Käfig soll Züge vor Brocken schützen

Notlösung wegen Verschiebung der Brückensanierung in Ihringshausen

Sanierung verschoben: Die Instandsetzungsarbeiten an der Fußgängerbrücke über die Bahngleise am Haltepunkt Ihringshausen werden erst nächstes Jahr beginnen.
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Sanierung verschoben: Die Instandsetzungsarbeiten an der Fußgängerbrücke über die Bahngleise am Haltepunkt Ihringshausen werden erst nächstes Jahr beginnen.

Die beiden Fußgängerbrücken über den Gleisen der Deutschen Bahn (DB) in Ihringshausen bröckeln wegen konstruktiver Mängel schon seit längerem an manchen Stellen. Das kann ein Sicherheitsproblem für den Zugverkehr werden. Es ist aber auch ein Problem der Gemeinde Fuldatal. Denn die Bahn hatte die Brückenanlagen im Zuge des Baus der ICE-Trasse an die Kommune übereignet und eine Pauschale für künftige Unterhaltungsarbeiten gezahlt.

Fuldatal - Eigentlich sollte die Sanierung der Brücken im August beginnen. Doch daraus ist nichts geworden. Stattdessen will die Gemeinde noch dieses Jahr die potenziell gefährlichen Stellen der Brücken vorsorglich mit einem Metallkäfig gegen abstürzende Betonbrocken versehen – „damit wir über den Winter kommen“, sagt Armin Reiting, Hochbau-Fachbereichsleiter bei der Gemeinde Fuldatal.

Ursprünglich wollte sich die Gemeinde an die für August geplanten Arbeiten der DB an den Gleisanlagen im Bereich des Haltepunkts Ihringshausen „anhängen“. Denn für die Ertüchtigung der beiden Fußgängerbrücken muss laut Reiting zumindest teilweise der Zugverkehr eingestellt werden. Die Arbeiten sollten deshalb nachts erledigt werden. Doch dann habe die Bahn ihre Arbeiten verschoben. Daher könne die Sanierung erst nächstes Jahr, möglicherweise im Frühjahr, beginnen.

Brücken, die eine am Haltepunkt Ihringshausen und die andere am „Weddel“ haben dasselbe Problem. Im mittleren Bereich dringt – bedingt durch einen Konstruktionsfehler – bei Regen Sickerwasser in den Beton ein. Gefahr für Bahnreisende auf den Bahnsteigen bestehe nicht.

Der Beton habe außerdem einen zu hohen Chlorid-Gehalt, berichtet Reiting. Daneben sind auch der Brückenbelag und die Treppen ausbesserungsbedürftig. Insgesamt kommt die Sanierung die Gemeinde teuer zu stehen. Die Kosten seien auf 500 000 Euro veranschlagt, teilte der Fachbereichsleiter mit. „Die Arbeiten werden in drei Bauabschnitten ausgeführt. Dadurch können wir die Kosten auf drei Haushaltsjahre verteilen“, sagte Reiting. Die Arbeiten könnten 2023 abgeschlossen werden, schätzt er. Während der Sperrung der Fußgängerbrücke über der Bahnstation Ihringshausen können Bahnpassagiere den Fußweg entlang der parallel verlaufenden Brücke der Veckerhagener Straße benutzen.

Mit der Sanierung der Brücken sind allerdings die Probleme für mobilitätseingeschränkte Bahnhofsnutzer und Rollstuhlfahrer am Haltepunkt Ihringshausen nicht gelöst. Weder in diesem Punkt noch im Hinblick auf die Wünsche von Grundstücksnachbarn der Bahngleise, die Lärmschutzwände zu öffnen, habe die Bahn keine Handlungsbereitschaft signalisiert, teilte Bürgermeister Karsten Schreiber unlängst mit. Die Bahn habe unter anderem argumentiert, Glaswände gingen zulasten des Schallschutzes. Aus Sicht von Schreiber könnte die Anbindung des Haltepunkts Ihringshausen an das Tram-Netz – wie vom Verkehrsentwicklungsplan Region Kassel empfohlen – eine Chance für eine Verbesserung der Situation bieten. (Peter Dilling)

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