Polizeischüler anwerben

Polizei mit Kompliment auf Nachwuchssuche: Ungewöhnliches Auto in Fuldatal im Einsatz

Einstellungsberater Karina Kühn und Horst Naumann von der Bundespolizei vor dem Fahrzeug mit der Aufschrift „All cops are beautiful“
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„Alle Polizisten sind schön“, heißt die Parole auf dem Polizei-Pick-Up übersetzt. Damit will die Bundespolizei um Nachwuchs werben, erklären Einstellungsberater Karina Kühn und Horst Naumann. Das Einzelstück ist in Fuldatal stationiert.

Als Karina Kühn mit dem Ford nach Fuldatal fuhr, erntete sie erstaunte Blicke. Das hat wohl auch mit dem Spruch zu tun, der am Polizeifahrzeug prangt: „All cops are beautiful“ steht dort.

Fuldatal – Kühn ist Einstellungsberaterin in der Bundespolizeistation in Fuldatal. Am Standort Bielefeld hat gerade die Ausbildungsstätte für den mittleren Polizeidienst eröffnet, der Ford Ranger hatte quasi seinen ersten Auftrag, bevor Kühn ihn zurück an seinen Standort geholt hat.

Mit dem Spruch am Heck will die Polizei nämlich für ihren Beruf werben und Auszubildende gewinnen. Dafür haben sich die Beamten an einer gängigen Abkürzung bedient und das letzte Wort gegen ein besseres ausgetauscht. Die gängige Abkürzung rücke die Beamten nämlich freundlich gesagt in schlechtes Licht. Aussprechen will auch Kühns Kollege aus Rotenburg, Horst Naumann, nicht, wofür A.C.A.B. steht, er sagt nur: „Die Idee war, die Beleidigung umzuwandeln, Zündstoff rauszunehmen.“

Die Abkürzung, die an manchen Häuserwänden oder Stromkästen mit Farbe zu sehen ist, steht für „All cops are bastards“ – auf Deutsch so etwas wie: „Alle Bullen sind Schweine“. Auf dem Ford Ranger steht nun übersetzt „Alle Polizisten sind schön“. Von Fuldatal aus soll das Einzelstück nun an andere Polizeistandorte etwa für Messen ausgeliehen werden, es soll zum Gespräch anregen und im besten Fall Menschen für den Dienst begeistern. Denn die Bundespolizei braucht immer Nachwuchs, erklärt Kühn.

Mit schön sei übrigens alles Positive der Polizei gemeint, erklärt Einstellungsberater Naumann, etwa die Bürgernähe. „Die Polizei sollte Freund und Helfer sein“, ergänzt Kollegin Kühn, „und nichts negatives.“ Ob der Spruch auf dem Fahrzeug damit einen Nerv der Zeit trifft, können die Einstellungsberater nicht sagen. Dazu müsste man eigentlich die Bürger fragen, sagt Karina Kühn. Sie hofft, dass der Spruch zum Nachdenken anregt, etwa darüber, dass hinter jedem Polizisten ein Mensch steht, einer wie jeder andere.

Die Idee dazu stammt vom Bundespolizeipräsidium Potsdam. Groß Gelegenheit hatten die Beamten nicht, Rückmeldungen für den etwas anderen Werbespruch zu bekommen: Das Fahrzeug soll vor allem auf Ausbildungsmessen eingesetzt werden und die finden wegen der Pandemie zur Zeit kaum statt. Wenn sich das ändert, wird der Ranger wohl noch öfter erstaunte Blicke ernten.

Info: Für den Ausbildungsstart im September sucht die Polizei noch Bewerber. Einsendeschluss ist der 31. Januar. (Valerie Schaub)

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