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Knickhagener kämpfen für ihr Dorfgemeinschaftshaus

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Von: Valerie Schaub

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Knickhagener kämpfen für ihr Dorfgemeinschaftshaus: Andreas Fahrenbruch (von links), Andreas Heinemann, Christa Heinemann und Ute Czap.
Knickhagener kämpfen für ihr Dorfgemeinschaftshaus: Andreas Fahrenbruch (von links), Andreas Heinemann, Christa Heinemann und Ute Czap. © Valerie Schaub

Weil Fuldatal das Geld fehlt, um in die Dorfgemeinschaftshäuser zu investieren, steht der Betrieb in Knickhagen auf der Kippe. Doch die Knickhagener wollen ihr DGH so schnell nicht aufgeben.

Fuldatal – Kühle Luft kommt einem entgegen, als die Tür zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Knickhagen aufgeht. Die Heizung müsste dringend repariert werden, sagt Andreas Heinemann. Er kennt das DGH gut, schließlich trainiert er mit den Donkey Dancers hier einmal pro Woche. Das Dach müsste auch gedämmt, die Toiletten neu gemacht werden und die Fensterfront sei auch schon 50 Jahre alt. Eine Menge Arbeit, für die das Geld fehlt.

Die Situation ist so verfahren, dass zuletzt von einer Schließung und einem Verkauf der Dorfgemeinschaftshäuser Rothwesten und Knickhagen die Rede war. CDU, FDP-FW und Grüne hatten in Anträgen zum Haushalt unterschiedlich drastisch gefordert, die Investitionen für die Häuser zu überdenken. In Knickhagen geht es um rund 200 000 Euro, bestätigt Kämmerer Martin Alex.

Geeinigt hat sich das Parlament in der jüngsten Sitzung dann darauf, das DGH nicht zu schließen (HNA berichtete). Investieren wird die Gemeinde wegen der knappen Kasse aber vorerst trotzdem nichts.

Das ärgert die Knickhagener. Denn obwohl das DGH marode ist, ist es doch das Herzstück der Dorfgemeinschaft. Würde es schließen, gäbe es für das Dorf keinen Ort mehr der Zusammenkunft, keine Seniorennachmittage, keine Geburtstagsfeiern, keine Donkey-Dancer-Trainings mehr. „Es ist das Einzige, was wir haben“, erklärt Heinemanns Mitstreiter Andreas Fahrenbruch.

Protest gegen drohende Schließung: Mit Schildern demonstrierten rund 20 Knickhagener vor der Gemeindevertretungssitzung vergangene Woche.
Protest gegen drohende Schließung: Mit Schildern demonstrierten rund 20 Knickhagener vor der Gemeindevertretungssitzung vergangene Woche. © Christa Heinemann

Für Christa Heinemann ist das DGH auch ein Stück Kindheit. Karneval, Weihnachtsmärchen, Feste, „alles hat sich hier abgespielt“, sagt die 20-Jährige. Dass jemand aus Knickhagen zu Veranstaltungen in Nachbarorte fährt, wie politisch vorgeschlagen, kann sie sich nicht vorstellen. „Die Busverbindung ist miserabel“, sagt sie. Und außerdem: unökologisch.

An den Wänden des Saals hängen noch die Protestschilder. Als klar wurde, wie es um das DGH steht, hat Heinemann mit seiner Tochter spontan rund 20 Mitstreiter zusammengetrommelt. Sie haben Schilder gebastelt und sind damit zur Sitzung nach Rothwesten gefahren. „Außer unser Geld kassieren, müsst ihr auch mal investieren“, steht darauf. Das zeigt auch, wie vernachlässigt sich die Knickhagener fühlen.

Um weiter für ihr DGH zu kämpfen, wollen sie bei einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 7. April, um 19 Uhr im DGH ausloten, welche Möglichkeiten sie haben und wie hoch die Bereitschaft ist, Arbeiten selbst zu stemmen. Sie wollen sich auf das Gespräch mit den Gremien vorbereiten. Um die Kosten abschätzen zu können, werden sich die Kickhagener Fachleute zu Rate ziehen. In einer Sondersitzung sollen dann Ausschussmitglieder gemeinsam mit Bürgern an Lösungen arbeiten. So hat es das Parlament beschlossen. (Valerie Schaub)

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