„Wir liefern Technik und Manpower“

Nach Unwetter-Katastrophe: Bundespolizei Fuldatal koordiniert Fluthilfe

Dramatische Szenen erlebten auch die Luftrettungsspezialisten der Bundespolizei: Am Donnerstag retteten sie eine 
92-jährige Frau, die von den Fluten eingeschlossen worden war. Aufgenommen wurde das Bild aus dem Helikopter.
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Dramatische Szenen erlebten auch die Luftrettungsspezialisten der Bundespolizei: Am Donnerstag retteten sie eine 92-jährige Frau, die von den Fluten eingeschlossen worden war. Aufgenommen wurde das Bild aus dem Helikopter.

Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beschäftigt auch Menschen in der Region - etwa die Bundesbereitschaftspolizei im Kreis Kassel.

Fuldatal – Ständig klingeln die Telefone im Einsatzstab der Direktion Bundesbereitschaftspolizei in Fuldatal im Kreis Kassel. Im Hintergrund flimmern die Bilder der Flut über die Leinwand. Nach den schweren Unwettern werden weiterhin viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz* vermisst.

Sechs Mitarbeiter sind aktuell rund um die Uhr im Dienst. Denn von Fuldatal aus werden die Einsätze der Bundespolizei koordiniert (lesen Sie hier, welche Helfer aus Kassel und dem Landkreis im Einsatz sind). Diese wird auch bei Naturkatastrophen aktiv, um Kräfte vor Ort zu unterstützen.

Am anderen Ende der Apparate sind dann zum Beispiel Mitarbeiter der betroffenen Landkreise. „Die melden uns ihren Bedarf und wir liefern Technik und Manpower“, erklärt der leitende Polizeidirektor Wolfgang Schäfer, „da kommt dann zum Beispiel die Anfrage nach Booten“. Besonders gefragt seien Hubschrauber und Spezialkräfte, die Menschen von Hausdächern retten können. Auch Spezialfahrzeuge mit hoher Wattiefe, um in die überfluteten Gebiete vordringen zu können, werden in die betroffenen Gebiete geschickt.

Unwetter-Katastrophe: Helfer aus dem Kreis Kassel werden angefordert

Aber nicht nur Technik wird gebraucht, sondern auch Helfer. Innerhalb weniger Stunden seien am Donnerstag (15.07.2021) 800 Bundespolizisten aus ganz Deutschland einsatzbereit gewesen, sagt Pressesprecher Dennis Goldbeck. 650 von ihnen sind bereits vor Ort, erklärt Schäfer. Sie sollen bei Rettung und Bergung helfen, Sandsäcke schleppen, aufräumen und bei der Bedienung der Technik helfen. Sie sind aber auch im Gebäudeschutz aktiv. „Leider gibt es schon Plünderungen“, sagt Schäfer dazu.

Es ist ein besonderer Einsatz, mit dem jeder unterschiedlich umgehe, sagt Schäfer. Für Polizisten, die etwa nach der Bergung von Toten Gesprächsbedarf haben, werde aktuell eine Anlaufstelle eingerichtet, wo speziell ausgebildete Kollegen und Seelsorger bereitstehen.

Bundesbereitschaftspolizei wird auch bei Naturkatastrophen aktiv

Normalerweise koordiniert der Führungsstab Großeinsätze bei Politgipfeln wie G 7 oder G 20, bei Terroranschlägen oder Fußballspielen. Aber auch Naturkatastrophen gehören dazu. „Vor zwei Jahren waren wir bei der Schneekatastrophe in Bayern aktiv. Unser letzter Hochwassereinsatz war 2013 in Deggendorf“, sagt Goldbeck. Die Dauer der Einsätze sei ganz unterschiedlich, sagt Schäfer. „Solange Bedarf da ist, sind wir aktiv.“ (Michaela Pflug)

Die flutartige Unwetter sorgen für dramatische Szenen in vielen Orten Deutschlands. In einem Video ist eine spektakuläre Rettung zu sehen. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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