Von der Welt abgeschnitten

Telekom schaltet alte Technik ab: Wilhelmshäuser plötzlich ohne Internet 

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Kein Internet mehr: Der Router von Achim Seeger aus Wilhelmshausen kann keine Verbindung aufbauen, da die Telekom die Zugangsvariante CLS abgeschaltet hat.

Plötzlich offline: Seit dem 5. Juli ist Achim Seeger aus Wilhelmshausen ohne Internet und das trotz bestehendem Internetvertrag mit ACO Connect, der Tochterfirma von Götel.

Auf einmal stand er ohne Internet da. "Sie haben uns von der Leitung genommen und von einem auf den anderen Tag abgeschaltet“, sagt Seeger. „Unfassbar, aber wahr.“

Die ersten Versuche den Router neu zu konfigurieren, scheiterten, sodass Seeger die Befürchtung hatte, dass es etwas mit dem Kabel zu tun habe und von außen gar keine Verbindung mehr bestehe. Über Facebook erfuhr der 59-Jährige, dass die Telekom – bei der er einen Festnetzvertrag hat – am Verteilerkasten in der Nähe des Friedhofs arbeitete.

Durch einen Anruf bei ACO, denn das Telefon funktionierte einwandfrei, hatte Seeger dann Gewissheit: Ihnen wurde das Internet abgeschaltet. Aber warum? Auf HNA-Nachfrage teilte ACO mit, dass eine alte Technik Schuld daran sei – nämlich die Zugangsvariante „Carrier Line Sharing“ (CLS), die in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur zum 30. Juni durch die Telekom gekündigt wurde.

Mit dieser Technik war es möglich, den Telefondienst und den Internetdienst von zwei unterschiedlichen Anbietern zu nutzen – so wie es bei Seeger der Fall war: Telefonie von der Telekom, Internet von ACO.

Nur ein sehr geringer Kundenkreis sei betroffen

Laut ACO sei nur ein sehr geringer Anteil der Kunden in ihrem Netz von diesen Änderungen betroffen. Diese habe man im Vorfeld durch Mails und Anrufe über die Abschaltung des Übertragungsverfahrens CLS in Kenntnis gesetzt. „Wir haben fast alle Kunden auch telefonisch erreicht“, sagt ACO-Mitarbeiter Stefan Finger. Sowohl Mails als auch Anrufe seien bei Seeger in der Holzhäuser Straße nie angekommen: „ Wir wurden nicht informiert“, sagt der 59-Jährige. „Sonst haben sie uns bei Wartungsarbeiten oder Ähnlichem immer informiert. Seit der Übernahme durch die Firma Götel kam gar nichts mehr.“

„Gezwungenermaßen“ musste Seeger einen neuen Vertrag mit ACO abschließen – sowohl für Festnetz als auch Internet. „Es geht nicht anders. Man ist auf ACO angewiesen“, betont der Wilhelmshäuser, bei dem es zu keiner lückenlosen Weiterversorgung gekommen ist.

Derzeit nutzt er entweder sein Handy als mobilen Hotspot oder geht zum Nachbarn, um seinen regen Mailkontakt aufrecht zu erhalten. Wann Seeger wieder online ist, weiß er selbst auch nicht genau: „Zwei Wochen kann das schon noch dauern.“

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