollten die Besucher auch hier – ebenso wie im Bad – die Abstandsregeln einhalten. Aber vor dem Bad müssten die Leute selber dafür Verantwortung übernehmen. „Jeder weiß, das er Abstand einhalten muss. Wir können das nicht kontrollieren“, erklärt Knopp.

Maximal 735 Personen dürfen gleichzeitig ins Schwimmbad. „In normalen Jahren lassen wir an heißen Tagen 2500 Leute rein“, sagt Knopp. Deshalb laufe im Freibad derzeit alles ganz entspannt ab, weil sich alle an die Hygiene- und Abstandsregeln halten würden.

Eine maximale Aufenthaltsdauer gibt es in Fuldatal indes nicht. Die Gemeinde hat sich dagegen entschieden. Das führt dazu, dass sich mitunter Schlangen vor dem Freibad bilden. Doch um genau das zu verhindern, hat die Gemeinde die Einlass-Ampel auf ihrer Webseite installiert, die regelmäßig anzeigt, ob noch genügend Platz vorhanden ist oder nicht. „Bestenfalls schaut man zu Hause schon, ob es sich lohnt, zum Schwimmbad zu fahren“, empfiehlt Knopp.

Zusätzlich hat die Gemeinde eine Absperrung direkt hinter dem Parkplatz an der Gesamtschule angebracht. Wenn dort die Mitarbeiter der Gemeinde mit Flatterband den Weg zum Schwimmbad absperren, ist klar: Hier geht nichts mehr. „Die Leute sollen schon am Parkplatz sehen, ob es sich lohnt oder nicht“, sagt Knopp. Stehen die Gäste jedoch bis zur Kasse, dann wird noch ins Freibad eingelassen.

Lohfelden

Auch im Freibad Lohfelden stand die Ampel in den vergangenen Tagen oft schon am Vormittag auf Rot, sagt Schwimmmeister Dirk Greve. Während die Lage gestern entspannt und im Bad reichlich Platz vorhanden war, hätten am Wochenende mitunter bis zu 100 Leute auf Einlass gewartet.

Auf den Ansturm sei man allerdings eingestellt gewesen, das Sicherheitspersonal sei aufgestockt worden. Immer wieder seien die Leute auf die geltenden Abstandsregeln hingewiesen worden. „Wir haben Sie auch gebeten, nach Hause zu gehen und es am späten Nachmittag zu versuchen. Da sind die Chancen reinzukommen höher“, sagt Greve. Schließlich habe das Bad bis 20.30 Uhr geöffnet. Allerdings sei dieser Hinweis nicht immer auf fruchtbaren Boden gefallen, teils hätten die Menschen schlecht gelaunt in der senkenden Hitze ausgeharrt.

Denn wie in Fuldatal dürfen auch in Lohfelden die maximal 600 Gäste solange im Bad bleiben, wie sie wollen, was die meisten schätzen: „Wir haben momentan viele Besucher aus Kassel, die mit der dortigen Regeln unzufrieden sind“, sagt Greve. Warum die Regeln in Landkreis und Stadt so unterschiedlich seien, sei nicht nachvollziehbar. In Kassel muss man Zeitfenster buchen. Das ist in Lohfelden nicht notwendig. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Facebook- oder Instagram-Seite des Bades, beziehungsweise ein Anruf bei der Hotline. Denn dort erfährt man immer, ob gerade noch Platz ist.

Der Bühl in Ahnatal ist kein offizieller Bade-, sondern ein Natursee. Trotzdem ist er bei Schwimmern beliebt. Da der Uferbereich aber sehr begrenzt ist, hatte die Gemeinde schon im Frühsommer beschlossen, den See für Schwimmer zu sperren – zumindest zwischen 10.30 Uhr und 4 Uhr (wir berichteten). Doch gerade in den vergangenen Tagen haben sich viele nicht an das Verbot gehalten.

„Samstag- und Sonntagnachmittag war es ziemlich voll“, sagt Christian Viereck, Mitarbeiter der Ordnungsbehörde in Ahnatal. Bis zu 150 Personen seien an beiden Tagen je am See gewesen. Die Barken, die die Gemeinde an den Zugängen zum Bühl aufgestellt hatte, waren verschwunden. „Aber die Leute haben Verständnis, wenn wir sie auffordern, zu gehen“, sagt Viereck. Schwierigkeiten habe es keine gegeben.

Einige Gäste seien von anderen Seen in der Region gekommen, weil die überfüllt gewesen seien. „Uns blutet auch das Herz, wenn wir die Leute wegschicken müssen, aber es geht nicht anders“, sagt Viereck. (Amira El Ahl und Michaela Pflug)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.