Kormoran aus der Fulda gerettet

Schleuse in Wilhelmshausen: Passanten halfen Wasservogel in Not

Suchte Nähe: Völlig erschöpft kam der Kormoran bei Roswitha König an.
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Suchte Nähe: Völlig erschöpft kam der Kormoran bei Roswitha König an.

Passanten haben am Dienstag einen hilflosen Kormoran in Wilhelmshausen entdeckt und gerettet. Die Freiwillige Feuerwehr brachte den geschwächten Vogel in die Vogelauffangstation nach Hofgeismar.

Fuldatal – Als am Dienstagabend drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Wilhelmshausen und Knickhagen mit einem geschwächten Kormoran vor der Haustür von Roswitha König standen, war das auch für die 60-Jährige eine Premiere. Dabei kümmert sich die Hofgeismarerin seit über 30 Jahren um hilfsbedürftige Vögel. „Aber das ist mein erster Kormoran“, sagt König am Tag nach der Rettung.

Der Wasservogel hatte sich am Dienstag vermutlich mit einem Flügel im Bereich der Schleuse in Wilhelmshausen verheddert, wie Ralf Ritter von der Feuerwehr Fuldatal berichtet. Passanten hatten den hilflosen Kormoran entdeckt, „welchen sie den Kameraden der Feuerwehr beim Eintreffen an der Einsatzstelle bereits übergeben konnten“, wie Ritter in einer Pressemitteilung schreibt.

Weil der Vögel extrem geschwächt war, wurde er von drei der Feuerwehrkameraden zu König nach Hofgeismar gebracht. „Ich habe ihn erst mal kontrolliert und geschaut, ob er Federschäden hat“, sagt König. Doch zum Glück war der Wasservogel unversehrt. „Er war nur total fix und fertig, weil er so lange gekämpft und seine ganze Energie verbraucht hatte“, sagt König, die eine private Vogelauffangstation hat, in der sie im Jahr fast 1000 Vögel versorgt und aufpäppelt. Im Moment hat sie 70 Vögel zu versorgen.

Der Kormoran lag in einer Kiste, als er bei König ankam, hatte die Augen geschlossen und machte ein „mitleidserregendes Bild“, wie König sagt. Noch nicht einmal essen wollte er. Dafür suchte er die körperliche Nähe von König. „Das ist ein Zeichen dafür, dass es ihm nicht gut geht. Ein gesundes Wildtier tut das nicht.“ Der Kormoran kam erst einmal in einen größeren, abgedunkelten Netzbehälter, um zur Ruhe zu kommen. „Er hat sofort seinen Kopf in die Flügel gesteckt und geschlafen.“

Gestern ging es ihm schon wieder besser. „Er wollte gleich weg, da war nix mehr mit kuscheln“, sagt die Vogelexpertin. Der natürliche Fluchtinstinkt deute daraufhin, dass es ihm wieder gut gehe. Darum soll er auch so schnell wie möglich wieder ausgesetzt werden.

König wird dafür den Kormoran an eine Pflegestelle in Wilhelmshausen übergeben, damit er da ausgesetzt wird, wo er gefunden wurde. „Damit er zu seiner Kolonie zurückfindet“, erklärt König. Denn der Kormoran ist kein Einzelgänger, sondern lebt und brütet in Kolonien in der Nähe großer Gewässer. Wenn alles glatt läuft, kann der Kormoran dann am Wochenende wieder in der Natur beobachtet werden.(Von Amira El Ahl)

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