Weg vom Ruf der Außenseiter

Gesamtschule Fuldatal erhält Gütesiegel für Förderung Hochbegabter

Die Gesamtschule Fuldatal erhielt kürzlich das Gütesiegel Hochbegabung des Hessischen Kultusministeriums. Von links: Schulleiterin Liane Stephan und eine der beiden Initiatorinnen, Annika Rastig. Nicht auf dem Foto: Johanna Fey. Foto: Sarah schnieder

Das Hessisches Kultusministerium zeichnete Anfang Februar sechs Schulen in Hessen mit dem Gütesiegel Hochbegabung aus. Darunter war auch die Gesamtschule Fuldatal, die mit besonderen Angeboten für begabte und hochbegabte Schüler sowie schwächere Schüler gleichermaßen glänzt. 

„Hochbegabte sind früher Außenseiter gewesen“, sagt die Schulleiterin der Gesamtschule Fuldatal, Liane Stephan, „die Haltung hat sich aber geändert.“ Ob kognitiv, musisch, künstlerisch, handwerklich oder sozial, Begabungen können in verschiedenen Bereichen auftreten und sich unterschiedlich äußern. Das macht es schwierig, sie zu erkennen und adäquat zu fördern – besonders im Falle einer Hochbegabung. 

Dem hat sich die Gesamtschule Fuldatal angenommen und wurde nun, zusammen mit fünf weiteren Schulen in Hessen, für ihr Engagement mit dem Gütesiegel Hochbegabung des Kultusministeriums ausgezeichnet. Es gibt heute mehr Möglichkeiten zur Persönlichkeits- und Interessenentfaltung „davon profitieren alle Schüler“, erklärt Stephan. 

Als integrierte Gesamtschule setzt die Einrichtung in Fuldatal auf gemeinsames Lernen in Verbindung mit dem Erkennen und Fördern individueller Stärken. Neben der regulären Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse gibt es zusätzlich die Lernzeit und Kreativzeit. 

Angebote für begabte und schwächere Schüler gleichermaßen nutzbar

In der Lernzeit arbeiten die Schüler selbstständig an Themen aus den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Somit ist sie nicht nur besonders geeignet, Hochbegabte ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern, sondern auch Schwächere zu unterstützen.

In der Kreativzeit suchen sich die Schüler ein weiteres Betätigungsfeld aus und haben dabei die Wahl unter anderem zwischen Sport, darstellendem Spiel, Kunst, Musik, Technik, Biologie oder Ernährung. „Sie sollen lernen, sich Ziele zu setzen und dran zu bleiben, und das ist leichter bei etwas, was einem Spaß macht“, sagt Stephan. Diese Angebote werden zusätzlich durch Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit der Kinder- und Jugendakademie, und Projekte mit externen Experten ergänzt.

Den Anstoß für das Unterfangen „Gütesiegel Hochbegabung“ gab Johanna Fey, die im Februar 2018 als Lehrerin neu an die Schule kam. Sie kannte das Programm von einer anderen Schule und die Idee, es auch in Fuldatal einzuführen, fiel bei der Schulleitung auf fruchtbaren Boden. Gemeinsam mit Kollegin Annika Rastig erarbeitete sie eine genaue Aufstellung der Fördermöglichkeiten, die bereits an der Schule bestehen und solchen, die im Zuge der Hochbegabtenförderung dazukommen können.

Netzwerkarbeit und Weiterbildungen wichtig

Auch die Weiterbildung der Lehrer ist dabei von Bedeutung, um das Erkennen besonderer Fähigkeiten und Diagnostizieren einer etwaigen Hochbegabung zu erleichtern. Dabei findet eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern der entsprechenden Schüler, dem schulpsychologischen Dienst und der begabungsdiagnostischen Beratungsstelle BRAIN in Marburg statt.

Beim Ausbau der gezielten Förderung Hochbegabter sei auch das diesbezügliche Netzwerk, dem die Schule nun angehört, hilfreich, sagt Rastig. Bei halbjährlichen Treffen der nordhessischen Gütesiegel-Schulen werde sich beispielsweise über Fortbildungen ausgetauscht und überlegt, was an den einzelnen Schulen umgesetzt werden kann.

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