Nächster Verkauf im Herbst

Vermarktung der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten geht weiter

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Suchen einen Käufer für Teile der Fritz-Erler-Anlage: Julia Beinecke (rechts), Leiterin des Verkaufsteams der Bima und Jaqueline Seitz, Mitarbeiterin im Kasseler Verkaufsteam.

Auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten sollen im Herbst die nächsten Flächen vermarktet werden. 

Fast schon idyllisch wirkt das ehemalige Kasernengelände im Fuldataler Ortsteil Rothwesten. An vielen Stellen hat sich die Natur längst zurückgeholt, was früher einmal ihr gehörte. Auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage hatte sich in den 30er-Jahren zunächst ein Flugplatz der Nationalsozialisten, dann ein US-Stützpunkt und zuletzt ein Bundeswehrstandort befunden. 

Seit 2007 liegen Teile des Geländes brach. Nun will die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), den Unterkunfts- und Verwaltungsbereich sowie eine Gewerbefläche vermarkten (siehe Grafik). „Die Grundstücke werden im Oktober bei der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellt“, sagt Jaqueline Seitz vom Verkaufsteam der Bima.

Käufer soll zeitnah gefunden werden

Noch in diesem Herbst soll ein Käufer für den knapp vier Hektar großen Parkplatz an der Sonnenallee gefunden werden. Die Fläche sei als Gewerbegebiet ausgewiesen und es bestehe ein Bebauungsplan. „Der Unterkunfts- und Verwaltungsbereich, für den es noch keine Bauleitplanung gibt, soll Anfang 2020 zum Verkauf angeboten werden“, sagt Seitz. 

Der Turm im oberen Teil des Verwaltungsbereichs steht unter Denkmalschutz.

Dieser Bereich ist rund 25 Hektar groß, beinhaltet 20 Gebäude und ein großes Waldstück. „Die bebaute Fläche erstreckt sich auf rund 18,5 Hektar und kann auch ohne Waldstück erworben werden“, sagt Seitz.

Ein erster Versuch, die fast 160 Hektar große Fritz-Erler-Anlage komplett zu vermarkten, war gescheitert: „Im Herbst 2007 versuchte die Bima einen Käufer für die gesamte Liegenschaft zu finden, das scheiterte aber aufgrund mangelnder Nachfrage“, sagt Julia Beinecke, Leiterin des Verkaufsteams.

Vermarktung der Fritz-Erler-Anlage ist eine Herausforderung

Schon Anfang 2009 hatten Bima und Kommune einen Kooperationsvertrag geschlossen. Schnell sei jedoch klar gewesen, dass die Vermarktung eine wirtschaftliche Herausforderung ist. „Wegen mangelnder Nachfrage wurde die Anlage als deutlich defizitär bewertet“, erklärt Beinecke. Erst als das Land Hessen angekündigt hatte, 50 Prozent der Entwicklungskosten zu übernehmen, hätten Bima und Gemeinde im Jahr 2011 einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, um zunächst zumindest einen Teil des Geländes zu vermarkten. Vertraglich festgehalten wurde, dass Fuldatal Baurecht schafft und für die Erschließung sorgt, während die Bima den Verkauf der Teilflächen übernimmt.

Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal.

Zunächst wurde aber nur der gewerblich nutzbare Teil ohne Unterkunfts- und Verwaltungsbereich vermarktet. Mittlerweile habe sich der Markt aber verändert, sodass es durchaus möglich sei, einen Käufer zu finden. Allerdings könne der Bereich nur als Gesamtkonzept angeboten werden. „Wir brauchen jemanden mit einer guten Idee“, sagt Beinecke. Ob diese Idee dann umsetzbar ist, müsse in Gesprächen zwischen Bima, Kommune und Käufer erörtert werden. Bei einer positiven Bewertung könne die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen. Der Verkauf erfolge in einem stillen Bieterverfahren.

In den vergangenen zehn Jahren wurden bereits 15 Grundstücke verkauft. Auf einer Fläche von über 60 Hektar sind Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung errichtet worden. Zudem hat sich das Forschungs- und Testzentrum für Energiesystemtechnik des Fraunhofer-Instituts angesiedelt. Dort werden auch auf acht Hektar regenerative Energien erforscht und entwickelt. Darüber hinaus sind mehrere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe dort ansässig.

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