Nach Rewe-Bau blieben Reste auf Privatgrundstück zurück

Bauschutt vermüllt Fuldataler Grundstück

Heiner und Simone Stein aus Rothwesten, hoffen, dass ihr Grundstück endlich wieder so aussieht, wie vorher. Seit dem Bau des neuen Rewe-Marktes ist die Baustraße geblieben, dabei war vereinbart, dass sie zurückgebaut wird.
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Heiner und Simone Stein aus Rothwesten, hoffen, dass ihr Grundstück endlich wieder so aussieht, wie vorher. Seit dem Bau des neuen Rewe-Marktes ist die Baustraße geblieben, dabei war vereinbart, dass sie zurückgebaut wird.

Im Juli hat der neue Rewe-Markt in Fuldatal-Rothwesten eröffnet. Die Spuren des Baus sind noch immer zu sehen, wenn auch erst auf den zweiten Blick: Hinter dem Markt ist eine Baustraße geblieben.

Raureif liegt auf dem Gestrüpp, das dort mittlerweile wächst. Auch auf dem Hügel mit Schutt sind weiße Kristalle zu sehen. Ein Großteil der Baustraße liegt allerdings auf dem Privatgrundstück der Steins. Sie hatten dem Investor aus Passau ihren Weg zwischen den beiden Grundstücken zur Verfügung gestellt, schildern sie. Jetzt warten sie seit fast einem halben Jahr darauf, dass der Bauschutt verschwindet und der Investor ihren Grasweg wieder so herstellt, wie er vorher war. Bislang ohne Erfolg.

„Es ist doch für die Baufirma eigentlich kein Problem, das hier alles abzukratzen und wieder einzuebnen“, sagt Heiner Stein verständnislos. Mittlerweile ist die Baufirma aber längst abgerückt. Und damit auch die Hoffnung der Steins, dass ihr Weg wieder das ist, was er früher war: ein befahrbarer Grünstreifen.

Dabei hatten die Steins sogar einen Vertrag mit dem Investor abgeschlossen. Als klar war, dass die Baufirma den Weg der Steins neben der Baustelle braucht, hat Heiner Stein die Initiative ergriffen und den Kontakt gesucht. Das Ehepaar kannte den Investor nach einem Infoabend der Gemeinde bereits persönlich, der Umgang sei immer freundlich gewesen. In einem Vertrag habe man vereinbart, das Grundstück in der Bauphase dem Investor zu Verfügung zu stellen. Dafür verpflichte dieser sich, nach Abschluss wieder den ursprünglichen Zustand herzustellen. Doch seit der Abschlussbegehung im Oktober passiere nichts mehr. Obwohl Simone Stein zwei Mal wöchentlich in Passau anruft. Mittlerweile haben die Steins einen Anwalt eingeschaltet.

Heiner Stein hat bis Oktober 2020 auf seinem Hof als Landwirt gearbeitet und Ackerbau betrieben. Seine Maschinen stehen noch in der Halle neben der Baustraße. „Ein Glück, dass ich das aufgegeben habe“, sagt der 61-Jährige, denn mit den Maschinen wäre es zu gefährlich, den unbefestigten Weg zu nutzen.

Aus dem Bauschutt neben seiner Fahrzeughalle hat Heiner Stein auch einzelne Elektroteile herausgefischt. Metalle seien darin zu finden. Der Schutt sei das Abrissmaterial des alten Rewe-Marktes. Auch deshalb wollen er und seine Frau nicht, dass all das auf ihrem Grundstück liegen bleibt. Es sei nicht klar, welcher Sondermüll sich darin noch verberge.

Im Grunde hatten die Steins nichts dagegen, dass ihre Fläche von der Baufirma genutzt wurde. Zu Beginn hatten sie den Bauarbeitern sogar ihren Wasseranschluss für Betonarbeiten zur Verfügung gestellt. Aber jetzt sei die Vereinbarung ausgenutzt worden, sagt Simone Stein. Keiner der beiden kann nachvollziehen, aus welchem Grund der Bauschutt liegen bleibt. Als Abfalldeponie wollen sie ihr Grundstück nicht hergeben.

Das sagt der Investor: „Ich versteh die Eile nicht“, sagt Investor Heinz Waldherr. Die beauftragte Baufirma habe Steine und Schotter aufgeschüttet und diese nach Abschluss der Arbeiten auch wegräumen sollen. Das sei nicht geschehen und so habe er Geld einbehalten. Das soll verwendet werden um den ursprünglichen Zustand im Frühjahr, wenn es das Wetter zulasse, wiederherzustellen. Das habe er den Betroffenen auch so kommuniziert.

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