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Saisonende auf dem Selbsterntefeld Ihringshausen: Am Sonntag darf sich jeder bedienen

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Ein Strauß an frischem Gemüse: Birgit Hupfeld aus Ahnatal hat in Fuldatal-Ihringshausen in diesem Jahr ein Selbsterntefeld mit 100 Parzellen angelegt, die man für eine Saison mieten konnte. Nun ist die Saison vorbei und jeder kann vorbeikommen, um abzuernten, was noch da ist.
Ein Strauß an frischem Gemüse: Birgit Hupfeld aus Ahnatal hat in Fuldatal-Ihringshausen in diesem Jahr ein Selbsterntefeld mit 100 Parzellen angelegt, die man für eine Saison mieten konnte. Nun ist die Saison vorbei und jeder kann vorbeikommen, um abzuernten, was noch da ist. © Amira El Ahl

Auf dem Selbsterntefeld in Fuldatal-Ihringshausen geht die Saison zu Ende. Am kommenden Sonntag darf deshalb jeder vorbeikommen und ernten, was noch da ist.

Fuldatal – Der Mangold leuchtet tiefrot, der Fenchel wächst so gut, dass es aussieht, als stünden da kleine Büsche, und auch Petersilie gibt es noch so viel, dass davon reichlich Pesto gemacht werden kann. Die Ernte auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Feld am Rande des Gewerbegebiets in Ihringshausen, auf dem Birgit Hupfeld am Anfang des Jahres das Projekt Gemüseselbsternte gestartet hat, war gut und reich. So reich, dass an diesem Sonntag, bevor das Feld für den Winter vorbereitet wird, jeder vorbeikommen kann, um abzuernten, was noch zu finden ist.

„Rote Beete, Sellerie, Rosenkohl, Pastinaken und Petersilienwurzel sind bestimmt zum Abernten noch zu finden“, sagt Hupfeld. Zudem seien Petersilie und Mangold mehrjährig und könnten ausgegraben werden.

100 Parzellen von je etwa 40 Quadratmetern hatte Hupfeld im April angelegt, und innerhalb kürzester Zeit hatten sich für alle Parzellen Pächter für die Saison gefunden. Auf einer Parzelle wurden etwa 100 Pflanzen von Hupfeld gesät, die das Feld gemeinsam mit ihrem Mann Jochen betreibt.

Die Parzellen sind groß genug, um vier Personen eine Saison lang mit selbst geerntetem Gemüse zu versorgen. Für viele Menschen sei es wichtig, zu wissen, wo ihr Gemüse herkomme, sagt die Ahnatalerin, die ausschließlich ökologisches Saatgut auf dem Feld verwendet hat. „Die Wertschätzung gegenüber den Lebensmitteln ist stark gestiegen“, sagt auch Karin Olzog, die eine Parzelle gepachtet hatte. Die habe sie gehegt und gepflegt, alle zwei Tage sei sie am Feld gewesen. Das habe sich ausgezahlt: „Die Salatköpfe waren doppelt so groß und schwer wie die, die man im Supermarkt kauft.“

Utensilien wie Gießkannen und Harken hat Hupfeld in einer Gartenhütte für die Hobbygärtner zur Verfügung gestellt, Wasser steht in großen Tonnen auf dem Feld bereit. Überhaupt ist das Selbsterntefeld auch für Anfänger oder Menschen, die wenig Zeit haben, geeignet, denn „die schwere Arbeit entfällt“, wie die 54-Jährige erklärt. Das Umgraben, Düngen, Säen und Pflanzen übernimmt Hupfeld zusammen mit dem Hofladen Ullrich, ebenso wie das Mulchen, Unterackern und Düngen im Herbst. „Man kann das Feld jetzt also einfach so lassen, wie es ist“, sagt Hupfeld.

Die erste Saison auf dem Selbsterntefeld lief so gut, dass es im kommenden Jahr auf jeden Fall weitergehen und Hupfeld das Feld sogar erweitern wird, sollten sich genügend Interessenten finden. Die Parzellen sind ab Januar buchbar und kosten zwischen 145 und 165 Euro.

„Ich finde es eine spannende Herausforderung, mal Lebensmittel zu verwenden, die sonst nicht auf der Einkaufsliste stehen und zu essen, was da ist“, sagt Hupfeld über das Projekt. Sie hatte erste Erfahrungen mit einem Selbsterntefeld vor zwei Jahren in Frankenhausen gesammelt und war so auf die Idee gekommen.

Die Abernte-Aktion am Sonntag soll Lebensmittelverschwendung vermeiden. Deshalb sei jeder eingeladen, zu ernten, was noch in der Erde ist. Danach wird das Feld von Hupfeld für den Winter fertiggemacht, um dann im Januar in eine neue Selbst-Ernte-Saison zu starten.

In voller Pracht: Auch Chillischoten können noch geerntet werden.
In voller Pracht: Auch Chillischoten können noch geerntet werden. © El Ahl, Amira

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