1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Fuldatal

Erste Geflüchtete angekommen - Fritz-Erler-Anlage wieder in Betrieb

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Moritz Gorny

Kommentare

Ankommen und auspacken: Rund 50 Geflüchtete sind jetzt in der Erstaufnahme in Fuldatal-Rothwesten eingetroffen. Weitere Menschen sollen in den kommenden Tagen die Unterkünfte in der Fritz-Erler-Anlage beziehen.
Ankommen und auspacken: Rund 50 Geflüchtete sind jetzt in der Erstaufnahme in Fuldatal-Rothwesten eingetroffen. Weitere Menschen sollen in den kommenden Tagen die Unterkünfte in der Fritz-Erler-Anlage beziehen. © Moritz Gorny

Rund 50 Geflüchtete sind in Fuldatal-Rothwesten (Kreis Kassel) angekommen – die Erstaufnahme in der Fritz-Erler-Anlage ist damit wieder in Betrieb.

Fuldatal – Um 10.38 Uhr öffnet sich die Schranke an der Fritz-Erler-Anlage: Ein Fahrzeug der Johanniter fährt vorneweg, darauf folgt ein Reisebus mit getönten Scheiben und einem Anhänger. Etwa zehn Sicherheitsmitarbeiter lassen die Fahrzeuge passieren. Eine Polizeistreife bleibt vor dem Gelände der Erstaufnahme in Rothwesten stehen. Junge Frauen und Männer steigen mit ein paar Kindern aus. Sie hieven Koffer, Müllbeutel und große Taschen aus dem Anhänger.

Dienstagvormittag (29.03.2022) sind rund 50 Geflüchtete in dem Fuldataler Ortsteil angekommen – die Erstaufnahme ist damit wieder in Betrieb. Laut einem Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Gießen kommen in den nächsten Tagen noch weitere Geflüchtete hinzu. Zu Beginn werden 130 bis 140 Menschen in der ehemaligen Kaserne und der derzeitigen Unterkunft des Landes Hessen untergebracht, künftig bis zu 600, teilt der Sprecher mit.

Flüchtlinge im Kreis Kassel angekommen

Bei den ersten Ankömmlingen handelt es sich demnach nicht um Menschen, die vor dem Ukraine-Konflikt geflohen sind. Sie kommen aus Afghanistan, der Türkei, Syrien, Irak sowie Somalia und Nigeria. Zuletzt waren sie in einer Jugendherberge in Kassel untergebracht. Der Vertrag dort läuft laut RP-Sprecher allerdings zum Monatsende aus, sodass eine andere Bleibe für sie gesucht und in Fuldatal gefunden wurde.

Zuletzt sei der Bedarf an Platz für Geflüchtete deutlich gestiegen, hieß es vom RP Gießen. So blieben Flüchtlinge länger in der Erstaufnahme. Gleichzeitig seien zuletzt wieder mehr Menschen über die Mittelmeerroute und dann Belarus eingereist. Obendrein habe sich der Platzbedarf durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine erhöht.

Unterkunft für Flüchtlinge im Kreis Kassel: Fritz-Erler-Anlage zunächst für zwei Jahre gemietet

In Rothwesten sollen laut RP sechs Wohngebäude zur Verfügung stehen. Ein Wirtschaftsgebäude werde ebenfalls reaktiviert, für die Küche und Speisesäle, in denen drei Mal täglich Essen ausgegeben wird. Hier befindet sich auch ein Medizinbereich mit einer Ambulanzsprechstunde. Auch ein Quarantänebereich stehe zur Verfügung.

Die Gebäude der ehemaligen Kaserne sind zunächst für zwei Jahre von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gemietet. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Ebenfalls unklar ist, ob künftig ehrenamtliche Helfer oder Sachspenden benötigt werden, sagte der RP-Sprecher. Zunächst müsse etwas Alltag einkehren. Mit der Zeit könnten sich die Mitarbeiter vor Ort ein genaueres Bild machen, was und wer gebraucht wird. Bei Bedarf wolle sich das RP an die Öffentlichkeit wenden.

Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) machte deutlich, dass die Gemeinde schon Routine in Sachen Flüchtlinge habe. Das erleichtere die Arbeit in der Verwaltung. Von Vorteil sei auch die Tatsache, dass die Menschen dieses Mal bereits registriert sind. „Damals mussten sie noch persönlich ins Rathaus kommen. Das wäre jetzt coronabedingt herausfordernd geworden“, sagt Schreiber. Er hoffe, dass sich zu gegebener Zeit auch wieder Helfer finden, die sich engagieren. (Moritz Gorny)

Seit einigen Tagen können Flüchtlinge aus der Ukraine im Kreis Kassel Termine für die Registrierung buchen. Zudem sucht der Kreis Kassel dringend Wohnraum für die Menschen aus der Ukraine.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion