Sie radelt täglich ins Rathaus

Nora Günther ist Fuldatals neue Klimaschutzmanagerin

Auf zwei Rädern unterwegs: Nora Günther ist die neue Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Fuldatal. Das E-Bike gehört der Gemeinde und kann von den Mitarbeitern genutzt werden.
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Auf zwei Rädern unterwegs: Nora Günther ist die neue Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Fuldatal. Das E-Bike gehört der Gemeinde und kann von den Mitarbeitern genutzt werden.

Für Nora Günther ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie die 8,4 Kilometer von ihrer Haustür bis ins Büro im Fuldataler Rathaus mit dem Fahrrad zurücklegt. Als neue Klimamanagerin der Gemeinde will sie dadurch zwar auch ihrer Vorbildfunktion gerecht werden, aber der Verzicht aufs Auto gehört auch zum Selbstverständnis der 32-Jährigen.

Fuldatal - Die Fahrt mit dem Rad hat aber nicht nur den Vorteil, dass sie ihren ökologischen Fußabdruck verringert und etwas für ihre Gesundheit tut. Sie hat, seitdem sie Mitte September ihren neuen Job begonnen hat, auf den Fahrten von Harleshausen nach Fuldatal schon ein paar Stellen auf den Radwegen entdeckt, die sie sicherer machen würde, wie sie sagt, und dafür schon Kontakt zum Radverkehrsbeauftragten des Landkreises und dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Gemeinde aufgenommen.

„Eine Grundlage meiner Arbeit ist unser Klimaschutzkonzept“, sagt Günther. Das Integrierte Klimaschutzkonzept wurde von der Gemeindevertretung vor zwei Jahren beschlossen, seither ist Fuldatal Klima-Kommune. Dadurch hat sich die Gemeinde dazu verpflichtet, eine CO2-Bilanz zu erstellen und Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Im Gegenzug erhält sie erhöhte Förderquoten für Klimaschutzkonzepte.

Frau Günther könnte zur wertvollsten Mitarbeiterin der Gemeinde werden

Karsten Schreiber, Bürgermeister

Der Bund stelle für alle möglichen Bereiche Förderprogramme auf, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber. Sei es bei der Sanierung von Sportstätten oder der Förderung von Elektromobilität, Günther schaut, wo es die besten Fördermöglichkeiten für ein Projekt gibt. Durch kluge Investitionen in Nachhaltigkeit ließe sich in einer Gemeinde viel Geld sparen, sagt der Rathauschef, und nennt als ein Beispiel die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED oder die Steigerung der Effizienz in Kläranlagen. „Frau Günther könnte zur wertvollsten Mitarbeiterin der Gemeinde werden“, sagt Schreiber.

Das größte Betätigungsfeld für die Klimaschutzmanagerin werde in Zukunft jedoch der private Bereich. In Fuldatal gibt es 6000 Haushalte, und das meiste Potenzial zur Co2-Einsparung sei in den privaten Haushalten zu finden. So gehört auch die Beratung von Bauherren zu Günthers Aufgaben.

Im nächsten Jahr soll ein Klimaschutzbeirat gegründet werden und auch Klimaschutztage sind geplant, in die vor allem die Schulen eingebunden werden sollen. „Wir konzentrieren uns auf die nächsten Generationen“, sagt Günther. Bei Planspielen soll zum Beispiel der Klimawandel spielerisch erlebbar gemacht werden.

Günthers Stelle wird zu 90 Prozent für drei Jahre vom Bund gefördert. Für Schreiber steht aber schon jetzt fest, dass die Stelle zu einer dauerhaften Einrichtung werden soll. fuldatal.de/klimaschutz (Amira El Ahl)

ZUR PERSON

Nora Günther (32) kommt gebürtig aus Sachsen. Seit 2015 lebt sie in Kassel. Dort hat sie an der Uni Kassel den Masterstudiengang Nachhaltiges Wirtschaften absolviert und dort anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Dezentrale Energiewirtschaft gearbeitet. (aea)

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