Birgit Hupfeld vermietet Parzellen auf einem Feld

Ihringshausen: Gärtner sein für eine Saison

Gemüse ernten: Das ist ab diesem Jahr auf einem Feld an der Mönchswiese in Ihringshausen möglich. Birgit Hupfeld hat die Initiative gegründet und sucht nach Menschen, die Lust haben, für eine Saison zu gärtnern.
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Gemüse ernten: Das ist ab diesem Jahr auf einem Feld an der Mönchswiese in Ihringshausen möglich. Birgit Hupfeld hat die Initiative gegründet und sucht nach Menschen, die Lust haben, für eine Saison zu gärtnern.

Frisches, ungespritztes Gemüse aus ökologischem Saatgut vom eigenen Feld ernten. Und das mit wenig Aufwand. Menschen, die genau das suchen, könnten nun in Fuldatal fündig werden.

Fuldatal – Für viele Menschen wird die Versorgung mit regional erzeugten Lebensmitteln immer wichtiger. Allerdings besitzt nicht jeder einen eigenen Garten oder hat die Zeit, sich um alles allein zu kümmern. Hier setzt das Projekt Gemüseselbsternte an. Es ermöglicht Hobbygärtnern ohne eigenes Land und mit nur geringem Aufwand, frisches Gemüse vom Feld zu ernten.

Was sich in Kassel unter dem Begriff Urban-Gardening (Stadt-Gärtnern) schon lange etabliert hat, gibt es jetzt auch im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen. Birgit Hupfeld hat ein etwa 4000 Quadratmeter großes Feld an der Mönchswiese gepachtet und bietet darauf bis zu 100 Parzellen für den Gemüseanbau an. Jede Parzelle ist etwa 40 Quadratmeter groß und soll mindestens vier Personen eine Saison lang mit selbst geerntetem Gemüse versorgen.

Auf den Flächen werden etwa 25 Gemüsesorten angebaut, die bis Anfang November geerntet werden können. Erste Kräuter, Radieschen und Salat können bereits ab Mai geerntet werden. „Ab Juni/Juli kann man dann ordentlich ernten.“ Der Zeitaufwand für die Pflege der Fläche sei überschaubar. Ein- bis zweimal pro Woche zwei Stunden würden reichen. Aber: „Wenn man sich am Anfang gut kümmert, zahlt sich das bei der Ernte aus.“

Equipment gibt es vor Ort

Die Parzellen werden mit Gemüse, Kräutern, Salat und Blumen bestellt und im Mai übergeben. „Wir wissen, welche Pflanzen nebeneinander gut gedeihen und berücksichtigen das beim Anbau“, sagt Hupfeld.

Das Umgraben, Düngen, Säen und Pflanzen übernimmt Hupfeld zusammen mit dem Hofladen Ullrich. Das Hacken, Jäten und Gießen muss selbst erledigt werden. Diese Form des Gemüseanbaus sei auch für Anfänger gut geeignet, versichert die Ahnatalerin: „Man braucht keine Vorkenntnisse.“ Sie selbst sei auch regelmäßig vor Ort, um bei Bedarf beratend zur Seite zu stehen. Außerdem versende sie saisonale Infos und Tipps per Mail an ihre Mitstreiter.

Das Equipment für die Hobbygärtner wird auf dem Feld in einer Gartenhütte bereitgestellt, Wassertonnen und Gießkannen soll es ebenfalls für die gemeinschaftliche Nutzung geben.

Plastik sparen und Wissen bewahren

Die Idee zu dem Projekt kam der 55-Jährigen – die in der Verwaltung einer Jugendhilfeeinrichtung arbeitet – im vergangenen Frühjahr. Erste Erfahrungen mit einem Garten auf Zeit hatte sie vor zwei Jahren in der Staatsdomäne Frankenhausen gesammelt. Dort hatte sie mit Bekannten einer Parzelle betreut und Katharina Mittelstraß kennengelernt. „Ich war selbst unerfahren und habe viele wertvolle Tipps von ihr erhalten, die ich jetzt weitergeben möchte.“ Mittelstraß ist die Gründerin des Projekts Gemüseselbsternte und leitet den Bereich Direktvermarktung in der Staatsdomäne Frankenhausen.

„Ich finde das einfach eine tolle Sache, man spart Plastik und verhindert, dass Wissen verloren geht.“ Die Hürden für die Teilnahme am Projekt will Hupfeld so gering wie möglich halten. Wer Lust hat, eine Parzelle zu betreuen, kann sich bei ihr melden. Die Kosten für die Nutzung liegen zwischen 135 und 155 Euro pro Saison, die Kalkulation sei abhängig vom Saatgutpreis.

Die Anmeldung für eine Parzelle ist ab sofort möglich. Ende Februar/Anfang März werden die ökologisch erzeugten Pflanzen und das Saatgut bestellt. Die Mitgliedschaft beginnt, wenn der Saisonbeitrag überwiesen wurde und endet automatisch nach Ablauf der Saison. „Man muss die Mitgliedschaft nicht kündigen und kann einfach ausprobieren, ob es einem gefällt.“

Kontakt: Birgit Hupfeld, Tel: 0 56 09/80 42 69, Mobil: 01 57 85 62 59 85, Mail: Saisongarten.Fuldatal@gmx.de, gemueseselbsternte-fuldatal.de

Von Alia Shuhaiber

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