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Kasseler Unternehmer organisiert Unterkunft für Ukrainer in Fuldatal

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Von: Amir Selim

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Gabriele Hennig vom Landkreis Kassel (Zweite von rechts) im Gespräch mit den ukrainischen Flüchtlingen, die jetzt in Ihringshausen leben. FOTsO: PRIVAT
Gabriele Hennig vom Landkreis Kassel (Zweite von rechts) im Gespräch mit den ukrainischen Flüchtlingen, die jetzt in Ihringshausen leben. FOTO: PRIVAT © Privat

Ali Karagöz, Inhaber von „Kasseler Dienstleister“, hat zwölf ukrainische Flüchtlinge in einem Haus in Ihringshausen untergebracht. Ein weiteres Projekt für Ukrainer ist geplant.

Fuldatal – Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs kommen täglich viele Menschen im Landkreis Kassel an. Während einige noch in Notunterkünften beherbergt werden, haben ein Dutzend Ukrainer eine längerfristige Bleibe gefunden. Sie leben jetzt in einem Haus im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen.

Ali Karagöz Inhaber
Ali Karagöz Inhaber © Privat

„Wir haben uns gefragt: Wie können wir helfen?“, erzählt Ali Karagöz. Er ist Inhaber des Unternehmens „Kasseler Dienstleister“. Die Firma verwaltet unter anderem Häuser. Eines dieser Gebäude wurde erst kürzlich komplett saniert. Da es noch leer stand, kam Karagöz auf die Idee, Menschen aus der Ukraine dort unterzubringen.

Überzeugungsarbeit beim Vermieter ist von Nöten

Dafür musste Karagöz aber zunächst den Eigentümer überzeugen. Der habe das Haus erst nicht dafür hergeben wollen. „Wir haben eine Erstaufnahmestelle beziehungsweise Notunterkunft für Flüchtlinge besucht“, erzählt Karagöz. Mit den Schilderungen über diesen Besuch habe er den Besitzer überreden können, das Haus für Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Bedingung ist, dass nur ukrainische Flüchtlinge in das Haus kommen, erzählt der Kasseler. Die Unterbringung sei zunächst für ein Jahr geplant.

Das Haus in Ihringshausen besteht aus zwei Etagen samt Dachgeschoss. Es wird seit sieben Jahren von den „Kasseler Dienstleistern“ betreut. Vor dem Einzug der Ukrainer musste das Haus möbliert werden. Jetzt verfügt es auf jeder Etage über eine Einbauküche. Dazu organisierten die „Kasseler Dienstleister“ unter anderem Boxspringbetten und Schränke, schildert Karagöz. Diese habe man aus eigener Tasche bezahlt.

Auch die Garagen können von den Flüchtlingen genutzt werden. Außerdem haben Karagöz und seine Mitarbeiter eine Terrasse gebaut. „Da kann man im Sommer dann zum Beispiel grillen“, sagt er. Da er mit seinem Unternehmen auch Wohnungsauflösungen betreut, schaue man dort aktuell nach Gegenständen, die die Flüchtlinge noch gebrauchen können. Beispielsweise sei man noch auf der Suche nach Fernsehern.

Unterstützung der Menschen bei Behördengängen - weitere Unterkunft für Flüchtlinge geplant

Der Unternehmer und seine Mitarbeiter versuchen zu helfen, wo sie können: „Wir unterstützen bei Behördengängen. Wir haben einen russischen Mitarbeiter, der dolmetschen kann. Und auch unsere Sekretärin fährt nach Feierabend nach Ihringshausen und schaut, was es zu helfen gibt,“ erklärt Karagöz.

Wer Häuser oder Wohnungen für Flüchtlinge öffnet, wird dabei vom Landkreis Kassel unterstützt. Die Behörde übernimmt die Miete und alle Nebenkosten. Davon profitiert auch Karaköz. Der Unternehmer möchte weiteren Flüchtlingen eine Unterkunft anbieten. Direkt neben seinem Büro in Kassel gibt es eine Zwei-Zimmerwohnung, die auch bald für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden soll. (Amir Selim)

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