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Mehr Chance als Risiko? Fuldatal beteiligt sich am Gewerbegebiet Sandershäuser Berg

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Von: Sebastian Schaffner

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Der Gemeindevorstand hatte davon abgeraten, das Parlament stimmte dafür: Fuldatal wird einen Kredit aufnehmen, um sich mit 140 000 Euro am Gewerbegebiet Sandershäuser Berg an der A7 in Niestetal zu beteiligen.
Der Gemeindevorstand hatte davon abgeraten, das Parlament stimmte dafür: Fuldatal wird einen Kredit aufnehmen, um sich mit 140 000 Euro am Gewerbegebiet Sandershäuser Berg an der A7 in Niestetal zu beteiligen. © Ruth Brosche

Nach einer engen Abstimmung im Gemeindeparlament steht nun die Entscheidung fest: Fuldatal investiert 140 000 Euro in das geplante Gewerbegebiet in Niestetal.

Fuldatal – Knapp war’s. So knapp, dass die Parlamentsvorsitzende Stefanie Roß-Stabernack (SPD) die Abstimmung wiederholen ließ und sich mit Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) beim Nachzählen vom Stuhl erhob, um ja keine Stimme zu übersehen. Dann war klar: Die Gemeinde Fuldatal wird sich mit rund 140 000 Euro über den Zweckverband Raum Kassel (ZRK) am Gewerbegebiet Sandershäuser Berg beteiligen. 18 Gemeindevertreter stimmten dafür, 14 dagegen, zwei enthielten sich.

„Bei uns liegt das Geld nicht in der Kasse“, machte Bürgermeister Schreiber klar, „wir müssten dafür einen Kredit aufnehmen.“ Der Gemeindevorstand hatte dem Parlament empfohlen, sich nicht finanziell zu beteiligen. Schreiber wies darauf hin, dass nach dem Rückzug der Lohfeldener Logistikfirma Winkler das interkommunale Gewerbegebiet in Niestetal kleinteiliger vermarktet werden könnte. Das könnte letztlich dazu führen, dass das Areal an der A 7 mit dem eigenen Gewerbegebiet Ihringshausen-West in direkte Konkurrenz tritt: „Wir wollen ja selbst noch 120 000 Quadratmeter vermarkten.“

Ob und wie viel Rendite die Investition am Sandershäuser Berg für die Gemeinde eines Tages einbringt, „weiß jetzt noch kein Mensch“, so der Bürgermeister. Die Beteiligung am Güterverkehrszentrum Kassel habe nun erstmals nach 20 Jahren für die Gemeinde einen Ertrag abgeworfen. Schreiber rief die Abgeordneten auf, abzuwägen: Ist die Beteiligung mehr Chance oder mehr Risiko?

Aus Sicht von SPD und Grüne ist das Engagement eine Chance. Die Sozialdemokraten hätten eine Beteiligung zwar durchaus kontrovers diskutiert, sagte der Fraktionsvorsitzende Jens Kühn. „Wir unterstützen es aber, wenn sich Gemeinden zusammentun, um etwas gemeinsam zu entwickeln.“ Zumal das finanzielle Wagnis vertretbar sei. Kühn: „Die Summen, die hier im Raum stehen, sind wirklich überschaubar.“

Auch für die Grünen sei die 140 000 Euro schwere Beteiligung eine „Investition in die Zukunft“, wie es Thomas Ackermann ausdrückte. Eine Konkurrenzsituation zu Ihringshausen-West sieht er nicht: „Winkler wäre ja auch nicht zu uns gekommen. Wir müssen uns schon andere Firmen suchen.“ Warum die Grünen überhaupt einem Gewerbegebiet zustimmen? „An einer Autobahn macht es zähneknirschend Sinn, bevor es woanders hinkommt.“.

Die Christdemokraten lehnten hingegen eine Beteiligung ab. Eine derartige Investition sei heutzutage mehr Risiko als Chance. „Privat würde ich mir ja auch keine Aktien auf Kredit kaufen, um vielleicht irgendwann einmal Gewinn zu machen“, sagte Lars Fischer.

Die FDP-FW-Fraktion stimmte ebenfalls mit Nein. Thorsten Röder: „Bei dem, was wir hier in Fuldatal vor der Brust haben, sollten wir das Geld lieber in die eigene Gemeinde fließen lassen.“

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