140-Meter-Rohr unter Fluss bei Wilhelmshausen eingebaut

EAM verlegt Stromkabel unter der Fulda

Begutachten den Baufortschritt der Spülbohrung: Bürgermeister Karsten Schreiber (von links), Martin Knopp von der Gemeinde Fuldatal, Andreas Schneider, Leiter der EAM-Netzregion Baunatal/Hofgeismar, Bauleiter Thomas Waldeier und Christopher Schmidt von der EAM.
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Begutachten den Baufortschritt der Spülbohrung: Bürgermeister Karsten Schreiber (von links), Martin Knopp von der Gemeinde Fuldatal, Andreas Schneider, Leiter der EAM-Netzregion Baunatal/Hofgeismar, Bauleiter Thomas Waldeier und Christopher Schmidt von der EAM.

Schaut man von Wilhelmshausen über die Fulda, sieht man eigentlich nur Grün. Doch hinter den Bäumen auf der niedersächsischen Seite verbergen sich ein paar Häuser, die seit Jahrzehnten von der hessischen Fuldaseite aus mit Strom versorgt werden.

Fuldatal – „Der nächste Ort auf niedersächsischer Seite wäre viel zu weit weg“, erklärt Andreas Schneider, Leiter der EAM-Netzregion Baunatal/Hofgeismar. In den vergangenen 50 Jahren lief der Strom durch eine Freileitung über die Fulda. Die wird nun durch ein modernes Erdkabel ersetzt, das in der vergangenen Woche unter der Fulda hindurch verlegt wurde. Dafür notwendig war eine Spülbohrung, damit das Rohr fünf Meter unter der Fuldasohle verlegt werden konnte. Künftig liegt darin das Kabel. Insgesamt 140 Meter Rohr wurden laut dem Bauleiter Thomas Waldeier dafür benötigt.

Unmittelbar hinter dem Bootshaus der Uni Göttingen wurde dafür zuerst der Bohrer, dessen Kopf 150 Millimeter misst, in die Erde gebracht. Alle drei Meter muss der Bohrer um ein weiteres drei Meter langes Gestänge ergänzt werden, bis er schlussendlich nach etwa 140 Metern auf der anderen Uferseite wieder aus der Erde heraustritt. Von dort wird dann das Rohr, das bereits auf der niedersächsischen Seite bereitliegt, in einer Länge durch den zuvor gebohrten Kanal wieder zurück auf die hessische Seite gezogen. Erst danach kann das Niederspannungskabel eingezogen und an das vorhandene Leitungssystem auf der niedersächsischen Uferseite angeschlossen werden. Auf Wilhelmshäuser Seite wird das Stromkabel entlang des neuen Radwegs hinter dem Bootshaus und von dort in das Rohr unter der Fulda verlaufen.

Der alte Betonmast auf der Wilhelmshäuser Seite wird, sobald die Arbeiten am Kabel abgeschlossen sind, abmontiert. Er steht dort, wo die Gemeinde Fuldatal im Zuge der Bauarbeiten an der Uferpromenade die neue Slipanlage angelegt hat. „Das Fundament des Masts muss weggestemmt werden“, sagt Andreas Schneider von der EAM. „Das wird ein riesen Loch.“ Deshalb werden die Arbeiten erledigt, bevor die Gemeinde an dieser Stelle den neuen Radweg asphaltiert. Der soll laut Martin Knopp, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Gemeinde, noch in diesem Jahr fertig werden.

Spülbohrung in Wilhelmshausen

Etwa eine Woche haben die Bauarbeiten unter der Fulda gedauert. „Wir sind unter Wasser auf Felsen getroffen“, sagt der Bauleiter, weshalb er die Arbeiten mit einer Felsbohranlage fortführen musste. Überrascht habe ihn das Hindernis nicht. „Es ist meist so, dass irgendwo solche Schichten sind“, und vorher geologische Prüfungen zu machen, sei unter Wasser schwierig.

Die EAM hat 90 000 Euro in das Projekt investiert. Eine Investition, die sich laut Schneider lohnt. „Der Vorteil von Erdkabeln ist, dass sie deutlich weniger störungsanfällig sind als Freileitungen, beispielsweise bei einem Sturm oder starken Gewittern.“ Auch Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber ist zufrieden: „Durch den Abbau der Freileitung und den gleichzeitigen Ausbau des Fuldaufers wird die Attraktivität für den Boots- und Radtourismus in und um Fuldatal noch einmal gesteigert.“

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