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Landkreis-Kommunen wie Fuldatal stellen sich auf Erhöhungen ein

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Heizen ist teuer.
Weil Energie teuer ist, wird die Temperatur gedrosselt © Ricken, Bea

Die Energiepreise steigen und nicht nur Bürger leiden darunter. Derzeit arbeiten kommunale Verwaltungen wie Fuldatal an Haushaltsentwürfen für das kommende Jahr - und rechnen mit höheren Kosten.

Fuldatal – In Fuldatal hat man bereits begonnen, bestimmte Bereiche neu zu kalkulieren, um den Veränderungen Rechnung zu tragen. „Ich habe beauftragt, dass wir die Gebühren für Wasser und Abwasser neu kalkulieren“, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber. Aber nicht nur da muss die Verwaltung handeln, in allen Bereichen muss die Gemeinde mit teilweise exorbitant steigenden Preisen kalkulieren: bei Gas, Öl, Strom, aber auch im Bau und der Verwaltung sowie bei den Löhnen.

Ende des Jahres läuft der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst aus. „Wir rechnen als Annahme mit einer Erhöhung der Gehälter um 5 Prozent“, sagt Schreiber. Bei Gas und Öl kalkuliert die Verwaltung mit einer Erhöhung um 100 Prozent, bei Strom um 50 Prozent und bei den Baukosten und der Verwaltung um 30 Prozent. „Wenn ich das alles nur grob überschlage, dann rechne ich bei einem Haushaltsvolumen von 30 Millionen Euro mit 1,2 bis 1,5 Millionen Euro Mehrausgaben“, sagt der Rathauschef, der auch Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung ist.

Karsten Schreiber Bürgermeister Fuldatal
Karsten Schreiber, Bürgermeister Fuldatal © Privat

Auch wenn die Kommunen durch die „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV)“ des Bundes dazu angehalten sind, Energie zu sparen, können Kommunen laut Schreiber im eigenen Ermessen Regeln vorgeben. „Es zeichnet sich auch ab, dass es im Landkreis Kassel keine einheitliche Regelung geben wird.“ Diese sei auch kaum umsetzbar.

So prüft die Gemeinde Fuldatal zum Beispiel, ob und unter welchen Bedingungen künftig das Warmduschen in den beiden gemeindlichen Sporthallen in Ihringshausen und Rothwesten weiterhin möglich sein sollte. Dies soll auch mit den Vereinen und Verbänden erörtert werden. Denn Schreiber gibt zu bedenken: Wer nicht in der Sporthalle dusche und dann verschwitzt und durchgefroren zu Hause ankäme, würde dann im Zweifelsfall dort wesentlich länger warm durschen als in der Sporthalle. „Spart das am Ende volkswirtschaftlich Gas?“

In Fuldatal werden 18 gemeindliche Objekte mit Gas beheizt, 8 mit Öl. Bisher lagen die Kosten für Gas bei 83 000 Euro, die sich nun verdoppeln könnten. „Plus einer Umlage von 37 500 Euro lägen wir dann bei knapp 200 000 Euro für Gas“, sagt Schreiber. Beim Strom zahlte die Gemeinde bisher 550 000 Euro. Wenn die Kosten um 50 Prozent steigen sollten, kämen noch einmal 275 000 Euro drauf. Die größten Verbraucher sind die Kläranlagen in Simmershausen und Ihringshausen, sowie die Wasserwerke Wilhelmshausen und Ihringshausen. Stellschrauben, an denen eine Kommune kaum drehen kann.

Deshalb will Schreiber auch keine allzu großen Hoffnungen wecken, was mögliche Einsparungen angeht: „Wir haben es alle schon vor 10 Jahren vergeigt, wir hätten viel früher handeln müssen. Aber das konnten oder wollten wir nicht.“

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