Kirche erteilt Tagebau Absage

Pläne für Schürfen von Quarzsand in Rothwesten liegen auf Eis

Unter einem Acker der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck soll sich ein rentables Quarzsandvorkommen befinden. Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe von Gut Eichenberg.
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Unter einem Acker der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck soll sich ein rentables Quarzsandvorkommen befinden. Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe von Gut Eichenberg.

Die Bewohner von Gut Eichenberg können aufatmen: Ihr Protest gegen den Quarzsandabbau direkt vor der eigenen Haustür war erfolgreich.

Fuldatal – Die Landeskirche, der das Grundstück gehört, hat dem Vorhaben eines Unternehmers aus dem Landkreis Kassel eine Absage erteilt. „Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck wird ihr Grundstück in Rothwesten nicht zum Abbau von Quarzsand verpachten“, teilt die stellvertretende Sprecherin des Landeskirche Ramona Kopec auf HNA-Anfrage mit.

Das Kollegium des Landeskirchenamtes sei nach einem erneuten intensiven Prüfungsprozess und in Abwägung aller relevanten Umstände – auch der betroffenen Anlieger und der dort gelegenen Kirchengemeinde – zu dem Entschluss gekommen, die Fläche nicht zur Verfügung zu stellen, begründet Kopec die Entscheidung der Landeskirche.

„Für uns als Anwohner ist die Sache damit gegessen“, sagt Frank Klobes sichtlich zufrieden. Er hatte sich gemeinsam mit etlichen weiteren Anwohnern auf Gut Eichenberg in den vergangenen Monaten gegen den Quarzsandabbau gewehrt. Die Betroffenen suchten nach Bekanntwerden der Pläne das Gespräch mit verschiedenen Akteuren.

Sie nahmen unter anderem Kontakt zur Bergaufsicht beim Regierungspräsidium Kassel auf. Dort war vor einigen Monaten ein Antrag für einen Rahmenbetriebsplan zum Abbau des Quarzsandes eingereicht worden – bereits zum zweiten Mal. Denn etwa zehn Jahre zuvor gab es schon einmal das Bestreben, in Rothwesten Quarzsand abzubauen. Der Fuldataler Unternehmer Thomas Wielebinski hatte sich seinerzeit die Schürfrechte für den Rohstoff gesichert, war aber an den Protesten der Anwohner gescheitert. Auch damals hatte sich die Landeskirche gegen den Tagebau entschieden. Die etwa 8,7 Hektar große Fläche wurde an einen Landwirt verpachtet.

Wielebinski hatte sich mit dem Vorhaben finanziell übernommen. Der Betrieb ist mittlerweile insolvent. Nach HNA-Informationen soll der jetzige Antragssteller bereits damals an dem Vorhaben beteiligt gewesen sein. Der Unternehmer wollte sich gegenüber unserer Zeitung aber nicht dazu äußern. Die Anwohner hoffen nun, dass der Quarzsandabbau für immer Geschichte ist. (Alia Shuhaiber)

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