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Knickhagen weiter ohne Handynetz

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Soll vom Waldrand über Knickhagen funken: Der mobile Mobilfunkmast der Telekom steht seit Anfang des Monats. Einzig der Strom fehlt, um das Gerät in Betrieb zu nehmen. Handyempfang gibt es also immer noch nicht.
Soll vom Waldrand über Knickhagen funken: Der mobile Mobilfunkmast der Telekom steht seit Anfang des Monats. Einzig der Strom fehlt, um das Gerät in Betrieb zu nehmen. Handyempfang gibt es also immer noch nicht. © Sebastian Schaffner

Knickhagen gehört zu den letzten Orten in Hessen ohne 2G-Mobilfunkempfang. Das soll sich jetzt ändern. Seit Kurzem steht ein mobiler Funkmast über dem Dorf. Das Problem: Das Notstrom-Aggregat fehlt.

Fuldatal – Es hörte sich so gut an. Kurz vor Weihnachten hätte der größte Wunsch vieler Knickhagener Wirklichkeit werden können: endlich Mobilfunkempfang im 246-Einwohner-Ort. Denn der kleinste Ortsteil der Gemeinde gehört zu den letzten Flecken in Hessen ohne 2G-Mobilfunkempfang.

Nun steht seit dem 1. Dezember zwar eine mobile Mobilfunkanlage auf einem Feld am Waldrand oberhalb des Dorfs, Empfang hat dort trotzdem niemand. „Es geht nichts“, sagt Jörg Wagner, der für die FDP im Parlament sitzt und in Knickhagen lebt.

Grund ist, dass die Mobilfunkanlage mit Strom versorgt werden muss, doch der liegt noch nicht. Als der mobile Mast aufgebaut wurde, war Wagner mal hoch aufs Feld gefahren und hatte mit den Arbeitern gesprochen. Die hatten ihm erzählt, dass die Stromleitung, die später für den geplanten festen Mast sowieso benötigt wird, im Frühjahr gelegt werden soll. Bis dahin soll ein Notstrom-Aggregat die mobile Station versorgen. Das bestätigt auch Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. Wann genau das Aggregat geliefert wird, steht aber noch nicht fest.

Im Rathaus war man erst auf die Anlage aufmerksam geworden, als sie schon stand. „Es ist nach wie vor so, dass uns niemand irgendetwas gesagt hat, wir haben keine Information und auch keine Pressemitteilung von der Telekom diesbezüglich bekommen“, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Nur durch Zufall habe er vom Aufbau erfahren. Auch ob oder wann sie in Betrieb gehe, sei nicht mitgeteilt worden. „Es ist positiv und gut, dass sich endlich was tut, aber ärgerlich, wenn man nicht beteiligt wird und deshalb nicht auskunftsfähig ist“, sagt Schreiber. Denn natürlich klingelt auch in der Verwaltung ständig das Telefon, seitdem der graue Kasten über Knickhagen thront.

In der Verwaltung läuft derweil das Genehmigungsverfahren für den festen Mast, der in Knickhagen installiert werden soll. Laut Telekom-Sprecher McKinney soll der bis Mitte 2024 auf einem Nachbargrundstück des jetzigen Standorts erreichtet werden und von dort die Kunden mit 2G, 4G und 5G versorgen. Theoretisch kann all das auch schon das Provisorium leisten. „Der funkt mit allem, was wir jetzt schon im Angebot haben“, sagt McKinney. Wenn denn Strom da wäre, um den Kasten in Betrieb zu nehmen.

Und so bleibt Wagner und den restlichen Knickhagenern nur, auf ein Weihnachtswunder zu hoffen. Aber allerspätestens im neuen Jahr wird dann wohl auch Knickhagen endlich kein weißer Fleck mehr auf der Mobilfunk-Landkarte sein. (Amira Sayed El Ahl)

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