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Museum Währungsreform in Rothwesten öffnet wieder nach Umgestaltung

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Einige Personen schauen in einem Museumsraum lächelnd nach oben in die Kamera
Nach Umbau wieder für Publikum geöffnet: Dietmar Bittner, 2. Vorsitzender des Museumsvereins (von links), führte Pascal Hengl, Maya Schütz und Johannes Kramer der Abschlussklasse 10 der Alexander-Schmorell-Schule in Kassel sowie deren Lehrerinnen Sandra Blum und Martina Kliche durch das neu gestaltete Museum. © Amira El Ahl

Ab Mai ist das Museum jeweils am ersten Samstag im Monat geöffnet. Einige Schüler wurden dabei bereits durch die Räume geführt.

Fuldatal – Ein bisschen aufgeregt sei er am Morgen gewesen, sagt Dietmar Bittner. Dabei kann der 2. Vorsitzende des Museumsvereins Währungsreform stundenlang darüber sprechen, wie hier an diesem Ort auf dem ehemaligen Kasernengelände in Rothwesten die Details der Währungsreform 1948 ausgearbeitet wurden. Nur habe er noch nie vor einer Schülergruppe darüber geredet.

Es war also eine Premiere für Bittner, als er am Dienstagmorgen Schüler der Alexander-Schmorell-Schule in Kassel durch die Räume des Museums führte. Und es war auch eine Premiere in anderer Hinsicht. Denn es war auch die erste Gruppe, die er durch die neu gestalteten Räume führen konnte.

Seit zwei Jahren arbeitet er mit Paula Kehl und Philip Scholz von der Kunsthochschule Kassel an einem neuen Ausstellungskonzept. Die Studenten haben das Raumkonzept erstellt, das jetzt umgesetzt wurde und die Besucher auf eine emotionale Reise durch die damalige Zeit mitnehmen soll.

Besucher müssen zwischen den Räumen durch Stacheldrahtzaun gehen

Das ist gelungen. Die Reaktion der Schüler nach der einstündigen Führung: „Man kann sich gut einfühlen in die Zeit“, „anschaulich erklärt, spannend und sehr informativ“ sei es gewesen. Besonders gut gefallen hat den Schülern der Stacheldrahtzaun, durch den man gehen muss, um von einem Raum zum nächsten zu gelangen. Sieben Wochen lang, vom 21. April bis 8. Juni 1948, arbeiteten deutsche Sachverständige unter der Leitung des US-Ökonoms Edward Tenenbaum in dem Haus an den Details der Währungsreform. Die Teilnehmer durften das Gelände nicht verlassen. Das Haus hatten die Amerikaner mit einem Stacheldrahtzaun umzogen und den Soldaten Schießbefehl erteilt.

„Der Zaun hat mir am besten gefallen“, sagt der 18-jährige Pascal Hengl über das Exponat. So wird Geschichte fast greifbar. Aber nicht nur da. Die Jugendlichen dürfen auch ein Sieb in die Hand nehmen, das aus einem Helm gefertigt wurde und hören aus einem alten Radio eine Rede des Finanzberaters der amerikanischen Militärregierung. Das Radio ist Teil der Digitalisierung der Ausstellung, in der nach der Umgestaltung die Interaktion eine große Rolle spielen soll.

„Uns ist es ganz wichtig, in Verbindung mit Schülern zu kommen“, sagt Bittner. Es sei ihm ein Anliegen, ihnen das Thema näher zu bringen. „Die Alten kennen das.“ Vor allem der Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde, sei lange in Vergessenheit geraten. „Wir wussten nicht, dass so ein geschichtsträchtiger Ort quasi um die Ecke liegt“, sagt Klassenlehrerin Martina Kliche. Sie hat gemeinsam mit Geschichtslehrerin Sandra Blum den Ausflug organisiert. „Wir suchen immer im Internet nach Filmen über diese Zeit, um sie im Unterricht zu zeigen, und wissen gar nicht, dass wir hier so einen tollen Ort haben“, sagt Kliche.

Letzte Feinheiten sollen vor der Neueröffnung noch erledigt werden

Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, bis das neue Ausstellungskonzept vollständig umgesetzt ist. Ein paar Sitzgelegenheiten und die Medienstationen müssen noch aufgebaut werden. Zur offiziellen Neueröffnung soll das Museum dann zu einem modernen Ort geworden sein, an dem sich Kinder und Jugendliche ebenso in die damalige Zeit hineinversetzen können wie Senioren.

Öffnungen ab Mai jeweils am 1. Samstag des Monats. Infos unter: info@waehrungsreform1948.de (Amira El Ahl)

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