Abstellflächen für Autos und Fahrräder

Mehr Stellplätze bei Neubauten in Fuldatal

Die Gemeinde Fuldatal hat eine neue Stellplatzsatzung verabschiedet. Künftig müssen Bauherren pro Wohneinheit zwei statt wie bisher nur einen Parkplatz vorweisen.  
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Blick auf Fuldataler Ortsteil Ihringshausen

Es ist ein historisch gewachsenes Problem. Als nach dem Krieg gebaut wurde, da hat sich wohl niemand vorstellen können, dass einige Jahrzehnte später fast jeder ein Auto besitzen würde. Eine Stellplatzsatzung war daher auch nie ein Thema.

Fuldatal - Doch heute geht der Trend sogar eindeutig zum Zweitwagen. Die Konsequenz: Gerade in den Nebenstraßen von Wohngebieten ist auf den Straßen kaum noch ein Parkplatz zu finden, vor allem am Wochenende, wenn alle zu Hause sind. Deshalb hat die Gemeinde Fuldatal vor Kurzem das Ortsrecht verschärft und eine neue Stellplatzsatzung beschlossen. „Wir haben eine neue Satzung beschlossen, die moderner ist und klare Aussagen macht“, erklärt Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber.

Moderner bedeutet, dass es in der neuen Satzung nicht nur um die Schaffung von Stellplätzen für Autos geht, sondern auch um ausreichend Platz für E-Bikes und Fahrräder. „Ein normales Fahrrad kann ich problemlos im Keller unterbringen, aber ein Lasten-E-Rad ist dafür zu schwer, das muss man ebenerdig parken“, erklärt Schreiber.

Wird nun in Fuldatal neu gebaut, muss künftig der Bauherr zwei statt wie bisher nur einen Parkplatz pro Wohneinheit vorweisen. Auch bei den Neubaugebieten, die in den vergangenen Monaten entstanden sind – also noch bevor die neue Satzung in Kraft trat –, hatte die Gemeinde bereits nach Lösungen für das Problem gesucht und in den Bebauungsplänen vorgegeben, dass bei Ein- und Zweifamilienhäusern pro Wohneinheit zwei Stellplätze gebaut werden müssen.

Bei Wohngebäuden muss ein Bauherr in Zukunft neben den Stellplätzen für Autos auch einen Fahrradplatz vorsehen, und zwar zwei je Wohnung. Bei größeren Gebäuden ab vier Wohnungen müssen zudem zusätzlich noch ein bis drei Stellplätze für Besucher geschaffen werden. Für Sonderfahrräder muss bei Geschosswohnungseinheiten mit mindestens vier Wohnungen ein Abstellplatz für Sonderfahrräder je 105 Quadratmeter Wohnfläche ausgewiesen werden.

Als Sonderfahrräder gelten zum Beispiel Lastenräder und Dreiräder. Der Platz für diese Räder muss mindestens 2,5 Quadratmeter groß sein, auch das sieht die Satzung vor. Nur bei Ein-bis Zweifamilienhäusern ist nicht explizit geregelt, wie viele Radstellplätze zur Verfügung stehen müssen.

Ein weiteres Parkplatzproblem sieht der Rathauschef in der Veckerhagener Straße in Ihringshausen. Nach der Umgestaltung der Straße ist dort nun vom Rathaus bis etwa zur Grebenstraße die Parkzeit auf zwei Stunden begrenzt. Bis zur Araltankstelle ist die Parkdauer hingegen nicht begrenzt, erst danach, in Richtung Simmershausen bis zum Ortsausgang, darf man wieder nur zwei Stunden stehen.

Aber diese Regelung wird derzeit überdacht. „Wir denken, dass wir auch in der Mitte die Parkdauer eingrenzen müssen“, sagt Schreiber. Das Problem sei, dass sich dort manche Anwohner Dauerparkplätze gesichert hätten.

„Grundstückseigentümer müssen eigentlich Parkmöglichkeiten auf eigenem Grund und Boden schaffen“, sagt der Rathauschef. Doch klar ist auch: „Man muss die begrenzte Parkzeit auch überwachen und durchsetzen, sonst ist es ein stumpfes Schwert.“ (Amira El Ahl)

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