Bäume vom Borkenkäfer befallen

Bäume in Fuldatal gefällt - Anwohner haben Angst um brütende Vögel

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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat den Kampf gegen den Borkenkäfer aufgenommen und will Forstarbeiten durchführen. Dieses Totholz wurde jetzt entfernt 

Darf man in der Brut- und Setzzeit Bäume fällen und damit den Tod von Küken in Kauf nehmen? Diese Frage stellen sich Anwohner in Fuldatal.

 „Am Montagmorgen hörten wir plötzlich die Kettensägen“, sagt Ute Reiter, die unweit der Bundespolizei an der Niedervellmarschen Straße wohnt. Erst einen Tag später flatterte die Antwort in ihren Briefkasten: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat den Kampf gegen den Borkenkäfer aufgenommen und will Forstarbeiten durchführen.

Naturschützer geben Erlaubnis

Und das darf sie auch, sagt die Untere Naturschutzbehörde. Wenn wie hier gegen Schädlingsbefall gefällt wird, dann gehöre das zum guten forstwirtschaftlichen Vorgehen, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Allerdings gebe es zwei Ausnahmen. Hecken dürfen in der Zeit vom 1. März bis 30. September nicht abgeschnitten oder kurz über dem Boden gekappt werden. Und: „Wenn dort ein Vogel nistet, dann darf der Baum aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht gefällt werden.“

Bäume müssen gefällt und abtransportiert werden 

„Selbstverständlich beachtet die Bima bei den anstehenden Arbeiten die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes“, sagt deren Sprecher Thorsten Grützner. Noch sei aber gar nicht gefällt worden, lediglich Totholz sei abtransportiert worden. „Die abgestorbenen und zum Teil bereits entnadelten Fichten stellen für Vögel gar kein geeignetes Bruthabitat dar“, sagt Grützner. Momentan werde untersucht, inwieweit das Gelände durch Kampfmittel belastet ist, die die späteren Arbeiten behindern könnten.

Die Bima habe innerhalb und außerhalb der Bundespolizei-Liegenschaft an zahlreichen Bäumen Borkenkäfer-Befall festgestellt. Um den weiteren Baumbestand zu schützen und die Population des Käfers einzudämmen, müssen demnächst befallene Bäume gefällt und zügig abtransportiert werden. „Damit kommt die Bima auch ihrer Verkehrssicherungspflicht für die Liegenschaft nach, damit niemand durch umstürzende Bäume zu Schaden kommt“, erklärt Grützner.

Keine Genehmigung notwendig 

Die eigentlichen Arbeiten werde der Bundesforst voraussichtlich ab Juni durchführen. Die dortigen Experten haben laut Grützner keine forstrechtlichen Bedenken. Darüber hinaus werde die Untere Naturschutzbehörde vor Beginn der eigentlichen Fällarbeiten informiert und beteiligt.

Eine Genehmigung zum Baumfällen braucht die Bima nicht. Das ist nicht überall so: Die Stadt Kassel hat zum Beispiel eine Baumschutzsatzung. „Unseres Wissens gibt es so etwas in den Kreiskommunen allerdings nicht“, erklärt Kreissprecher Kühlborn.

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