Hier entsteht Fuldatals Riviera

In Wilhelmshausen sollen Radweg und Uferpromenade ausgebaut werden

+
Soll zur Uferpromenade ausgebaut werden: Die ehemalige Fährstelle gegenüber der Einmündung zur Holzhäuser Straße in Wilhelmshausen wird zurückgebaut. Flächen zum Flanieren, Spielen und Rasten sollen entstehen.

Fuldatal – Es soll die touristische Attraktion des Fuldatals werden: In Wilhelmshausen plant die Gemeinde mit einer modernen Uferpromenade und dem Ausbau des Radwegs R1 den ganz großen Wurf. 

In diesem Punkt waren sich alle einig. Was die Gemeinde in Wilhelmshausen plant, wird eine touristische Attraktion. Die „Riviera Fuldatals“, wie Grünen-Fraktionschef Thomas Ackermann den Bereich entlang der Fulda in Wilhelmshausen bei der Gemeindevertretersitzung nannte, soll saniert und ausgebaut werden. So beschlossen es die Parlamentarier einstimmig.

Der Bund plant im kommenden Jahr die Bundesstraße 3, die durch Wilhelmshausen und entlang der Fulda verläuft, zu sanieren. „Da macht es Sinn, zuerst das zu machen, was unter der Fahrbahn liegt“, sagte Bürgermeister Karsten Schreiber. So sollen zum Beispiel die Wasserleitungen im gesamten Straßenausbaubereich erneuert werden. Auch einige Abwasserleitungen müssen erneuert oder saniert werden.

Die Gemeinde will diese Arbeiten für den ganz großen Wurf nutzen, und die gesamte Uferpromenade umgestalten. Der Radweg R 1 soll auf einer Länge von 873 Metern ausgebaut werden. Der derzeit nur zwei Meter breite Geh- und Radweg soll auf vier Meter erweitert werden. Dass dieser Schritt längst überfällig war, ist auch der Gemeindeverwaltung bewusst. In ihrer Begründung für den Ausbau heißt es: „Durch die zunehmende Nutzung des kombinierten Geh- und Radweges, sowohl durch Radwanderer und Radsportler, Spaziergänger, spielende Kinder und Wassersportler, kam es immer wieder zu gefährlichen Konfliktsituationen.“ Dieser Konflikt soll nun zum einen dadurch entschärft werden, dass der Radweg erweitert, aber auch im Bereich des Bootshauses der Uni Göttingen hinter das Gebäude an die B 3 verlegt wird.

Innerhalb der Ortslage soll eine Uferpromenade entstehen, durch die auch der Geh- und Radweg verlaufen soll. So soll unter anderem hinter dem in die Fulda zulaufenden „Mühlbach“, auf Höhe der Kötnerei in Richtung Hann. Münden auf circa 40 Metern Länge eine Ufertreppenanlage entstehen. Hier sollen auch Anlegestellen für Wassersportler geschaffen werden. Außerdem sollen neue Tisch- und Sitzgruppen entstehen, aber auch Fitnessgeräte aufgestellt werden und fest installierte Liegestühle mit Blick auf die Fulda zum Verweilen einladen.

„Ich war begeistert von dem Entwurf“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Heidrun Gottschalk. „Das wird ein echter Gewinn für Fuldatal.“ Für den Ortsteil sei die Umgestaltung eine deutliche Aufwertung, da waren sich fraktionsübergreifend alle einig.

Und obwohl Fuldatal knapp bei Kasse ist, treiben die Sanierungskosten von über vier Millionen Euro – ohne die Sanierung der Straße – dem Bürgermeister nicht die Tränen in die Augen. Denn die Gemeinde kann auf mehrere Fördertöpfe zugreifen. „Den Radweg konnten wir fast komplett dem Bund aufs Auge drücken“, sagt Schreiber. Von den geschätzten 1,8 Millionen Euro übernimmt der Bund, vertreten durch Hessen Mobil, 1,2 Millionen. Zudem werden 70 Prozent der restlichen Kosten durch eine Verkehrsinfrastrukturförderung gedeckt. Auch für den Ausbau der Naherholungsflächen, der etwa eine halbe Million kosten soll, hofft die Gemeinde auf einen Zuschuss. Die Hälfte der Kosten sollen vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung getragen werden. Der Antrag wurde bereits gestellt.

Auch die neue Slipanlage, die im Bereich der jetzigen Zufahrt zum Bootshaus der Uni Göttingen, gegenüber der Einmündung der Berliner Straße, entstehen soll, kann zur Hälfte aus diesem Fond bezahlt werden. Gleichzeitig wird die alte Fährstelle im Ort zurückgebaut, um zu verhindern, dass dort weiterhin illegal Boote eingesetzt werden. „Eine so positive Finanzierung zugunsten der Gemeinde würde ich mir für alle Straßen in Fuldatal wünschen“, sagt Schreiber. Schon in diesem Jahr soll mit den Arbeiten am Radweg und der Uferpromenade begonnen werden und die „Riviera Fuldatals“ Gestalt annehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.