Für die Sanierung fehlt das Geld

Haltestelle in Rothwesten seit Langem ein Schandfleck – Gebäude gehört der Gemeinde

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Beschmiert und vermüllt: Die Haltestelle Raiffeisenbank in der Eichenbergerstraße in Fuldatal-Rothwesten ist immer wieder Ziel von Vandalismus. 

Fuldatal. Schmierereien an den Wänden, überquellende und kaputte Mülleimer, Berge von Laub: Die Haltestelle Raiffeisenbank in der Eichenbergstraße in Rothwesten ist nicht schön anzusehen.

Das weiß auch Bürgermeister Karsten Schreiber: „Wir kämpfen da schon lange mit Vandalismus.“ Ein Leser hatte die Redaktion auf das Gebäude aufmerksam gemacht.

Das Grundstück hat die Gemeinde schon vor etwa 20 Jahren der Raiffeisenbank abgekauft. Im Gebäude sind seither die Jugendräume der Gemeinde untergebracht, die Bushaltestelle ist in das Gebäude integriert, außerdem gehört noch ein Spielplatz zum Gelände. „Die Kombination ist nicht glücklich“, sagt Schreiber.

Das Gebäude sei schon seit Jahren ein Sanierungsfall. Allerdings gebe es davon einige in der Gemeinde. Vor circa acht Jahren wurden alle Gebäude der Gemeinde auf Schadstoffe untersucht. Fast überall wurden die Prüfer fündig. „Wir haben einen Berg voller Erkenntnisse, aber leider keinen Berg an Geld“, sagt der Bürgermeister. Damals wurde eine Prioritätenliste erstellt und zuerst die Kindertagesstätten sowie das Rathaus von Schadstoffen befreit. „Alles, was mit Asbest belastet war, wurde damals ausgebaut.“

90 000 Euro für Sanierung

Das Gebäude in Rothwesten zu sanieren, würde vermutlich rund 90 000 Euro kosten. „Dafür gab es damals keine Mehrheit in der Gemeindevertretung“, erklärt Schreiber. Unter anderem ist das Dach sanierungsbedürftig, die Fensterbänke müssten von Asbest befreit und die Dämmung erneuert werden. Vor zwei Jahren hatte die SPD-Fraktion einen Antrag gestellt, dass Gebäude für 5000 Euro herzurichten. „Aber das funktioniert nicht“, sagt Schreiber. Man müsse das Problem ganzheitlich angehen.

Nun wird vonseiten der Gemeinde überlegt, den Jugendraum – der ohnehin nur ein Mal die Woche für drei Stunden geöffnet hat und hauptsächlich von jungen Erwachsenen genutzt wird – an anderer Stelle unterzubringen. Zum Beispiel wird über eine Kooperation mit der Kirche nachgedacht. Das Haus in der Eichenbergstraße könnte möglicherweise zum Verkauf angeboten werden. Aber konkrete Pläne gibt es derzeit noch nicht.

So müssen die Anwohner der Eichenbergstraße wohl weiter mit der unansehnlichen Haltestelle leben. Zurzeit erarbeitet der Bürgermeister ein Konzept, um festzulegen, wie die Gemeinde in den kommenden Jahren mit den sanierungsbedürftigen Gebäuden in Fuldatal umgehen will.

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