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Fast 100 Bürger bei Infoveranstaltung: Fuldataler wollen Erhalt des Waldschwimmbades

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Wie sieht die Zukunft des Waldschwimmbads in Ihringshausen aus? Darüber diskutierten Bürger und Bürgermeister bei einer Info-Veranstaltung im Fuldataler Rathaus.
Wie sieht die Zukunft des Waldschwimmbads in Ihringshausen aus? Darüber diskutierten Bürger und Bürgermeister bei einer Info-Veranstaltung im Fuldataler Rathaus. © Ruth Brosche

Der Bürgermeister informierte über die Zukunft des Waldschwimmbads in Ihringshausen. Ein Förderverein soll die Lösung für das Schwimmbad sein, dessen Besucherzahlen zuletzt stark zurückgingen.

Fuldatal – Die Vellmarer haben es vorgemacht, nun ziehen auch die Fuldataler Bürger nach. Um das Waldschwimmbad in Ihringshausen vor der Schließung zu bewahren, soll ein Förderverein gegründet werden. Das war das Ergebnis einer Info-Veranstaltung, zu der die Gemeinde am Mittwochabend ins Rathaus geladen hatte.

Dass das Thema Waldschwimmbad ein emotionales ist, zeigte sich schon daran, dass fast 100 Besucher zu der Veranstaltung gekommen waren, die bis auf den Flur saßen, um sich die Präsentation von Bürgermeister Karsten Schreiber zur Zukunft des Schwimmbads anzuhören. „Ich bin total begeistert, wie viele heute hier sind“, sagte Alexander Lorch (CDU), der wie einige andere Parlamentsmitglieder an der Veranstaltung teilnahm. „Das ist ein sehr deutliches Signal, das ich in der Vergangenheit vermisst habe.“

Denn am Ende sind es die Mitglieder des Gemeindeparlaments, die darüber entscheiden müssen, wie es mit dem Bad weitergeht, weil sie über das Budget der Gemeinde entscheiden. Das betonte auch Schreiber in seinen Ausführungen. Der präsentierte den Anwesenden keine Lösungen des Problems, sondern gab mit Zahlen, Daten und Fakten einen Überblick über den Istzustand und einen Ausblick in die Zukunft.

Die Endabrechnung für die gerade zu Ende gegangene Schwimmbadsaison liege zwar noch nicht vor, sagte der Rathauschef, aber soviel stehe schon fest: „Wir planen, den Schwimmbadbetrieb 2022 mit knapp 500 000 Euro an Steuergeldern zu subventionieren.“ Schreiber verdeutlichte mit einem Beispiel, was das in der Konsequenz bedeute: „Wenn der Bürgermeister an der Tür des Bads jedem Besucher zehn Euro in die Hand geben würde, hätten wir noch Geld gespart.“

Denn während die Ausgaben stetig steigen, zum Beispiel durch kontinuierlichen Sanierungsbedarf und die derzeitigen Kostensteigerungen bei Gas, Strom und Wasser, sinken auf der anderen Seite die Besucherzahlen seit Jahren stetig. „Wir hatten mal über 100 000 Besucher im Jahr, jetzt sind es knapp 50 000.“ Damit verringere sich eben auch die einzige Einnahmequelle des Bads.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Bad nur eine von vielen kommunalen Einrichtungen ist, und die Verwaltung vor dem Dilemma steht, dass im kommenden Jahr vieles sehr viel teurer werden wird. Im Entwurf des Haushalts 2023 fehlen derzeit noch 1,35 Millionen Euro. In dieser Form ist der Haushalt nicht genehmigungsfähig, da er ausgeglichen sein muss. Irgendwo muss also gespart werden oder mehr eingenommen werden.

Das heißt für die Zukunft des Freibads: „Erst wenn es eine Entscheidung zum Haushalt gibt, wissen wir, ob das Bad im nächsten Jahr wieder aufmacht“, sagte Schreiber. Das sei für das Parlament kein leichter Schritt. „Mit dem Herz wollen wir alle das Bad erhalten, der Kopf sagt, es geht aber nicht, und der Bauch ist irgendwo dazwischen“, beantwortete Schreiber die Frage eines Zuhörers, der wissen wollte, ob mit der Gründung eines Fördervereins die Zukunft des Bads sichergestellt sei.

Karsten Schreiber Bürgermeister Fuldatal
Karsten Schreiber Bürgermeister Fuldatal © Privat

Die Lösung könne nur aus vielen verschiedenen Bausteinen bestehen, sagte Schreiber. Einer sei das ehrenamtliche Engagement der Bürger in einem Förderverein. Aber auch die Erhöhung der Eintrittspreise, der alle im Raum zustimmten, und eine mögliche Zusammenarbeit mit Vellmar wurden diskutiert. Auch eine Umlage auf alle Bürger wurde von einem Zuhörer ins Spiel gebracht. Doch um das Defizit der Gemeinde auszugleichen, müsste die Grundsteuer auf über 1000 Punkte erhöht werden. „Wir fordern Solidarität in einer Phase, in der die Menschen von allen Seiten unter Druck stehen“, gab Schreiber zu bedenken. Das sei vielen nicht zu vermitteln.

Nun wird es erst einmal im Januar einen Termin für die Gründung des Fördervereins geben. Und eins wurde schon am Mittwochabend klar: Unter vielen Weihnachtsbäumen wird in diesem Jahr eine Dauerkarte für das Freibad in Ihringshausen liegen.

Wer Interesse daran hat, Mitglied im Förderverein zu werden, wendet sich per Mail an: info@fuldatal.de

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