Deutsche Glasfaser hinkt im Zeitplan hinterher

Fuldatal: Das schnelle Internet kommt langsam

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Auch in Fuldatals Nachbarkommune Espenau wird Glasfaser verlegt: Das Bild zeigt notdürftig verfüllte Glasfaser-Gräben im Weimarer Weg, die später noch ordentlich von der Deutschen Glasfaser versiegelt werden sollen. 

Schlechte Nachrichten für Internetnutzer in Fuldatal: Die Deutsche Glasfaser hinkt im Zeitplan hinterher - der Ausbau des schnellen Netzes verzögert sich.

Fuldatal –  Ein Glasfaser-Anschluss ist alternativlos. So sieht es zumindest Temmo Dittmer, der in der Versicherungsvermittlung tätig ist und meist von zu Hause arbeitet. „Da bin ich auf ein verlässliches Internet angewiesen“, sagt der Simmershäuser.

Darum war es für ihn auch gar keine Frage, einen Internet-Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abzuschließen, die dort seit fast genau einem Jahr den Glasfaser-Ausbau plant.

Doch jetzt – so sieht es zumindest Dittmer – stockt der Ausbau. In Rothwesten scheint nach einer ersten Tiefbauphase nichts mehr voranzugehen und in Simmershausen wurde nach Angaben von Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber bisher lediglich der Hauptverteiler, der sogenannte PoP (Point of Presence) aufgebaut. Kabel liegen darin aber bisher keine.

Im September vergangenen Jahres hatte die Deutsche Glasfaser noch verkündet, dass die Fuldataler schon im ersten Quartal 2019 mit dem schnellen Netz surfen könnten. „Bei der Vertragsunterzeichnung wurde uns ein Zeitplan vorgelegt, nachdem Rothwesten und Simmershausen bereits seit zwei Monaten an der Glasfaser angeschlossen wären“, sagt Schreiber. Davon sind die Ortsteile weit entfernt.

Ärger in Fuldatal ist groß

Für den Fuldataler Rathauschef ist das ein großes Ärgernis. „Ich sehe mich außerstande, unserer Bevölkerung irgendeinen konkreten Termin zu nennen.“ In Rothwesten liegen nach Auskunft aus dem Rathaus bereits in allen Straßen Leerrohre und auch die Hauptachsenrohre sind nahezu komplett verlegt. Zudem werden nach Angaben der Deutschen Glasfaser dort auch mittlerweile seit Mitte Juni Hausbegehungen gemacht.

In Rothwesten hatte der Bau eine Zeit geruht, weil es laut Schreiber erhebliche Probleme bei den Arbeiten gegeben hatte. So sei zum Beispiel das Pflaster nicht richtig gesetzt worden, an einer Stelle hätten die Rückenstützen am Bordstein gefehlt und auch Baustellen-Absicherungen seien fehlerhaft gewesen. „Diese Sachmängel wurden dokumentiert“, sagt Schreiber, und das Mängelprotokoll mittlerweile von der Deutschen Glasfaser abgearbeitet. Für den Baustart in Simmershausen habe er vor Behebung der Mängel kein grünes Licht gegeben. „Ich werfe der Deutschen Glasfaser vor, dass sie überall anfangen und nichts fertigmachen.“

Auch in Simmershausen hätte längst Glasfaser liegen sollen – wenn die Deutsche Glasfaser im ursprünglichen Zeitplan geblieben wäre. Dort wird seit Mitte Mai die Kasseler Straße saniert. „Jetzt müssen wir gemeinsam den Ausbau koordinieren“, sagt Schreiber.

Nur in den ausgewiesenen Umleitungen, dem Hopfenbergweg und der Bergbreite seien derzeit keine zusätzlichen Arbeiten möglich, um den Verkehr nicht zusätzlich zu belasten. „Aber in 90 Prozent des Ortes können sie bauen.“

Verwaltung mahnt die Deutsche Glasfaser regelmäßig an

Vonseiten der Verwaltung würde das Unternehmen immer wieder angemahnt, Bauzeitpläne einzuhalten. Die Vermutung des Bürgermeisters: Das Unternehmen habe sich scheinbar deutlich mit dem Ausbauvolumen verhoben.

Denn nicht nur in Fuldatal verlegt die Deutsche Glasfaser derzeit Glasfaserrohe für schnelles Internet. Auch in Espenau und Immenhausen wird schon seit einigen Monaten gearbeitet, und auch in Ahnatal soll es demnächst mit dem Ausbau losgehen. „Ihr Schwerpunkt scheint auf der Neu-Akquise zu liegen“, sagt Temmo Dittmer.

Er bemängelt auch die schlechte Kommunikation der Glasfaser mit ihren Kunden. Das Unternehmen könne die Zweifel ihrer Kunden zerstreuen, wenn es zum Beispiel in Rothwesten endlich vorangehen würde. „Dann“, sagt Dittmer, „glaube ich auch wieder“.

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