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Fuldataler Planschbecken verliert Wasser

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Irgendwo ist ein Leck: Martin Knopp (links) von der Gemeinde und Schwimmmeister Oliver Schmidt (links) zeigen auf den Plänen des Bads, wo die Wasserleitungen unter dem Planschbecken verlaufen.
Irgendwo ist ein Leck: Martin Knopp (links) von der Gemeinde und Schwimmmeister Oliver Schmidt (links) zeigen auf den Plänen des Bads, wo die Wasserleitungen unter dem Planschbecken verlaufen. © Amira El Ahl

Im Planschbecken des Fuldataler Waldschwimmbads gibt es ein Leck. Orten lässt es sich allerdings nicht.

Wer erinnert sich nicht an Sommertage in der Kindheit, als man im Planschbecken des Freibads eben stundenlang das machte, was der Name schon vorgibt: planschen. Inklusive Schrumpelhaut und blau angelaufener Lippen. Berechnungen von Wasserverlust durch Verdrängung und Schleppwasser waren da das letzte, was man im Kopf hatte.

Aber genau das gehört zur täglichen Arbeit von Schwimmmeister Oliver Schmidt. Würde das Planschbecken im Waldschwimmbad in Ihringshausen nur Wasser durch Verdrängung und Schleppwasser verlieren, wäre Schmidt ganz entspannt. Denn das passiert in einem Schwimmbad immer: Also wenn man mit seinem nassen Badeanzug aus dem Becken steigt und auf dem heißen Pflaster große Pfützen hinterlässt oder ein Schwung Wasser aus dem Becken schwappt, weil gerade zu viele Menschen gleichzeitig ins Becken springen.

Das Planschbecken in Ihringshausen aber verliert auch dann Wasser, wenn gar niemand im Becken ist, und zwar etwa fünf bis zehn Kubikmeter am Tag. „Irgendwo ist eine Leitung undicht, wir wissen aber nicht, wo genau“, sagt Schmidt. Zwar wurde schon eine Kamerabefahrung der Leitungen gemacht, aber das Kanalsystem unter den Becken ist so komplex, dass nicht alle Ecken mit der Kamera erreicht werden konnten, sagt Martin Knopp, Fachbereichsleiter Tiefbau, Straßenunterhaltung und Wasserversorgung der Gemeinde Fuldatal.

Das Leck im Planschbecken war einer der Punkte, die in den Haushaltsberatungen der Gemeinde angeführt wurde, um den hohen Investitionsbedarf des Freibads zu unterstreichen. Etwa 400 000 Euro gibt die Gemeinde jährlich für die Unterhaltung des Bads aus, doch da sind größere Investitionen wie eine Sanierung des Planschbeckens noch nicht mit eingerechnet.

Denn das Problem beim Kinderbecken ist: Um das Leck zu finden, müsste das gesamte Becken aufgemacht werden, also nicht nur die Beckenauskleidung entfernt, sondern auch der Beton aufgestemmt werden. Und zwar komplett. „Wenn wir wüssten, wo das Leck ist, hätten wir gar kein Problem“, sagt Schmidt. Dann könnte das Leck auch lokal repariert werden.

Trotzdem sei der Wasserverlust nicht dramatisch, sagt der Schwimmmeister. „Der Verlust an Wasser ist in dem Rahmen, in dem wir am Tag sowieso Frischwasser nachfüllen müssen.“ Auch wenn es kein Leck gäbe, gibt es Vorgaben, wie viel Frischwasser am Tag in die Becken nachgefüllt werden müssen, nämlich 50 000 Liter auf 1000 Gäste. „Wenn man das Wasser nachfüllt, ohne das man ein Leck hat, geht das überschüssige Wasser in den Kanal“, erklärt Schmidt.

Deshalb sei der jetzige Wasserverlust kein größeres Problem. „Wir beobachten es, und irgendwann muss das Becken vielleicht umgeplant werden“, sagt der Schwimmmeister.

Größere Investitionen wären jetzt sowieso nicht möglich. Das Gemeindeparlament hatte sich darauf geeinigt, alle Investitionen für das Bad um ein Jahr zu verschieben. Bis zu den Haushaltsberatungen soll zudem ein Bericht vorgelegt werden, der den Investitionsbedarf, Fördermöglichkeiten, Kooperationen und Unterstützer- beziehungsweise Betreibermodelle für das Waldschwimmbad aufzeigt.

Grundsätzlich sei das Bad gut aufgestellt, sagt Schmidt: „Wir sind technisch immer noch 10 bis 20 Jahre besser als andere Bäder.“

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